Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Leipzig im April 2026 gestiegen, meldet die Arbeitsagentur Leipzig. Die Frühjahrsbelebung, die sonst jedes Jahr zu verzeichnen war, ist ausgeblieben. Daran sind nicht nur die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten schuld. Es ist auch Ergebnis einer völlig ziellosen Bundespolitik, die – trotz „Sondervermögens“ – nicht in der Lage ist, konjunkturelle Anreize zu setzen.
31.693 Menschen waren im April im Arbeitsamtsbezirk Leipzig arbeitslos gemeldet, 487 Personen mehr (2 Prozent) als im März und 2.378 Personen bzw. 8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 9 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8,6 Prozent.
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im April auf 31.693 Personen und eine Arbeitslosenquote von 9,0 Prozent zeigen, dass nach weitgehend ausgebliebener Frühjahrsbelebung der Druck auf dem Leipziger Arbeitsmarkt anhält“, kommentiert Steffen Leonhardi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig.
„Trotz der konjunkturell schwierigen Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt verzeichnen wir jedoch auch weiterhin viel Bewegung: Täglich nehmen Menschen mit unserer Unterstützung eine neue Beschäftigung auf. Mit knapp 5.400 gemeldeten Stellen suchen Unternehmen nach wie vor aktiv nach Arbeitskräften – wir bringen beide Seiten zusammen.“
Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im April bei 38.700 Personen. Sie erhöhte sich gegenüber dem Vormonat März (252 Personen bzw. 0,7 Prozent) und erhöhte sich verglichen mit April 2025 (1.974 Personen bzw. 5,4 Prozent). Zur Unterbeschäftigung zählen neben den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.
Arbeitsmarktentwicklung in Zahlen
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 7.049 Personen arbeitslos. Davon kamen 2.759 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 6.619 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 2.499 eine Erwerbstätigkeit auf.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 12.696 Personen (154 Personen mehr als im Vormonat und 1.824 Personen mehr als vor einem Jahr).
Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 18.997 Arbeitslose registriert (333 Personen mehr als im Vormonat und 554 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 60 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
In der Grundsicherung (Jobcenter) sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vorjahresvergleich um 799 (entspricht –3 Prozent) auf insgesamt 30.625.
Hierbei wurden im Berichtsmonat insgesamt 38.348 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte betreut, das waren 1.211 Personen weniger (–3 Prozent) als vor einem Jahr.
Arbeitsstellen und Ausbildung
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 886 Stellen wurden im April neu gemeldet (469 weniger als im Vormonat und 200 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Baugewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen, Verarbeitendes Gewerbe, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz. Aktuell befanden sich damit 5.362 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Im Bereich der Agentur für Arbeit Leipzig waren bis April insgesamt 1.884 Interessierte als Bewerber und Bewerberinnen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet, darunter befanden sich 575 Jugendliche mit Migrationshintergrund.
Von den 1.884 Bewerbern und Bewerberinnen waren zahlenmäßig 83 Personen (4 Prozent) weniger als im April 2025 gemeldet. Aktuell suchen 1.208 Bewerber und Bewerberinnen aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium. Alle anderen Bewerber bzw. Bewerberinnen haben sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine Alternative für sich gefunden.
Die regionalen Unternehmen haben bisher 2.119 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet (33 Stellen bzw. 2 Prozent weniger als vor einem Jahr). Rein rechnerisch kommen damit auf 100 Stellen 90 Bewerber bzw. Bewerberinnen.
Aktuell sind 1.212 Ausbildungs- und duale Studienplätze frei.
Die Berufs- und Studienberatung ist von überall telefonisch und per Videotelefonie erreichbar und bietet individuelle Beratungen an: Hotline (0800) 4 5555 00.
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