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OBM-Kandidat Horst Wawrzynski antwortet auf Leserfragen: Die Leipziger Verwaltung

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    Die Verwaltung der Stadt Leipzig hat im Grunde ihre heutige Struktur Anfang der 1990er Jahre erhalten. Seitdem haben sich die Aufgaben und Anforderungen an die Verwaltung teilweise geändert. 2013 stehen Wahlen für vier Dezernate an.

    Halten Sie strukturelle Veränderungen der Stadtverwaltung für notwendig, um eine integrierte Stadt-, Verkehrs- und Umweltplanung durchzuführen sowie deren Umsetzung zu gewährleisten? Halten Sie die Zuschnitte der Dezernate aktuell für sinnvoll und zweckmäßig oder wollen Sie die Chance für eine Reform der Dezernate und Ämter nutzen? Wenn ja, wo sollte es Veränderungen geben?

    Wir brauchen zunächst eine neue Kultur in der Verwaltung. Aktuell wird sie nicht richtig geführt. Der amtierende Oberbürgermeister entscheidet nicht, sondern duckt sich weg, wenn es schwierig wird. Er setzt lieber auf Prestigeprojekte, statt die Hausaufgaben zu machen.

    Ich will zuerst eine neue Führungskultur etablieren. Das ist wichtiger, als an den Zuschnitten der Dezernate rumzuschrauben. Wir haben gute und hoch motivierte Mitarbeiter, die aber von der Spitze zu wenig Unterstützung bekommen. Ich werde als Oberbürgermeister klare Vorgaben machen. Ich stelle mich aber auch hinter meine Mitarbeiter, wenn mal was schief läuft. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Wichtig ist, dass man daraus lernt. Ich werde genauer hinsehen als der amtierende Oberbürgermeister, und auch dahin gehen, wo es weh tut. Das bedeutet auch, dass ich zwar einerseits den Dezernenten auf die Finger schauen werde, wenn es nicht läuft, ihnen andererseits aber die nötige Gestaltungsfreiheit einräumen werde.

    Im Bereich der Stadtentwicklung möchte ich zum Beispiel, dass sich die Kolleginnen und Kollegen dort stärker bewusst werden, dass ihre Arbeit und ihre Entscheidung auch ganz konkret die Sicherung bzw. Schaffung von Arbeitsplätzen für Leipzig befördert oder verhindert. Hier ist manchmal eher nötig, ein Problem zu lösen und zu fragen „Was geht bzw. wie geht es“ statt „Wie geht es nicht“.

    Im Bereich der Verkehrsplanung brauchen wir mehr Koordinierung, vor allem auch mit den Partnern wie LVB und Stadt- bzw. Wasserwerke, Stichwort Baustellenkoordinierung. Für Sportforum und Zoo muss endlich ein koordiniertes Verkehrskonzept her – und zwar unter Beteiligung der betroffenen Anwohner und der existierenden Bürgervereine bzw. des Stadt- und des Stadtbezirksbeirates.

    Dass der Kulturbürgermeister mehr oder weniger hochbezahlt nichts tun kann, weil ihm bestimmte Zuständigkeiten entzogen worden sind, werde ich ändern. Ich werde aber auch klare Vorgaben machen, was ich erwarte.

    Im Bereich der Ämter habe ich aber eine ganz konkrete Änderung vor. Ich werde beim Oberbürgermeister ein Unternehmeramt schaffen. Es fungiert als Lotse durch die Verwaltung und organisiert Genehmigungen aus einer Hand. Es kann nicht sein, dass Unternehmer manchmal vier bis fünf unterschiedliche Ämter einzeln durchlaufen müssen und dabei den Eindruck gewinnen, in der Verwaltung weiß die linke Hand nicht, was die rechte Hand tut. Damit muss Schluss sein, es geht schließlich jedes Mal um Arbeitsplätze. Außerdem müssen Klein- und mittelständische Unternehmen in der Verwaltung dieselbe Aufmerksamkeit erhalten, wie eine Großansiedlung eines nationalen oder internationalen Konzernes. Aber das ist wieder eine Frage der Kultur in der Verwaltung.

    Ich wünsche mir eine Willkommenskultur, erwarte sie von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und werde sie auch vorleben.

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