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Grüne beantragen Bau einer neuen Schwimmhalle im Leipziger Süden

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    Nicht nur eine – wie jetzt im Leipziger Osten geplant – sondern zwei zusätzliche Schwimmhallen braucht Leipzig, um den wachsenden Bedarf zu decken. Aber wie so oft tut sich Leipzigs Verwaltung schwer, den Bedarf tatsächlich in die Planung zu nehmen. Was jetzt die Grünen wieder ärgert. Sie haben extra einen Änderungsantrag zum Sportprogramm geschrieben, der auch eine neue Schwimmhalle im Süden fordert.

    Denn bis auf die Schwimmhalle Süd gleich hinterm Bayerischen Bahnhof gibt es auch im Leipziger Süden kein Angebot – nicht für den Vereinssport, nicht für den Freizeitsport, nicht für die Schulen. Das Loch ist unübersehbar.

    Folgerichtig haben die Grünen einen Änderungsantrag zum Sportprogramm 2016-24 eingereicht, um eine städtische Unterstützung des kommunalen Unternehmens Sportbäder Leipzig GmbH beim Bau zweier benötigter Schwimmhallen zu erreichen. Während der Stadtrat bereits im vergangenen Jahr auf Initiative der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und SPD den Bau einer Schwimmhalle bis 2020 beschlossen hat, schlägt die Verwaltung im Entwurf des Sportprogramms nun vor, statt einer 50-Meter-Halle, zwei 25-Meter-Hallen zu errichten. Die zweite dieser benötigten Hallen wird im Programmentwurf zwar erwähnt, zeitlich jedoch nicht eingeordnet.

    Der Bauantrag für die neue Schwimmhalle in der Eisenbahnstraße im Leipziger Osten ist jetzt im Verfahren.

    Die heutige Verteilung der Schwimmhallen im Stadtgebiet. Karte: Stadt Leipzig
    Die heutige Verteilung der Schwimmhallen im Stadtgebiet. Karte: Stadt Leipzig

    Aber was passiert im Leipziger Süden?

    „Das Defizit an Schwimmflächen ist durch das anhaltend starke Bevölkerungswachstum sichtbar geworden und bedarf daher einer Bearbeitung. Die Verwaltungsspitze erkennt mittlerweile an, dass die Stadt ihre städtische Tochter bei dem dringend benötigten Schwimmflächenausbau nicht nur mit einem geeigneten Grundstück, sondern auch mit einer Ausweitung des Bäderleistungsfinanzierungsvertrages unterstützen muss, um diese später auch betreiben zu können. Auch die von der Stadtverwaltung selbst ins Spiel gebrachte zweite Schwimmhalle muss bis spätestens zum Ende der Laufzeit des neuen Sportprogramms, also 2024, eröffnet sein, um den Bedarf an Schwimmflächen auch zukünftig decken zu können“, mahnt Michael Schmidt, sportpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. „An dieser Stelle lässt das Sportprogramm die notwendige Ehrlichkeit und Konsequenz vermissen. Entsprechend des größten Bedarfes bzw. des bestehenden Defizits an Schwimmflächen, muss diese Schwimmhalle dann im Leipziger Süden errichtet werden.“

    Hat das Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport dann überhaupt den Bau einer Schwimmhalle im Leipziger Süden geprüft? Augenscheinlich nicht – obwohl städtische Flächen vorhanden sind. Stattdessen hat man einen Bauplatz auf der alten Friedhofsgärtnerei am Südfriedhof geprüft und sogar den Bowlingtreff am Leuschnerplatz ins Auge gefasst. Beides nicht wirklich praktikabel und auch nicht im Süden verankert.

    „Bei der Suche nach geeigneten Standorten müssen dem Stadtrat seriöse und nachvollziehbare Variantenuntersuchungen in Bezug auf mögliche Standorte und eine effiziente Platznutzung vorgelegt werden“, meint Tim Elschner, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Fraktion. „Wir erwarten, dass weiterhin über strategische Flächenankäufe nachgedacht wird und es hierbei nicht beim kategorischen ‚Nein‘ der Stadtverwaltung bleibt! Es rächt sich heute bitter der Umstand, dass die Stadtverwaltung es in den zurückliegenden Jahren versäumt hat, durch eine vorausschauende aktive Bodenpolitik und entsprechende Flächenbevorratungen auch und insbesondere hinsichtlich sozialer Infrastruktur nachhaltig Vorsorge zu schaffen! Dies zeigt aktuell die Diskussion um den geplanten Schwimmhallenneubau im Leipziger Osten, wo eine vor Jahren mit Fördermitteln errichtete Grünfläche, nämlich der Otto-Runki-Platz, nun mit einem Handstreich weichen soll.“

    Aber die Widerstände der Verwaltung gegen eine strategische Liegenschaftspolitik sind unübersehbar und haben schon die Schulbaupolitik in eine Verzögerung von fünf Jahren gebracht, weil die noch 2010 großspurig angekündigten Schulbauprojekte wegen nicht verfügbarer Flächen nicht umgesetzt werden können. Nicht einmal die Chance, ihr Flächenvorratsproblem durch Ankäufe großer Bahngelände von der DB wenigstens zu lindern, hat die Stadt genutzt, wichtige Fristen verstreichen lassen und sich auf Verhandlungen mit den neuen Eigentümern verlassen, die ganz und gar nicht so leichtfallen, wie erhofft.

    Dass der zuständige OBM diese Malaise überhaupt über Jahre geduldet hat, ist schon erstaunlich. Aber da hilft wohl auch kein Wecker mehr, den man ins Rathaus schickt. Stattdessen werden die nötigen strategischen Pläne zum Bau städtischer Infrastrukturen möglichst wattig formuliert, als würden sich die Probleme von selbst lösen, wenn man sie nicht mit konkretem Bedarf beziffert und benennt. Das ähnelt dann eher einem Wunschzettel für den Weihnachtsmann. Genau das fürchten die Grünen jetzt auch beim Sportprogramm 2024.

    Man könnte auch über kompaktere Bauweisen nachdenken, findet Elschner. Das könnte vielleicht auch auf knappem Platz mehrere Lösungen im Paket ergeben. „In Bezug auf eine effiziente Platznutzung auch im Sinne einer vertikalen Nutzungsmischung gilt es zwingend, über alternative und kooperative Baukonzepte nachzudenken und diese ernsthaft zu prüfen. Wir sollten kombinierten Lösungen von Sport-Infrastruktur und anderer insbesondere sozialer Infrastruktur den Weg ebnen. Ebenso muss eine verstärkte Kooperation der städtischen Unternehmen SBL, LWB, LESG und Co., auch unter Berücksichtigung der von unserer Fraktion initiierten Gründachstrategie der Stadt Leipzig, mit gedacht und befördert werden. Jedenfalls ist im Interesse eines flächensparenden Bauens eine Kombination verschiedener Nutzungen anzustreben!“

    Die Pressemiteilung der Grünen mit dem Änderungsantrag.

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