Neue Luftbilder für Leipzig jetzt im Online-Stadtplan veröffentlicht

Leipziger können jetzt auch in Luftbildern von 1990 und 2019 nach Stadtinformationen suchen

Für alle Leser2017 stellte die Grünen-Fraktion mal eine ganz Große Anfrage im Leipziger Stadtrat zum Themenstadtplan der Stadt. Der war 2015 neu aufgesetzt worden, um künftig auch immer mehr städtische Themenbereiche aufnehmen zu können. Und die Grünen wollten wissen, ob das die Leute auch interessiert. Das tat es tatsächlich, teilte das Dezernat Stadtentwicklung und Bau mit. Und jetzt gibt es auch zwei neue Karten, meldet das Amt für Geoinformation und Bodenordnung.

Ein Zoom auf den Rathausturm oder den Springbrunnen vor der Oper, der gleiche Straßenzug heute und vor 30 Jahren: Der Online-Stadtplan Leipzig erlaubt spannende Einblicke ins Stadtgebiet. Jetzt sind aktuelle Luftbilder von Leipzig neu unter www.leipzig.de/stadtplan einsehbar, teilt das Amt für Geoinformation und Bodenordnung mit. Diese Ansicht kann über den Menüpunkt „Grundkarten Galerie“ aufgerufen werden. Zum Vergleich sind dort auch Luftbilder aus dem Jahr 1990 hinterlegt, sodass jeder Nutzer die Stadtentwicklung gut nachvollziehen kann. Die Nutzung des Service ist selbstverständlich kostenfrei, betont das Amt.

Die aktuellen Bilder entstanden im April 2019 während einer Befliegung. Diese erfolgt seit 2011 regelmäßig aller zwei Jahre während der laubfreien Jahreszeit im Auftrag des Amtes für Geoinformation und Bodenordnung.

„Die daraus gewonnenen Daten dienen den Ämtern der Verwaltung, auch die Stadtgrundkarte sowie das 3D-Stadtmodell werden damit aktualisiert“, erläutert die zuständige Abteilungsleiterin Jana Dietrich. So wurden im Jahr 2017 etwa während der Befliegung noch die versiegelten Flächen im Stadtgebiet analysiert, das Verkehrs- und Tiefbauamt kann in den Aufnahmen beispielsweise die Fahrbahnmarkierungen einsehen und das Amt für Stadtgrün und Gewässer den Baumbestand prüfen.

Die Bilder haben eine Bodenauflösung von bis zu 20 Zentimetern und entsprächen somit den datenschutzrechtlichen Bestimmungen.

Was die Bürger kaum merken: Den Themenstadtplan nutzen auch die verschiedenen Ämter der Stadt für sich.

Wobei 2017 zumindest auffiel, dass Leipzigs Themenstadtplan zwar häufiger genutzt wurde, aber nicht so emsig wie der Dresdner Themenstadtplan, der monatlich auf 70.000 Nutzer kam. „Über den gesamten Zeitraum betrachtet nutzen jeden Monat durchschnittlich 18.000 Bürgerinnen und Bürger den Themenstadtplan der Stadt Leipzig“, so das Baudezernat.

„Betrachtet man die Entwicklung seit der Freischaltung haben sich die Nutzerzahlen bis Mitte 2016 stetig nach oben entwickelt. Seitdem gab es eine Abschwächung in der Nutzungshäufigkeit. Trotzdem nutzen heute 21,9 % mehr Bürgerinnen und Bürger dieses Angebot als noch zu Beginn.“

Die Nutzung hängt ganz offensichtlich von den aktuell aufzufindenden Informationen ab. Besonders eifrig abgefragt werden augenscheinlich die Bodenrichtwertkarte (www.bodenrichtwert.leipzig.de) und aktuelle Verkehrsinformationen (www.verkehrsinformationssystem.leipzig.de).

„Seit der Freischaltung des Verkehrsinformationssystems Ende November 2014 informieren sich jeden Monat durchschnittlich 1.900 Bürgerinnen und Bürger über aktuelle Baustellen, Parkmöglichkeiten in der Innenstadt sowie die Angebote von Leipzig mobil. Betrachtet man die Entwicklung seit der Freischaltung der Website www.verkehrsinformationssystem.leipzig.de, hat das aus den Nutzerzahlen erkennbare Interesse an Informationen zum fließenden und ruhenden Verkehr um rd. 17 % zugenommen.“

Dabei wird im Stadtrat auch immer wieder diskutiert, welche Themen unbedingt noch im Themenstadtplan auftauchen sollen. Zuletzt war das die Frage nach der Verortung städtischer Liegenschaften. Und die Freibeuter machten die Standorte von städtischen Überwachungskameras zum Thema.

Das Baudezernat 2017 dazu: „Der Themenstadtplan soll als eine Komponente der GDI und Öffentlichkeitsarbeit die Geodaten der Stadtverwaltung nach ,außen‘ präsentieren. Er soll und kann dabei kein Alternativprodukt zu GoogleMaps oder OpenStreetMap sein. Ein solches Ansinnen wäre zum Scheitern verurteilt. Dazu gehört auch die Überlegung, welche Inhalte wichtig und interessant genug sind, um sie mit vertretbarem Aufwand im Themenstadtplan anzubieten.“

Zuletzt hatte das Jugendparlament den Antrag gestellt, den Themenstadtplan auch mit historischen Karten zu hinterlegen. Das Ansinnen hat die Verwaltung positiv aufgenommen und die Einbindung solcher Karten noch vor Jahresende angekündigt.

Schon zu Weihnachten könnten auch historische Stadtpläne auf leipzig.de digital zu finden sein

 

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