Linke und Grüne beantragen Änderung des Grundsatzbeschlusses

2014 hat es "Plopp!" gemacht, da ließ ein neues Gutachten zum Naturkundemuseum die schönen Träume aus dem alten Gutachten reihenweise platzen. Und am Ende stelle sich heraus: Der Umbau des Bowlingtreffs ist überhaupt nicht preiswerter zu haben als eine Sanierung des alten Gebäudes an der Lortzingstraße samt neuem Anbau. Drei Fraktionen im Stadtrat haben sich nun explizit für einen Umbau am alten Standort ausgesprochen, zwei wollen jetzt den Grundsatzbeschluss ändern.
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Per 5. Januar gaben die Fraktionen von Linken und Grünen ihren Änderungsantrag ins Verfahren. Er hat eindeutig zum Inhalt, nicht nur das Gebäude an der Lortzingstaße zu sanieren und damit den alten Standort zu sichern, auch die Attraktivität des Hauses soll gesteigert werden, indem ein neuer Anbau die Nutzfläche deutlich vergrößert.

„Die Ratsversammlung bekennt sich zu einem modernen Leipziger Naturkundemuseum mit überregionaler Ausstrahlung. Ziel ist eine Nutzfläche zwischen 3.500 und 4.000 qm  am Standort Lortzingstraße 3“, heißt es deshalb im Änderungsantrag der beiden Fraktionen. „Der Masterplan Naturkundemuseum Leipzig 2012, der Standortvergleich und die Studie zum Kostenrahmen der Standorte Bowlingtreff und Lortzingstraße 3 werden zur Kenntnis genommen. Die grundsätzlichen Aussagen des Masterplans zu den Aufgaben, Zielen und Potenzialen eines Naturkundemuseums Leipzig sind Grundlage für die Neuausrichtung.“

Und warten, bis alles fertig ist, um dann erst den Direktorenposten auszuschreiben, wolle sie auch nicht. Wenn jemand die Profilierung des neuen Hauses gestalten soll, dann muss das logischerweise schon in der Umbauphase der künftige Direktor/die künftige Direktorin sein.

Und so heißt Punkt 2 in ihrem Antragstext: „Die Stelle der Museumsdirektion wird in Anwendung § 6 (3) 2.) Hauptsatzung der Stadt Leipzig unverzüglich ausgeschrieben. Dazu ist eine Auswahlkommission unter Beteiligung aller im Stadtrat vertretenen Fraktionen einzuberufen. Dieser gehören außerdem mit beratender Stimme jeweils ein/e Vertreter/in der Beschäftigten des Naturkundemuseums Leipzig, des Vereins der Freunde und Förderer des Naturkundemuseums Leipzig e.V. sowie des Arbeitskreises Naturkundemuseum an. Wesentliche Aufgabe der zukünftigen Direktion ist unter anderem die Kooperation mit lokalen und überregionalen wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen. Perspektivisch sollen aus den Kooperationen Projekte zur Forschung, Sammlung, Dokumentation und Präsentation entstehen, für die verstärkt Drittmittel eingeworben werden.“

Das alles kann man nicht erst einrühren, wenn der Bau schon fertig ist. Wenn das Leipziger Naturkundemuseum eine Einrichtung mit überregionaler Ausstrahlung werden soll, dann müssen die Kooperationen stehen, bevor auch nur die erste Ausstellung organisiert wird.

Und das alles nun logischerweise am angestammten Standort und mit einer funktionalen Erweiterung, wie sie schon der alte Direktor des Naturkundemuseums, Dr. Rudolf Schlatter, vorgeschlagen hat. Nur so wird aus dem Kasten ein modernes Museum.

„Der jetzige Standort Lortzingstraße 3 wird um einen Neubau mit modernen Ausstellungsflächen und Zusatzfläche für Sonderausstellungsfläche, Museumseingangsfoyer, Café und Museumsshop erweitert. Der Altbau enthält zukünftig schwerpunktmäßig einen Veranstaltungsraum, Depots, Verwaltung und Werkstätten. Hierzu legt die Verwaltung bis zum 2. Quartal 2015 einen Planungsbeschluss vor, dem zeitnah ein Bau- und Finanzierungsbeschluss folgt. Der Museumsbetrieb bleibt während der Bau- und Sanierungsphase ohne Unterbrechung für Besucher geöffnet.“

Und das Projekt wird nicht irgendwann anno jubilo angepackt, sondern jetzt – mit dem Doppelhaushalt 2015/2016, den der neu gewählte Stadtrat jetzt zu beschließen hat. Da gehören die Gelder für die Vorplanungen schon hinein, damit ab 2017 losgebaut werden kann.

400.000 Euro sollten dafür schon eingestellt werden, beantragen Grüne und Linke: „Für die Erarbeitung der Aufgabenstellung und für die Vorplanung zur Sanierung des Naturkundemuseums werden im Doppelhaushalt 2015/2016 im Jahr 2015 100.000,00 Euro  und im Jahr 2016 300.000,00 Euro im PSP-Element 7.0000736.700 (Baumaßnahme Naturkundemuseum) bereitgestellt. 2017/2018 ff. sind die erforderlichen finanziellen Mittel für den Erweiterungsbau und zur baulichen Ertüchtigung und Sanierung der Lortzingstraße 3 (s. Anlage 1 in Anlage 7), einzustellen.“

Naturkundemuseum
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