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Leipzig will Leipziger Schulen bei der Information über Gedenkstättenfahrten besser informieren

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    Es ist ja ein Thema, das wieder wichtiger geworden ist, seit in der Politik wieder nationalistische und menschenfeindliche Töne üblich werden. Alte, blasierte Männer wollen die Verbrechen des Nationalsozialismus gern zu einem „Vogelschiss“ kleinreden. Umso wichtiger ist es, so stellte das Jugendparlament fest, dass Leipziger Schüler sich mit der Mahnung dieser Vergangenheit beschäftigen. Der Antrag des Jugendparlaments dazu fand im Stadtrat Zustimmung.

    Der Stadtrat stimmte in seiner Sitzung am Mittwoch, 20. Juni, für den Antrag des Jugendparlaments „Bewusstsein schaffen, lieber zu früh als zu spät“. Darin wurde Hilfe für Leipziger Schulen bei der Organisation von Bildungsfahrten zu Gedenkstätten gefordert.

    „Ich bin sehr erfreut, dass der Antrag des Jugendparlaments zur Unterstützung von schulischen Gedenkstättenfahrten eine Mehrheit im Stadtrat gefunden hat. In unserer gegenwärtigen Zeit, in der Teile der Gesellschaft anfangen gegen Personengruppen Vorurteile zu schüren, halten wir es für wichtig daran zu erinnern, was passieren kann wenn Vorurteile und unreflektiertes Annehmen vorgesprochener Meinungen zum Leitbild unseres Handelns werden“, erklärt Lorenz Riemer, Mitglied des Jugendparlaments und Initiator des Antrags, dazu. „Gerade im jugendlichen Alter hat man selten einen eigens geprägten, inneren Wertekompass. Umso schwerer ist es, in dieser frühen Zeit eigene Werturteile aufzustellen.“

    Und William Rambow, Sprecher des Jugendparlaments, ergänzt: „Noch wichtiger ist es also Gegebenheiten zu schaffen, in denen Jugendliche sich selbst ein Bild machen können, um von diesem aus eigene Urteile zu fällen. Eine sinnvolle Möglichkeit wird in unseren Augen durch den Besuch von Gedenkstätten geboten.“

    Die 70 Stadträtinnen und Stadträte stimmten mit großer Mehrheit für den Antrag des Jugendparlaments. Das Jugendparlament hatte zunächst einen eigenen städtischen Fördertopf für Schulen gefordert. Die Verwaltung hatte stattdessen eine bessere Beratung und Information der Schulen vorgeschlagen, ein Vorschlag, den das Jugendparlament mit großer Mehrheit übernahm.

    Denn die Stadt hatte natürlich auch damit argumentiert, dass die über 400.000 Euro, die eine Finanzierung durch die Stadt bedeutet hätte, so nicht darstellbar wären. Aber es gibt auch Förderprogramme für solche Fahrten, die die Schulen nutzen können. Dazu soll es künftig ein besseres Informationsangebot der Stadt geben.

    „Wir wollen, dass jeder Schüler und jede Schülerin in Leipzig die Möglichkeit hat, an einer Gedenkstättenfahrt von der Schule aus teilzunehmen“, fügt Annegret Janssen, Vorsitzende des Jugendbeirats, noch hinzu. „Dafür ist es wichtig, dass Schulen zunächst einmal über bestehende Förderprogramme informiert werden. Unsere Recherche in Vorbereitung des Antrags hat gezeigt, dass es da Nachbesserungsbedarf gibt.“

    Zentraler Punkt im Verwaltungsstandpunkt war: „Die Stadt Leipzig richtet auf www.leipzig.de eine Unterseite ein, auf der Informationen und Kontaktdaten zu bereits bestehenden öffentlichen und privaten Fördermöglichkeiten von Gedenkstättenfahrten bereitgestellt werden.“

    Was fehlt, ist eine übersichtliche und umfassende Information. Was die Verwaltung auch entsprechend beschrieb: „Für Schulen gibt es schon jetzt eine Fülle von Unterstützungs- und Finanzierungsmöglichkeiten. Diese reichen von den Gedenkstätten-Stiftungen der Länder, über die Bundes- und Landeszentralen für politische Bildung, das Förderprogramm für die internationale Bildungskooperation, die bi- und trilateralen Einrichtungen des Jugendaustausches (z. B. Deutsch-Polnisches Jugendwerk, Deutsch-Französisches Jugendwerk) bis hin zu europäischen Förderprogrammen (Europa für Bürgerinnen und Bürger).

    Schulen können überdies in der Regel niedrigschwellige Förderanträge bei Stiftungen stellen, die eine wichtige Funktion bei der Stärkung eines kritischen Geschichtsbewusstseins spielen (z. B. Friedrich Christian Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz). Bei allen diesen Geldgebern findet eine Anteilsfinanzierung statt, die stets einen Eigenanteil erfordert.“

    Und die logische Folgerung: „Angesichts dieser vielfältigen, über Jahrzehnte gewachsenen Förderlandschaft, in der vermittelnde und unterstützende Akteure wie die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. eine wichtige Rolle spielen, ist die Schaffung spezieller kommunaler Förderfonds nicht die vordringliche Priorität. Wichtiger sind eine Bündelung von Informationen und die Beratung von Schulen zu den bestehenden Unterstützungs- und Kontaktmöglichkeiten.“

    Jetzt sind Leipzigs Jungparlamentarier gespannt, was die Stadt draus macht, und wollen die Umsetzung des Beschlusses aufmerksam verfolgen.

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