Diesen Wunsch hatte nicht nur das Jugendparlament

Schon zu Weihnachten könnten auch historische Stadtpläne auf leipzig.de digital zu finden sein

Für alle LeserEr hat zwar so seine Tücken in der Benutzung. Aber er ist öffentlich zugänglich: der digitale Stadtplan auf leipzig.de. Und wenn das Amt für Geoinformation und Bodenordnung es hinbekommt, könnte man künftig auch in historische Stadtgeschichten eintauchen. Für möglich hält das zumindest das Dezernat Planung und Bau, das damit auf einen Antrag des Jugendparlaments reagiert.

Die jungen Leute sind – anders als so mancher ältere Leipziger – zutiefst interessiert an der Leipziger Geschichte. Nur findet man manche Übersichten und Pläne zur Leipziger Stadtgeschichte meist nur im Museum, in dicken Lexika oder gar in den Tiefen des Stadtarchivs. Obwohl man doch zumindest ältere Karten, die sowieso der Stadt gehören, eigentlich digital allen zugänglich machen könnte. Oder nicht?

„Die Stadtverwaltung hat in vielen Standpunkten (u. a. VI-A-06032-VSP-01) dargelegt, dass historische Bildung für die Identifikation mit dem eigenen Quartier und der Heimatstadt Leipzig förderlich ist“, hatte das Jugendparlament festgestellt. „Gerade durch die besondere Dynamik, welche die historische Entwicklung Leipzigs prägt, sind historische Stadtpläne also von besonderem öffentlichen Interesse. Ihre gesicherte öffentliche Bereitstellung unterstützt somit die historische, als auch die kulturelle Bildung, in dem sie frei und allen zur Verfügung stehen. Eine Berechtigung für das Stadtarchiv ist aus finanziellen Gründen sicher nicht jedem möglich.“

Und so formulierten die Mitglieder des Jugendparlaments ihren Antrag: „Die Stadtverwaltung prüft die Freigabe von im Besitz der Stadt Leipzig befindlichen historischen Stadtplänen auf der Seite des leipzig.de/stadtplan. Von der Verwendung von Wasserzeichen oder anderen Unkenntlichmachungen des eigentlichen Bildmaterials soll abgesehen werden. Es werden vornehmlich andere Wege zur Sicherung des Materials verwendet.“

Mit dem hat sich das Planungsdezernat jetzt beschäftigt und findet, dass das eigentlich leicht umgesetzt werden könnte.

Denn die Jugendparlamentarier sind nicht die einzigen, die danach gefragt haben. Auch ein paar geschichtsinteressierte Stadtbewohner haben schon nachgefragt und die zuständigen Kartenprogrammierer dazu gebracht, schon einmal zu überlegen, wie man den Wunsch erfüllen könnte:

„Der Stadtrat nimmt zur Kenntnis, dass das Amt für Geoinformation und Bodenordnung bereits über testweise umgesetzte Projekte (historische Stadtpläne 1788–1943) verfügt, die nach Klärung der Rechte mit dem Stadtarchiv bis 31.12.2019 im Stadtplan der Stadt Leipzig eingepflegt und veröffentlicht werden sollen. Das Amt für Geoinformation und Bodenordnung betreibt den o. g. Stadtplan im Internet (www.leipzig.de/stadtplan). Aufgrund sporadischer Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern sowie aus der Verwaltung bezüglich der Bereitstellung historischer Stadtpläne hat die zuständige Abteilung die Veröffentlichung entsprechender Stadtpläne bereits in Planung.“

Das wird dann wahrscheinlich eine Weihnachtsüberraschung für alle Kartenfreunde.

Die Vorarbeiten sind schon geleistet, teilt das Planungsdezernat mit: „Im Rahmen der geplanten Veröffentlichung hat das AGB mehrere historische Stadtpläne aus den Jahren 1788 bis 1943 digitalisiert, georeferenziert und in einem internen Projekt testweise umgesetzt. Eine Veröffentlichung dieser Stadtpläne im Internet kann nach der Freigabe durch das fachlich und inhaltlich für historisches Kartenmaterial im Stadtgebiet zuständige Stadtarchiv im 4. Quartal 2019 erfolgen. Weitere Jahrgänge historischer Stadtpläne können abhängig vom Aufwand (Anzahl der Stadtpläne, Aufwand der Digitalisierung, Aufwand der Recherche etc.) in der Zukunft auch noch im Internet verfügbar gemacht werden.

Historische Stadtpläne, insbesondere einzelne Katasterausschnitte, sind teilweise auch bereits auf der Opendataplattform veröffentlicht, teilt das Planungsdezernat noch mit. Aber das sind wohl eher nicht die Karten, die gesucht werden. Manchmal will man ja einfach nur wissen, wo früher Straßenbahnen und Züge fuhren, wo Fabriken standen und wie Straßen und Plätze hießen oder aussahen, bevor alles umgekrempelt wurde.

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