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Nach den Schneemassen: Grüne beantragen ein besseres Management für außergewöhnliche Wettersituationen

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    In der Nacht vom 6. zum 7. Februar erlebte ja nicht nur Leipzig, wie schnell eine kleine Instabilität in der atmosphärischen Wetterlage dafür sorgt, dass eine Stadt fast komplett zum Stillstand kommt und dann fast vier Tage braucht, um wieder einigermaßen flüssige Verkehrsbedingungen herzustellen. Die Grünen machen jetzt einen Vorschlag, wie man das beim nächsten Mal vielleicht besser managen könnte.

    Denn der Klimawandel bedeutet nun einmal nicht nur eine fortschreitende Erwärmung der Atmosphäre und der Meere, sondern sorgt auch für Extremereignisse, zu denen auch massive Kälteeinbrüche aus der Arktis gehören können. Und die können das Funktionieren der Stadt schon kräftig beeinträchtigen, ohne dass es gleich zu derart drastischen Folgen wie derzeit in Texas kommen muss, wo ja selbst Strom- und Wärmeversorgung lahmgelegt wurden. Das funktionierte in Leipzig ja reibungslos weiter.Aber wer am Sonntag oder Montag irgendwie vorankommen wollte, der merkte, dass die verfügbare Räumtechnik in Leipzig schwer zu kämpfen hatte mit den Schneemassen. Und während die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) dann irgendwann regelmäßig per Twitter darüber informierten, was gerade alles nicht ging oder nun endlich so langsam wieder in die Gänge kam, hüllten sich andere städtische Unternehmen in Schweigen, gab es auch keine zentrale Plattform, die über den Stand der Dinge informierte.

    Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen hat nun einen Vorschlag unterbreitet, wie zukünftig besser mit Extremwettereignissen umgegangen werden soll. Auf der einen Seite soll die Kommunikation gerade beim Winterdienst und der Stadtreinigung verbessert werden, damit die Einwohner jederzeit verfolgen können, welche Straßen in welcher Reihenfolge geräumt werden um besser planen zu können. Auf der anderen Seite soll das Freiwilligenmanagement verbessert werden, um die Hilfsbereitschaft besser zu koordinieren.

    „Die Wahrscheinlichkeit von Extremwettereignissen wie Starkregenereignissen, die zu Hochwasser führen, hat zugenommen“, sagt Jürgen Kasek, umweltpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion.

    „Auch die Wahrscheinlichkeit, dass aufgrund der Instabilität des polaren Wirbels immer wieder polare Luftmassen bis nach Mitteleuropa vordringen, ist vorhanden, wie der Wintereinbruch gezeigt hat. Es ist dabei kaum möglich und auch nicht sinnvoll, dass die Stadt Winterdienstkapazitäten vorhält, die nur in seltenen Fällen genutzt werden. Vielmehr kommt es in Extremsituationen auf alle Bürger/-innen der Stadt an, auf ein solidarisches Miteinander, auf gegenseitige Hilfe, für die die Stadt bessere Rahmenbedingungen setzen kann.“

    Wobei diese Kapazitäten oft auch wenig nutzen würden, weil etliche Straßen so zugeparkt sind, dass an eine Schneeberäumung mit Schneepflug gar nicht zu denken ist. Und viele Kreuzungen, die mühsam beräumt worden waren, um auch den Betrieb wichtiger Straßenbahnlinien wieder zu ermöglichen, waren im Handumdrehen wieder zugefahren. Logisch, dass sich da eine ganze Stadt schon Gedanken machte darüber, wie in solchen Situationen Abhilfe geschaffen werden kann.

    „Wir schlagen daher vor, dass der Winterdienst die Prioritätenliste der Straßenreinigung ins Internet stellt, sodass die Bürger/-innen mitverfolgen können, wann und wo geräumt wird und damit selber besser planen können“, meint Martin Meissner, als Stadtrat bei den Grünen zuständig für die Stadtreinigung. „Bessere Kommunikation kann helfen, Ärger zu vermeiden. Außerdem soll ein Freiwilligenmanagementkonzept erstellt werden, das gerade in Extremsituationen Hilfe koordiniert und die Hilfe zur Selbsthilfe verbessert.“

    Die letzten extremen Wintereinbrüche in Leipzig gab es 1987 und 1996. Das ist also noch nicht so lange her, dass man verlernt haben dürfte, damit umzugehen.

    Und was den Einsatz von Freiwilligen betrifft, der sich natürlich über eine digitale Plattform gut organisieren ließe, schreiben die Grünen in ihrem Antrag: „Zudem hat sich gezeigt, dass Hilfsbereitschaft vorhanden ist. Nicht nur die Aktion der Gastwirte unter dem Motto ,Schippendales‘ oder der DHfK-Handballer haben deutlich gemacht, dass Freiwilligendienste in einer Ausnahmesituation helfen. Auch viele Bürger/-innen haben geholfen, Straßen und Fußwege zu räumen. Die Hilfsbereitschaft könnte noch größer sein, wenn es für Menschen, die weniger stark in Initiativen oder Vereinen engagiert sind, die Möglichkeit gäbe, sich zu beteiligen. Dies soll durch ein Freiwilligenmanagement geleistet werden, wo Hilfsangebote und Möglichkeiten eingestellt werden – unter dem Motto ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘. Ein Freiwilligenmanagement, das Hilfe in Ausnahmesituationen organisiert und steuert, kann auch den Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft fördern.“

    Was natürlich irgendwie von der Stadt untersetzt werden muss, weshalb der entsprechende Antragspunkt lautet: „Die Stadtverwaltung wird weiterhin beauftragt, ein Konzept für das Freiwilligenmanagement aufzustellen und das Konzept dem Stadtrat bis zum 3. Quartal 2021 vorzulegen. Mit dem Freiwilligenmanagement sollen in außergewöhnlichen Situationen Einsätze von Freiwilligen besser koordiniert werden können.“

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    16 KOMMENTARE

    1. Es stimmt schon, dass es einige unschöne Situationen gibt mit unaufmerksamen oder schlicht faulen Autofahrern. Dass es in Stötteritz oder Schleußig aussieht, wie es eben aussieht, das verstehe ich. Aber es gibt auch Gegenden, da gibt es Parkplätze und dennoch wird sich direkt an die Kreuzung gestellt, oder in die Feuerwehrzufahrt. Die Stadt könnte da mehr unterstützen und auch das Land, indem Polizisten bei ihren Streifenfahrten mehr zur Knöllchenvergabe angehalten / animiert werden.

      Ansonsten gibt es aber auch genug Druck vonseiten gewisser Politiker, damit Stellflächen für Autos wegfallen. Ich lese ab und zu, dass man als Autofahrer dann aben Parkhäuser oder ähnliches verwenden solle, statt den Straßenrand zuzuparken. Klingt erst mal ok, würde sicher einige positive Effekte mit sich bringen.
      Auf der anderen Seite gibt es Gegner von Tiefgaragen und ähnlicher Einrichtungen bei Neubauten, die etwas Platz schaffen würden. Da wird bei Neuprojekten Druck auf die Stadt ausgeübt, dass sie bloß nicht soviel Anteil zur Abstellung von KFZ genehmigt. Ich würde das eine gute Idee finden, dass ein Objekt dieser Investitionsgröße eines Autos von der Straße verschwindet, wenn der Abstellort denn ungefähr in meiner Nähe wäre. Vom Flächenverbrauch her sind die DDR-Garagenhöhe zwar nicht so optimal gewesen, aber vom Gedanken des Erhalts an etwas besonderem, was man schwer und teuer bekommen hat, vielleicht auch abzahlt, waren sie ein guter Gedanke.

      Zur LVB vs. DVB: Dazu habe ich auch keine einfache Erklärung.
      Es muss etwas mit der Nähe zur TU zu tun haben, mit der Liebe der Leute zur Stadt und zu ihrer Gestaltung in der breiten Bevölkerung, vielleicht auch mit Personalien und Strukturen in den Verkehrsbetrieben. Davon, dass die Dresdner ihre Straßenbahn, ihre Standseilbahn, Schwebebahn, riesige Parkeisenbahn und ihre Dampfer lieben, dass die hiesige Zeitung dort über jedes Detail wohlwollend wie auch kritisch berichtet, dass die neue Straßenbahn dort aus Bautzen und nicht aus Polen kommt, davon, dass in Dresden VOR der Beschaffung ein 1:1 Modell der neuen Bahn zum Sitz- und Grifftest über Wochen hinweg im Verkehrsmuseum stand und Änderungswünsche auch wirklich umgesetzt worden sind, …. davon können wir uns in Leipzig auch nichts kaufen.

      Es ist wirklich ein bißchen eine Frage der weichen Faktoren und der Kultur. Selbst der ein oder andere Bekannte bei den LVB, den ich kenne, kann sich nicht erklären woran es liegt, dass soviel schief läuft.

    2. Ich bin kein MIV-Hasser, aber es wäre nett, wenn die Leipziger Autofahrer mich als Fußgänger gewähren ließen. Stattdessen wird der Gehweg zugeparkt, mir beim Querungsversuch der Straße die Lücke zugefahren. Zebrastreifen sind nur Deko. Für den Rechtsabbieger bin ich zu langsam, für den Linksabbieger eine Überraschung uvm. In anderen Großstädten ist das nicht so.

    3. Back to topic… die LVB lassen in ihrem Serviceangebot (Haltestellenaushänge, Baustellenverkehr, Kommunikation mit den Beförderungsfällen usw) schon seit vielen Jahren nach. Diese mehrtägige Betriebsruhe ist allerdings ein bemerkenswerter Tiefstpunkt. Busse hätte man wirklich fahren lassen können, notfalls mit örtlichen Umleitungen oder eingekürzt

    4. Ich komme öpnvmäßig viel herum und habe viele Vergleiche. Das „Angebot“ der LVB wäre ganz okay, wenn Leipzig nur 300k Einwohner hätte. Leipzig gehört aber schon zur gut abgrenzbaren Gruppe der 15 größten deutschen Städte (es gibt dann eine Lücke bei 350000-450000), und für so eine Stadt ist das LVB-Angebot schlicht albern.

      Problem ist, dass die Stadträte es selber nicht wissen, weil sie nur Auto oder Rad fahren, vielleicht auch S-Bahn. Dann kommen nur so Allgemeinplätze wie „Unser Nahverkehr ist gut“ oder – wegen Klimawandel ganz pflichtbewusst – „ÖPNV muss ausgebaut werden“.

      Auch der neue Nahverkehrsplan ist eine Lachnummer.

    5. @ Sebastian: Punktlandung, genau!

      @ Christian: „…das Gefühl, in DD gibt es einen besseren ÖPNV.“
      Das ist kein Gefühl, das ist so.

    6. @Sebastian.

      Auch ich habe immer wieder das Gefühl, in DD gibt es einen besseren ÖPNV. Sei es die Zuverlässigkeit, der Takt, die Preise. Haben die mehr Geld…?

      MIV:
      Schwierig finde ich, dass sogar in einer Stadt argumentiert werden muss / wird, man käme ohne Auto nicht klar. Auf dem Land könnte ich das noch verstehen (wenngleich ich das zutiefst unsolidarisch und klimaschädlich finde, mit 3 Autos in der Pampa zu wohnen), dort kommt man schwer irgendwo hin.
      Aber in der Stadt kann der MIV nicht das Normal sein. Insofern Priorität weiter hinten.

      Ob bei Schneesturm der Radweg frei sein muss, darf diskutiert werden.
      Ich würde zum Schutz meiner Gesundheit (auch vor dem Schnee-MIV) eher nicht fahren.

    7. Auf diesen generalisierten Hass auf die Autos, neudeutsch MIV, möchte ich nicht einstimmen. Wo ich aber Gemeinsamkeiten sehe, das sind die Meinungen zur LVB. Das hat einfach zu funktionieren. Auch in Dresden fahren Straßenbahnen, auch in Dresden werden Tatras mit ungefähr den selben Schneepfügen als Vorspann verwendet. Während hier am Sonntag nur noch die Hälfte oder weniger an Bussen und Bahnen fuhr, am Montag dann wegen GEFÄHRLICHKEIT der ganze Betrieb offiziell eingestellt wurde, da fuhr man in Dresden weiter und hatte im Groben nur mit Verspätungen zu kämpfen. Schon seit Jahren ist das so. Das Wagenmaterial wird besser gepflegt, auch die Schienenanlagen. Ja, es gab kleine Unterschiede in der Schneemenge zwischen den Städten, aber ich war am Montag selbst dort und konnte sehen, dass in etwa die selben Bedingungen an den Straßenrändern herrschten wie bei uns.

      Wenn in Leipzig ein Schienenersatzverkehr benötigt wird, dann kommen die Busse aus dem reichlich 100 km entfernten Dresden, wo sie im Bedarfsfall gemietet werden. Weil der Bedarf nicht selbst gedeckt wird. Hier fahren die bösen Autos Schnee in die Schienen und verdichten ihn zu unbefahrbarem Eis, aber in Dresden gibts doch auch solche Strecken. Großenhainer Straße, in Pieschen, Königsbrücker Straße, Neustadt usw.

      Der ÖPNV in Leipzig gehört verstärkt und stabilisiert. Aber bitte, solange die Alternativen zum Auto überhaupt nicht verlässlich oder sinnvoll vorhanden sind, solange können sich die Leute sehr gern selbst organisieren. Wer am Sonntag ins Krankenhaus, Pflegeheim, Feuerwehr, Bäckerei, Tankstelle oder wohin auch immer in die Nachtschicht musste, der hatte schlicht kaum eine Chance ohne Auto. Montag sah es nicht besser aus.
      Wenn ein Bus stecken bleibt, kann er eventuell auf eine andere Route ausweichen, sonst sind 30 Leute immobil. Bei einer Bahn, die nicht weiterkommt, sind es leicht über 100. Autos finden meist irgendwo eine Umgehung und kommen oft weiter, auch wenn bei der S-Bahn gestreikt wird oder sonst ein Problem beim ÖPNV auftritt.

      Ich bin wirklich dagegen, dass jeder Weg zum Bäcker oder sonstwie klein-Alltägliches mit dem Auto gefahren wird, aber hört doch mal auf diesen Unsinn zu verbreiten. „…99. MIV“ und vorher noch die Radwege, na klar. Im Winterunwetter bei weit unter 0 °C von Radwegen als Priorität zu reden hat wirklich etwas leicht elitäres. Auch wenn es, wenn es nach mir ginge, nicht Wochen dauern müsste, bis auch die freigeräumt werden. Leider erleben wir aber oft genau das.

    8. Höchste Priorität sollten doch Öffentliche Fuswege haben und danach die Strecken für den ÖPNV.
      Einige Hausverwaltungen/Eigentümer/Mieter waren auch schlampig denn an einigen Gebäuden war auf dem Gehweg gar nichts passiert. Da sollte die Stadt zwangsläufig eingreifen und die Kosten den Eigentümer in Rechnung stellen.
      Seitenstraßen können aber natürlich auch nicht geräumt werden wenn sie zugeparkt sind, dass erledigt dann irgendwann der Frühling.
      Denn die Kosten sollte nicht die Allgemeinheit tragen sondern die Halter der dort parkenden PKW wenn eine Räumung gewünscht ist.
      Daß Auto muss ja auch nicht vor dem Haus im Öffentlichen Raum stehen da gibt es bessere Lösungen (Garage, Parkhaus, Tiefgarage) wo die PKW auch nicht der Witterung ausgesetzt sind.
      Bei den Mülltonnen ist eine bessere Kommunikation wichtig wann denn nun was abgeholt wird.

    9. Dass mit den Ski ins UKL kann ich bestätigen 🙂

      Auch im Osten (AC) ging nix mit Müllabfuhr. Wie denn auch?
      Die Nebenstraßen waren komplett ungeräumt, nur Autos fuhren vorsichtig eine Spur in den Schnee, welche sich dann verfestigte und vereiste. Man kam mit Mühe noch in die Mitte, aber später nicht mehr aus der Spur in die Parklücke! War man froh, mehrere gefunden zu haben, wusste man etwas später, wieso. Man kam nicht hinein!
      Kreuzungen waren noch bis fast zum Wochenende ungeräumt, eine einzige Schneewüste.

      Fußwege. Ja, manche Hausbesitzer waren flink. Aber es gab auch zahlreiche, denen ich ihren Fußweg am liebsten ins Haus geschippt hätte. Kein Pflichtbewusstsein. Auch Tage später nicht; man saß es aus.
      Leider auch an Grundstücken, die öffentlich sind, wie zum Beispiel Oststraße „Alte Kinderklinik“.

      Ich verstehe, dass eine Stadtreinigung nicht den größten Gau technisch vorhalten kann.
      Aber, man kann sich bemühen mit Hilfe von Firmen. Oder auch tatsächlich Hilfsbereitschaft generieren.
      Die Idee finde ich gar nicht so schlecht. Man hätte es nur sinnvoll aufziehen müssen.
      Wie wäre es mit einem Tag frei und bezahlt, für Hilfe in der Stadt? Müsste man nur organisieren und unbürokratisch hinbekommen. Und da sehe ich schon wieder schwarz.

      Den Lacher schossen die Wasserwerke ab, welche darum baten, die Schnittgerinne zu säubern. Hinter der Paywall des Leipziger Sprachrohrs! Da erreicht man freilich schnell viele Menschen…

      Schwierig finde ich den MIV. Der käme Prio-technisch nicht gut weg bei mir.
      Aber dann kommt natürlich das Totschlagargument Pflege- und Rettungsdienste.
      Der ÖPNV wäre mit der wichtigste Part. Ich finde, nach einem Tag hätten alle Linien wieder fahren können und müssen.

    10. Bei uns im Westen von LE ist die Müllabfuhr nicht gekommen. Die Tonnen stehen heute immer noch übervoll an der Straße. Es geht um Nebenstraßen, selbst die Sankas für eine Einrichtung für betreutes Wohnen hatten erhebliche Schwierigkeiten.

    11. Die Mülleimer blieben doch tagelang ungeleert stehen. Auf von denselben Hauseigentümern pflichtbewusst beräumten Fußwegen.
      Der Asphalt für den Kraftverkehr blieb halt ungeräumt und konnte keinesfalls von einem Müllwagen befahren werden, ohne Gefahr zu laufen, gegen parkende Autos zu rutschen.

      Im übrigen, Lizzy, gab es auch in den Nullerjahren noch sehr relevante Schneetage – auch mit Stilllegung des Nahverkehrs.

      So derbe Ausfälle wie jetzt über viele Tage hatten sich die LVB aber noch nie in ihrer Geschichte getraut.

    12. Kann man natürlich machen, also die Kommentare der Anderen (mit Absicht?) fehl deuten.
      Wird aber im Wesentlichen bewirken, dass die Antworten aggressiver werden oder verstummen, so dass eine vermeintliche Meinungshoheit u.a. durch Quantität erreicht wird.

      MIV ist ja wohl der motorisierte INDIVIDUAL- Verkehr.
      Der sollte aber wirklich im Extrem-Fall als Allerletztes eingeordnet werden.

      Um aus dem Haus zu kommen, braucht es zuerst die Gehwege. Für deren Beräumung sind die anliegenden Hauseigentümer zuständig. Und da waren viele, fleißige (Hausmeister-)Bienchen unterwegs.
      Dankeschön, auch für’s Frühaufstehen und Dranbleiben in eigenverantwortlicher Wetterbeobachtungs-Bereitschaft!

      Als nächstes kommen die Öfis auf den Hauptlinien.
      Die haben festgestellt, dass der neu gefallene Schnee eine Konsistenz hatte, der Straßenbahnen durch verstopfte Schienen neben die Gleise beförderte. Dankeschön fürs autarke Testen!

      In einer Situation, wo durch Wetterumstände nichts mehr geht, ist aus meiner Sicht das Wichtigste, dass systemrelevante Menschen ihren Arbeitsplatz erreichen.
      Wer sein Auto erst ausgraben muss, dem hilft auch die freigeräumte Straße erst zu spät weiter.
      Der Radfahrer, mit Schneeerfahrung kann dagegen die freigeräumte Straße direkt nutzen, sofern diese nicht durch „ausparkende“ Autos verstopft ist.
      (Ins UKL sollen wohl Mitarbeiter auf Schiern gekommen sein.)

      Also, ich denke, wichtig ist, die Haupt-Straßen frei zu räumen und nicht notwendige MIV-Fahrten strafbewährt zu verbieten.
      Dann ist auch mehr Platz für Rettungsdienste (im Zweifelsfalle mit einem Schneepflug vorneweg in die kurze Nebenstraße, wo nötig), Busse und „mutige“ Fahrräder.
      (Ski-Fahrer haben’s dann schwerer 😉

      Das Nächste ist dann am nächsten (in den nächsten) Tag(en), die Müllabfuhr.
      Dazu müssen dann auch die Nebenstraßen beräumt werden.
      Würde mich mal interessieren, also NUR von jemanden der wirklich in Leipzig wohnt, ob das irgendwo NICHT geklappt hat.

      Wo genau man da freiwillige Hilfe einordnen kann, muss man zwischen den „Katastrophen“ schauen,
      im Notfall bindet das vermutlich zu viel Kräfte.
      (Aber niemandem ist es ja verboten, so eine Wasserfuhrt am Fußgängerdurchgang zum nächsten Abfluss freizukehren, so z.B. während des Tauens ^^)

      Wichtig ist, dass die infrastrukturelle Verwaltung sich auf die Vernunft der Bürger der Stadt Leipzig verlassen kann,
      wenn dann jemand noch vor Ort für sein nächstes Umfeld hilfreich ist, umso besser.

      PS: Die Idee mit der Freiwilligen-Hilfe-Organisation, war das nicht nach irgendeinem Hochwasser und der Sandsack-Unterstützung entstanden?
      Gibt es, auch aus dieser Zeit, Ideen, um Menschen, die sich im Notfall für ihre Stadt sinnvoll einsetzen wollen, hilfreich zu koordinieren?

      Also, ein grundsätzliches Dankeschön den Menschen der Stadtreinigung, den Organisatoren in den Verwaltungen und den handelnden Menschen vor Ort. ❤️

    13. Lieber Lutz70,

      ist Ihre harsche Reaktion auch nur so ironisch mit einem Quantum Ernst gemeint wie die Liste von Uwe?

      In meine Seitenstraße hätten in den ersten zwei Tagen ein Notarzt oder die Feuerwehr sich gleichfalls noch durchfräsen müssen.

      Was im Ernst kritisiert wurde, ist, dass selbst auf den großen Hauptstraßen die Radwege mit Schnee zugeschoben wurden und auf den öffentlichen Fußwegen rein gar nichts passiert ist. Beispiel: Riebeckbrücke. In die „Loipe“ passte nur ein Fuß rein. War ätzend zu laufen. Danke, Leipziger Stadtreinigung! (Ihr seid eh nicht die Knüller.)

    14. Uwe, sie meinen dann auch Feuerwehr, Med. Hilfe werden auch nicht mehr zu den Notfällen kommen oder sollen sie mit dem Fahrrad fahren? Kein Kommentar mehr….

    15. Uwe, sie meinen dann auch Feuerwehr, Med. Hilfe werden auch nicht mehr zu den Notfällen kommen oder sollen sie mit dem Fahrrad fahren? Kein Kommentar mehr…

    16. In Zeiten des Klimawandels und der angestrebten Verkehrswende sollte man nicht nur die Straßen untereinander priorisieren, sondern eine Ebene höher folgende Prioritäten bei der Beräumung setzen:

      1. Fußwege/Übergänge
      2. Radwege
      3. ÖPNV

      99. MIV

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