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Auch zur Oberbürgermeisterwahl meldet das Amt für Statistik und Wahlen eine hohe Beteiligung bei der Briefwahl

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    Es klang so, als wären Leipzigs Statistiker überrascht gewesen, als sie am Freitag, 17. Januar, meldeten: Seit dem 6. Januar hat die Briefwahlstelle im Neuen Rathaus geöffnet und bietet die Möglichkeit, Briefwahl direkt vor Ort durchzuführen. Knapp zwei Wochen vor der Oberbürgermeisterwahl lässt sich bereits ein hohes Briefwahlaufkommen feststellen. Der Trend, dass immer mehr Wählerinnen und Wähler per Briefwahl wählen, setzt sich somit auch bei der diesjährigen Oberbürgermeisterwahl fort. Und das hat nicht unbedingt mit der Spannung zur OBM-Wahl zu tun.

    Sondern eher mit der Entscheidung von immer mehr Leipziger Wählerinnen und Wählern, nicht mehr das traditionelle Wahlritual zu vollziehen und am Wahlsonntag zum Wahlbüro zu spazieren – im Sonntagsstaat natürlich. Man macht das Ganze lieber vorher ab, weil man sowieso schon weiß, wen man wählen möchte. Daran ändern dann auch Wahlforen, Umfragen und Presseberichte nichts mehr. Man erledigt die Sache per Post oder geht in der Arbeitspause ins Briefwahllokal.

    Denn wer am Wahltag verhindert ist, ein Wahllokal aufzusuchen, kann vorab die Wahlunterlagen beantragen.

    Ein erster Vergleich mit der Briefwahlbeteiligung der letzten Oberbürgermeisterwahl 2013 (erster Wahlgang), den Leipzigs Statistiker vorgenommen haben, belegt diese Tendenz. Wie die obenstehende Grafik ausweist, wurden bisher bereits für 43.437 der rund 470.800 Wahlberechtigten Briefwahlunterlagen ausgestellt; 12.378 Wahlbriefe sind bisher eingegangen. Damit haben bisher 9,2 Prozent der Wahlberechtigten Briefwahlunterlagen beantragt, 2013 waren es am 16. Tag vor der Wahl nur etwa 2 Prozent.

    Aber tatsächlich ist die letzte OBM-Wahl gar nicht der Maßstab, denn der Zuspruch zur Briefwahl hat sich in den vergangenen Jahren erst so richtig verstärkt – bei Bundestags-, Landtags- und Stadtratswahlen wurde das sichtbar. So meldete das Leipziger Amt für Statistik und Wahlen auch zwei Wochen vor der Landtagswahl am 1. September 2019: „Bereits über 50.000 Bürger haben für die Landtagswahl am 1. September einen Antrag auf Briefwahl gestellt. Damit hat das Amt für Statistik und Wahlen bereits jetzt mehr Wahlscheine ausgestellt als zur Landtagswahl vor fünf Jahren – obwohl die Briefwahl noch über zwei Wochen möglich ist. 2014 hatten rund 45.000 Leipziger auf diesem Weg abgestimmt.

    Wir hätten auch gern die Wahlen zum Stadtrat und zum Landtag in dieser Beziehung noch einmal ausgewertet. Aber auch die Wahlauswertungen hat das Amt für Statistik und Wahlen 2019 nicht vorgelegt.

    Die tagesaktuellen Informationen zum Briefwahlverlauf stehen unter „Briefwahl-Statistik“ bei den Online-Informationen zur Oberbürgermeisterwahl 2020 unter www.leipzig.de/wahlen. Alle Wahlberechtigten, die Briefwahl beantragt, aber ihre Unterlagen nach vier Arbeitstagen noch nicht erhalten haben, können unter der Leipziger Telefonnummer 123-2865 nachfragen. Unter dieser Nummer sollten sich auch alle Wahlberechtigten erkundigen, die bisher noch keinen Wahlbenachrichtigungsbrief erhalten haben.

    Bei Wirtschaft und Verkehr zeigt sich die Lokal-Kompetenz der Leipziger OBM-Kandidat/-innen +Video

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