Deutschland steckt in der wirtschaftlichen Flaute. Ein richtiges Konjunkturprogramm ist weit und breit nicht zu sehen. Das Sonderpaket von 500 Milliarden Euro versickert einfach in einem Staatshaushalt, der systemisch tief in den Roten Zahlen steckt. Und das hat auch Folgen für den Leipziger Arbeitsmarkt.
Auch im Juni stagniert er, auch wenn die offizielle Arbeitslosenzahl ein wenig sank. Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Leipzig im Juni 2026 gesunken. 31.322 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 35 Personen weniger (–0,1 Prozent) als im Mai, aber 1.725 Personen bzw. 6 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die Arbeitslosenquote betrug 8,8 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8,5 Prozent.
„Die Arbeitslosigkeit bleibt im Juni gegenüber dem Vormonat unverändert, da die Nachfrage nach Arbeitskräften gegenüber dem Vormonat keine höhere Dynamik aufweist. Das unterstreicht, dass die wirtschaftliche Entwicklung den Leipziger Arbeitsmarkt nach wie vor beeinflusst. Mit unseren Beratungs- und Unterstützungsangeboten begleiten wir sowohl bei der Integration in Beschäftigung als auch Beschäftigte und Unternehmen bei Qualifizierungsbedarfen“, kommentiert Steffen Leonhardi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig.
„Gleichzeitig möchte ich alle Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, ermutigen, sich jetzt bei der Agentur für Arbeit zu melden. Wir verfügen weiter über zahlreiche freie Ausbildungsstellen und unterstützen dabei, noch den passenden Einstieg ins Berufsleben zu finden.“
Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im Juni bei 38.263 Personen. Sie sank gegenüber dem Vormonat Mai (-118 Personen bzw. –0,3 Prozent) und erhöhte sich verglichen mit Juni 2025 (1.510 Personen bzw. 4,1 Prozent).
Zur Unterbeschäftigung zählen neben den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 6.078 Personen arbeitslos. Davon kamen 2.524 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 6.125 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 2.298 eine Erwerbstätigkeit auf.
Arbeitsmarktentwicklung nach Rechtskreisen
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 12.287 Personen (95 Personen weniger als im Vormonat, aber 966 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 19.035 Arbeitslose registriert (60 Personen mehr als im Vormonat und 759 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 61 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
In der Grundsicherung (Jobcenter) sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vorjahresvergleich um 645 (entspricht –2 Prozent) auf insgesamt 30.451. Hierbei wurden im Berichtsmonat insgesamt 38.353 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte betreut, das waren 836 Personen weniger (–2 Prozent) als vor einem Jahr. (Grundsicherungsdaten sind vorläufig und hochgerechnet)
Arbeitsstellen und Ausbildung
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 1.046 Stellen wurden im Juni neu gemeldet (174 weniger als im Vormonat, aber 251 mehr als vor einem Jahr).
Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Baugewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Verarbeitendes Gewerbe. Aktuell befanden sich damit 5.355 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Im Bereich der Agentur für Arbeit Leipzig waren bis Juni insgesamt 2.146 Interessierte als Bewerber und Bewerberinnen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet, darunter befanden sich 643 Jugendliche mit Migrationshintergrund.
Von den 2.146 Bewerbern und Bewerberinnen waren zahlenmäßig 21 Personen (1 Prozent) weniger als im Juni 2025 gemeldet. Aktuell suchen 1.064 Bewerber und Bewerberinnen aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium. Alle anderen Bewerber bzw. Bewerberinnen haben sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine Alternative für sich gefunden.
Die regionalen Unternehmen haben bisher 2.299 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet (17 Stellen bzw. 1 Prozent mehr als vor einem Jahr). Rein rechnerisch kommen damit auf 100 Stellen 94 Bewerber bzw. Bewerberinnen.
Aktuell sind 820 Ausbildungs- und duale Studienplätze frei, vor allem in den Berufen 111 Kaufmann/-frau im Einzelhandel, 78 Verkäufer/in, 63 Sozialvers.fachang. – Rentenversicherung, 43 Bankkaufmann/-frau und 24 Kaufmann/-frau – Büromanagement.
Die Berufs- und Studienberatung ist von überall telefonisch und per Videotelefonie erreichbar und bietet individuelle Beratungen an: Hotline 0800 4 5555 00.
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:








Keine Kommentare bisher