Ein paar kleine Korrekturen zu ein paar großen Zahlen aus einem Leser-Kommentar

Für alle LeserZu unserem am 20. September veröffentlichten Beitrag „Petition freundlich abgelehnt: Es ist noch nicht Zeit für ein Renaissance-Stadtfest aus Dank zur Errettung vor der großen Corona-Seuche“ gab es im Nachhinein eine kleine Diskussion, in der vor allem Leser „Igor“ sehr emotional wurde und auch einige Zahlen ins Gespräch brachte, mit denen er die Auswirkungen des Coronavirus versuchte einzuordnen oder zu relativieren. Ganz so klar wurde das nicht.
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Aber dass jede Menge Emotion dabei war, wird deutlich, wenn man seine Reaktion auf „Ellen“ liest. Da kommen dann auch die ganzen Zahlen wie Pingpong-Bälle.

„Ähmm, äh Ellen, es sterben jedes Jahr in Deutschland ca. (Pi mal Daumen) 40.000 Menschen an Krankenhauskeimen. In anderen Ländern soll die Quote deutlich geringer sein (Dänemark). Ca. 10.000 sterben an falscher Medikation, 30.000 waren es bei der falschen Schutzimpfung vor 3 Jahren, die also keine Immunität erzeugen konnte, weil man einen anderen Erreger erwartet hatte.

Narkolepsie, schon mal was davon gehört? Nicht schön – nur ein kleiner Kollateralschaden einer der letzten Grippeimpfungen (…)“

Das unterschwellige Thema ist natürlich: Wovor sollten wir wirklich Angst haben? Ist das eine schlimmer als das andere? Sind die rigiden Verordnungen zu Corona eigentlich berechtigt und sinnvoll?

Wer bei uns eifrig mitliest, der weiß, dass wir nicht dazu neigen, Nachrichten aufzubauschen oder zu dramatisieren oder auch zu bagatellisieren. Sondern dass wir stets versuchen, sie einzuordnen. Und natürlich gibt es neben der Corona-Pandemie auch einige andere Entwicklungen in der Welt, die natürlich ähnlich besorgniserregend sind. So wie die von „Igor“ erwähnten „in Deutschland ca. (Pi mal Daumen) 40.000 Menschen“ die jährlich an Krankenhauskeimen sterben.

Zu den Krankenhauskeimen

Die Zahl, die „Igor“ hier nennt, stimmt nicht. Jedenfalls ist das nicht die zuletzt gemeldete aktuelle Zahl. Die veröffentlichte das Robert-Koch-Institut im November 2019. Die „Tagesschau“ fasste die Zahlen so zusammen: „Das Robert Koch-Institut hat neue Zahlen zu Infektionen in Kliniken veröffentlicht. Demnach sterben jährlich schätzungsweise bis zu 20.000 Menschen durch Krankenhauskeime. Vor allem immungeschwächte Patienten sind gefährdet.“

Es ist immer ein Problem, wenn sich gerade ältere Menschen und Kinder im Krankenhaus auch noch zusätzlich eine Infektion zuziehen. Denn sie sind ja schon vorher geschwächt und ihr Immunsystem ist stark beansprucht. Es sterben übrigens nicht alle an den Infektionen. Insgesamt hatten sich 2019 rund 600.000 Patient/-innen in deutschen Krankenhäuser mit Krankenhauskeimen infiziert.

Wobei „Igor“ hier auch zwei Dinge durcheinanderwirft.

Nicht alle Krankenhauskeime sind auch hochgefährlich.

Einige sind freilich sehr gefährlich.

Und da sind wir beim Vergleich mit Dänemark. Denn eine zugehörige Statistik vergleicht hier eben nicht Krankenhauskeime im Allgemeinen, sondern die Ansteckung mit antibiotikaresistenten Bakterien. Das sind die hochgefährlichen Erreger, die gegen Antibiotika mittlerweile resistent sind – Folge des über Jahrzehnte viel zu massiven Antbiotikaeinsatzes bei Mensch und Tier. Eigentlich ein ganz natürlicher Vorgang der Auslese: Denn auch Bakterien mutieren. Und die, die Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt haben, überleben nicht nur, sondern vermehren sich dann umso ungebremster.

Auch hierzu gab es die entsprechende Veröffentlichung im November 2019 – mit Vergleichszahlen aus dem Jahr 2015. Dieser Vergleich zeigt, dass Deutschland zu den Ländern gehört, die ein großes Problem mit antibiotikaresistenten Keimen hat.

2015 starben in Deutschland – bei 54.509 Infektionen – immerhin 2.363 Patient/-innen an den Folgen dieser Infektion.

Die skandinavischen Länder haben die Sache augenscheinlich noch besser im Griff. In Dänemark erkrankten nur 3.351 Menschen an solchen resistenten Keimen und 124 starben. Die Studie zeigte aber auch, dass die Probleme in Frankreich, Italien und Großbritannien noch größer waren. Aber europaweit stiegen die Zahlen seit 2007 deutlich an, wie die „Tagesschau“ berichtete.

Hier scheint der jahrzehntelang geübte Einsatz von immer mehr Antibiotika an seine Grenzen gestoßen zu sein.

Falsche Medikation

„Ca.10.000 sterben an falscher Medikation“, schreibt „Igor“. Und das klingt, als wäre auch das ein Argument gegen die Gefährlichkeit von COVID-19, das übrigens mit Stand 30. Oktober schon 10.349 offiziell nachgewiesene Todesfälle zur Folge hatte.

Das Problem bei falscher Medikation ist: Es gibt keine wirklich belastbaren Zahlen, weil es auch nicht immer eine falsche Behandlung durch Ärzte zur Ursache hat. Manchmal ist eine falsche Diagnose die Ursache, oft ist es eine falsche Dosierung des Medikaments, oft treten Nebenwirkungen auf (nämlich genau die, die auf der Beilage aufgelistet sind), oder der Patient verschweigt dem Arzt Vorerkrankungen, die zu einer geeigneten Therapie aber bekannt sein müssten, oder verschiedene gleichzeitig eingenommene Medikamente vertragen sich nicht, oft bringen die Patienten selbst die Medikamente und die Dosierung durcheinander. Die Zahl 10.000 ist da wohl eher die Untergrenze, das Dunkelfeld dürfte ziemlich groß sein.

Also ist das Argument eher kein Argument zu COVID-19, eher zum falschen Umgang mit Medikamenten.

Die Grippewelle von 2017/2018

„30.000 waren es bei der falschen Schutzimpfung vor 3 Jahren, die also keine Immunität erzeugen konnte, weil man einen anderen Erreger erwartet hatte“, schreibt „Igor“. Ein Satz, der in diesem Fall eindeutig nicht stimmt. Denn wie viele der in der Grippewelle 2017/2018 an Influenza Gestorbenen geimpft waren, weiß niemand. Die meisten Deutschen lassen sich nicht gegen Grippe impfen. In normalen Jahren liegt die Impfquote gerade bei 35 Prozent.

Und da auch das Influenzavirus mutiert, gibt es jedes Jahr unterschiedlich gefährliche neue Virenstämme, für die dann in sehr kurzer Zeit ein passender Impfstoff entwickelt werden muss, damit er pünktlich vor der Grippe-Saison zur Verfügung steht. Wie gut der Impfstoff 2017/2018 war, verraten die Zahlen freilich nicht.

Aber die 30.000 sind auch sonst übertrieben. „In der Saison 2017/2018 starben nach Schätzungen des RKI 25.100 Menschen durch Grippe – die höchste Zahl an Grippetoten in den vergangenen 30 Jahren“, berichtete z.B. die „Frankfurter Rundschau“. Das Wort „Schätzungen“ darf man nicht überlesen.

Denn im Vergleich zu den nachweislich an COVID-19 verstorbenen 10.349 in diesem Jahr sind die 25.100 nur eine indirekt ermittelte Zahl. Correctiv.org hat die Zahl einmal genauer unter die Lupe genommen: „Im Saisonbericht des RKI von vor zwei Jahren war von rund 25.000 ,Influenza-bedingten Todesfällen‘ die Rede – es sei eine ,ungewöhnlich starke‘ Grippewelle gewesen, heißt es in dem Papier (Seite 7 und 8). Tatsächlich ,mit laborbestätigter Influenza-Infektion‘ an das RKI gemeldet wurden damals jedoch 1.674 Todesfälle (Seite 35) – und das ist die Zahl, die man für einen Vergleich der Grippewellen richtigerweise heranziehen müsste.“

Die andere Zahl – die 25.100 – ist die sogenannte „Übersterblichkeit“, die auch zur Ermittlung der eben nicht klinisch nachgewiesenen Todesfälle herangezogen wird, wenn es um „coronabedingte“ Todesfälle geht. Es ist gut möglich, dass diese durch COVID-19 verursachte Übersterblichkeit in Deutschland am Jahresende noch deutlich über den 25.000 liegen könnte. Wir wissen es ja noch nicht. Wir stecken ja gerade erst in der 2.Welle

Man kann also das eine nicht mit dem anderen aufwiegen.

Narkolepsie

Und dann ist da ja noch „Igors“ dramatisch klingender Satz mit der Narkolepsie als „kleiner Kollateralschaden einer der letzten Grippeimpfungen“. Was so klingt, als hätten die zurückliegenden Grippeimpfungen auch noch haufenweise Narkolepsien zur Folge gehabt.

Auch das stimmt so nicht. Wenn es Komplikationen mit Impfstoffen gibt (und nicht nur mit Grippeimpfstoffen), müssen diese an die Bundesoberbehörde für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel gemeldet werden. Das Paul-Ehrlich-Institut wertet dann aus, was es für Komplikationen mit welchem Impfstoff gab.

Die „Deutsche Apotheker Zeitung“ berichtete 2017 zum Beispiel über die Meldeergebnisse der beiden Vorjahre: „Mit 3.919 Meldungen einer Impfnebenwirkung/Impfkomplikation im Jahr 2015 ist die Zahl der Verdachtsfallmeldungen im Vergleich zum Vorjahr (3.720) leicht gestiegen. Ein Trend innerhalb einzelner Altersgruppen war jedoch nicht festzustellen. Die meisten Meldungen betrafen Erwachsene im Alter von 18 bis 59 Jahren.“

Aber das waren eben nicht alles Narkolepsien, auch wenn solche Narkolepsie-Fälle vor allem in Schweden für Aufregung sorgten.

Der Befund für Deutschland: „In vier Fällen bestand ein Zusammenhang mit einer Pandemrix-Impfung gegen pandemische Influenza-A/H1N1 (Schweinegrippe-Impfstoff). Mehrere frühere Studien berichteten über eine solche Assoziation. Ein Fall wurde nach einer Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) gemeldet. Hier sah das PEI aber keinen Zusammenhang der gemeldeten Narkolepsie-Symptome mit der vorangegangenen Impfung.“

Fazit

Es bringt nichts, sich alle möglichen scheinbar großen Zahlen überall zusammenzupicken und sie gegeneinander aufzurechnen. Auch nicht gegen die vielen Zahlen zu COVID-19. Denn dass die bisher in Deutschland noch relativ niedrig lagen, hat eben auch damit zu tun, dass es ab März einige wirksame Maßnahmen zur Eindämmung gab und ein Großteil der Menschen sich auch daran gehalten hat – womit sie auch jene geschützt haben, die sich nicht dran gehalten haben.

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