Von der als „Matrjoschka“ bekannten ausländischen Desinformationskampagne ist auch der Mitteldeutsche Rundfunk betroffen. Das haben auch eigene Recherchen des MDR bestätigt. Dabei waren in einem Datensatz auch Fake-Videos mit einem offiziellen MDR-Logo gefunden worden. MDR-Chefredakteurin Christin Bohmann erklärt dazu: „Die Fälschung journalistischer Marken und die Verbreitung von Desinformation sind Angriffe auf die Glaubwürdigkeit freier Medien.“

„Seit Juni tauchen in sozialen Netzwerken Videos und Artikel auf, die vor allem deutsche Landespolitiker verleumden. Behörden sprechen von der sogenannten ‚Matrjoschka-Kampagne‘“, hatte das ZDF schon am 5. August gemeldet.

Der Datensatz, der dem MDR vorliegt, umfasst seit dem 24. Juli insgesamt 338 Posts. In mehreren Fällen wurde dabei der MDR als Absender deklariert. Die betroffenen Posts rechnen Sicherheitsbehörden der sogenannten „Matrjoschka“-Kampagne zu. Die  nach Einschätzung von Experten mutmaßlich aus Russland gesteuerte Desinformationskampagne soll laut Sicherheitsbehörden unter anderem darauf abzielen, die öffentliche Meinungsbildung vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu manipulieren.

Das Prinzip dabei: Landes- und Kommunalpolitikern werden in gefälschten Internet-Videos u. a. frei erfundene schwere Straftaten vorgeworfen. Die Beiträge sind häufig KI-generiert und nutzen Logos und Titelseiten bekannter Medienmarken wie Tagesschau und Spiegel – und eben auch der Mitteldeutsche Rundfunk ist von der Kampagne betroffen.

Die Kampagne sei „rein destruktiv“, zitiert das ZDF nicht namentlich genannte Behördenvertreter. „Bei der Verbreitung greife Russland auf ein etabliertes Bot-Netzwerk zurück, das auch bei anderen Kampagnen zum Einsatz komme. Die meisten der Posts hätten 100.000 bis 120 000 Views – wobei unklar sei, wie viele dieser Views echt oder durch das Netzwerk selbst künstlich erzeugt seien.“

„Die Fälschung journalistischer Marken und die Verbreitung von Desinformation sind Angriffe auf die Glaubwürdigkeit freier Medien“, betont MDR-Chefredakteurin Christin Bohmann. „Der MDR steht für verlässliche, faktenbasierte und unabhängige Berichterstattung und wird dieser auch weiterhin mit aller Konsequenz treu bleiben.“

Hintergrund sind die anstehenden Landtagswahlen in Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo es auch um die Wahlergebnisse geht.

Die Recherche von MDR Aktuell findet man hier.

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