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Montag, 18. Januar 2021

Der Stadtrat tagt: Kriminalitätshochburg Leipzig als Problemfall

Von Lucas Böhme

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    88.615 Straftaten wurden anno 2016 im Leipziger Stadtgebiet aktenkundig – und damit ein Anstieg um 20,4 % gegenüber dem Vorjahr. Nach Berlin belege Leipzig inzwischen Platz 2 in der bundesweiten Kriminalstatistik, moniert die AfD-Fraktion im Leipziger Stadtrat, die nachfragte, wie der Oberbürgermeister mit dieser „bedrohlichen Situation“ umzugehen gedenke.

    Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) wies in seiner Antwort auf die AfD-Anfrage zunächst auf die Grundsatzprobleme im Umgang mit der polizeilichen Kriminalstatistik hin. So kann sie nur die Straftaten erfassen, die den Ermittlungsbehörden überhaupt bekannt werden. Veränderungen der Intensität von Polizeimaßnahmen und im Anzeigeverhalten Betroffener können für reichlich Verzerrungseffekte sorgen. Außerdem werden bei der Aufklärungsquote nur Tatverdächtige erfasst, keine rechtskräftigen Verurteilungen. „Das BKA weist darauf hin, dass die polizeiliche Kriminalstatistik kein spiegeltreues Abbild der Wirklichkeit ist“, betonte Rosenthal. Für ein realistischeres Bild wären Dunkelfelduntersuchungen erforderlich, die es in Leipzig aber bisher nicht gibt.

    Geht man nach den vorliegenden Daten, zeige sich seit den 90er Jahren ein starker Rückgang des kriminellen Geschehens in Leipzig, das seit 2008 und 2009 wieder im Anstieg begriffen sei, ohne an sein Ausgangsniveau heranzureichen. Etwa elf Prozent der in Leipzig angezeigten Taten entfallen auf den Dauerbrenner Fahrraddiebstahl, der sich sicher nicht allein als Beschaffungsphänomen erklären lasse. Viele der Fahrräder gingen ins Ausland. Bei Gewalttaten rangiere Leipzig dagegen im Durchschnitt deutscher Großstädte.

    Für die Zukunft mahnte Rosenthal zu mehr Vorsorgearbeit und kündigte noch für 2017 zwei präventive Sicherheitskonferenzen zu den Themen Fahrradklau sowie Jugend an. Zudem tauchte auch die alte Forderung nach mehr Polizisten auf: „Als wachsende Stadt benötigt Leipzig mehr Polizei und nicht weniger.“

    Die Stellungnahme blieb ohne weitere Nachfragen seitens der Fraktionen.

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