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Nicht klagen, arbeiten! – Grüne kritisieren Klage Siegfried Hallers gegen Doktortitelentzug

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    Die Leipziger Grünen üben Kritik an der Amtsführung von Jugendamtsleiter Siegfried Haller. Oder besser: an seinem versuchten Spagat zwischen Amtsleitertätigkeit und Kampf um den Doktortitel. Vor dem Hintergrund der aktuellen Problemfälle in seinem Verantwortungsbereich hält der Vorstandsprecher Jürgen Kasek die angekündigte Klage gegen den Doktortitelentzug für unangemessen.

    Wie ein Sprecher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mitteilte, hat Haller über seinen Anwalt Widerspruch gegen die Aberkennung seines Doktortitels eingelegt. Das berichtete die Mitteldeutsche Zeitung am Donnerstag, 28. Juni. Der Promotionsausschuss werde sich nun damit beschäftigen. Eine Entscheidung muss es nun innerhalb von drei Monaten geben, erklärte der Sprecher. Der Ausschuss werde aber voraussichtlich schon bis zum Ende der Vorlesungszeit Ende Juli zu einer Sitzung zusammenkommen.

    Dabei ist gerade ein Doktortitel das Allerwenigste, was der Leiter des Superamtes für Jugend, Familie und Bildung, das erst im Januar 2011 geschaffen worden war, jetzt braucht. Eigentlich ist jetzt ein Amtsleiter gefordert, der gleich mehrere Großbaustellen und Brandherde zu bewältigen hat.“Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse wird deutlich, dass die Stadt einen Amtsleiter benötigt, der voll konzentriert die Probleme bewältigen kann. Er muss sich entscheiden, wo seine Prioritäten liegen, im Rechtsstreit um seinen Doktortitel oder in der Bearbeitung der Baustellen in seinem Ressort“, erklärt Jürgen Kasek. „Sollte ersteres wichtiger sein, ist er für sein Amt nicht mehr tragbar.“

    Nach Ansicht von Kasek wird die Liste der Probleme, die in Hallers Ressort fallen, immer länger. Nicht nur der tragische Fall aus Gohlis, sondern auch die Schulbauplanung und die aktuelle KiTa-Platz-Situation verlangten höchste Aufmerksamkeit und einen Amtsleiter, der sich den Problemen und Herausforderungen stelle und Lösungsvorschläge unterbreite.

    „Herr Haller muss sich fragen lassen, ob er dem Leitungsposten des Amtes für Jugend, Familie und Bildung noch genügend Respekt erweist mit seinem Verhalten. Nicht nur sein respektloses Vorgehen gegen die Universität Halle und damit der Wissenschaft insgesamt durch das Einklagen seines Doktortitels, sondern vor allem die Nicht-Behebung der aufgetreten Probleme aus seinem Ressort lassen Zweifel an der Einstellung zu seinem Amt aufkommen. Herr Haller sollte sich nicht wichtiger nehmen als sein Amt“, sagt Kasek.

    Für eine Zeitung wie die L-IZ kann das eigentlich nur noch heißen, in der politischen Berichterstattung die akademischen Titel der Akteure künftig konsequent wegzulassen. Sie machen eitel und sind völlig überflüssig für die Amtsführung. Und sie binden Zeit und Energie. Und das ist im Super-Amt Jugend, Familie und Bildung mittlerweile brandgefährlich. Hier häufen sich die Zukunftsthemen und Baustellen.

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