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Grüne greifen Forderung der Ökolöwen auf: Leipzig braucht mehr „Schanigärten“

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    Natürlich werden auch die vergnügungssüchtigsten Leipziger/-innen nicht an allen Straßen Leipzigs auf umgewidmeten Stellplätzen ihren Latte Macchiato trinken wollen. Das wird auch künftig eher auf den wirklich beliebten Flanier- und Gastromeilen passieren. Aber damit dort mehr Freisitz auch am Straßenrand möglich ist, übernimmt jetzt die Grünen-Fraktion im Stadtrat den Vorschlag des Ökolöwen und macht ihn zu einem eigenen Antrag.

    „Nicht erst seit der Corona-Pandemie sollte uns klargeworden sein, dass öffentlicher Stadtraum einen essenziellen Beitrag für eine lebenswerte Stadt leistet. Zugleich sind Einrichtungen von Gastronomie, Handel und Kultur coronabedingt existenziell bedroht und gilt es, nachbarschaftliche Gemeinschaften neu zu beleben“, stellt die Fraktion in ihrem Antrag fest.„In München 2020 als Kompensation für die Auswirkungen der Pandemie auf die Gastronomie eingerichtet, erfreuten sich die sogenannten ,Schanigärten‘ nach Wiener Vorbild bei den Münchner/-innen so großer Beliebtheit, dass die Stadt dieses Jahr beschlossen hat Freisitze auf Kfz-Stellplätzen auch in Zukunft – unabhängig von Corona – zu ermöglichen.“

    Ein Thema, bei dem Leipzig lieber etwas zögerlicher vorging und im Corona-Jahr erst einmal einen kleinen Schritt in Richtung Ausweitung der Freisitzflächen gemacht hat. Seitdem kann im Einzelfall eine Sondernutzung für Freisitze und Auslagen von Parkflächen und Fahrbahnen freitags, samstags und sonntags jeweils von 11:00 bis 22:00 Uhr erlaubt werden.

    „Dies wird bis jetzt allerdings nur wenig in Anspruch genommen, da es offenbar zu wenig bekannt ist und gegebenenfalls mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden ist. Ebenfalls stellt eine ausschließliche Nutzung an bestimmten Tagen ein zusätzliches Hindernis dar“, stellen die Grünen in ihrem Antrag fest.

    „Bezüglich der Akzeptanz bei den Bürger/-innen sei auf die Städte Wien und München verwiesen, wo sich Schanigärten einer sehr hohen Beliebtheit erfreuen, womit die positiven Seiten der Nutzung von Kfz-Stellflächen, den temporären Wegfall einiger weniger Parkplätze deutlich überwiegt. Mit der Ermöglichung der Nutzung von Parkflächen über Gastronomie hinaus auch für Handel, Kultur und nachbarschaftliche Nutzungen kann Leipzig diese Bereiche gezielt stärken“

    Dahinter steckt natürlich die Idee einer Stadt auch als Ort der Begegnung und der gesellschaftlichen Teilnahme, der mit zugeparkten und unwirtlichen Straßen natürlich nicht zu erreichen ist. Andererseits sind viele Autofahrer mit der Erfahrung sozialisiert, dass Menschen ohne Auto eigentlich im Straßenraum nichts zu suchen haben. 70 Jahre Autopolitik haben unsere Städte geprägt, sodass selbst die Stadtverwaltung sich kaum noch vorstellen kann, dass es Stadtquartiere geben könnte, in denen der öffentliche Raum den hier lebenden Menschen gehört.

    Aber was nicht vorstellbar ist, hat es schwer, umgesetzt zu werden. Also beantragen die Grünen nicht nur ein einfaches Beantragungs- und Bewilligungsverfahren, sondern auch „eine proaktive Kommunikationsstrategie zur Möglichkeit der Schanigärten zu entwickeln und umzusetzen, die sich insbesondere an Gastronomie, Bürgerschaft und Kultur richtet und Vereine und Verbände (DEHOGA, IHK, Bürgervereine u. a.)  wendet. Und dazu die Überarbeitung des ‚Leitfadens zur Gestaltung von Freisitzen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen‘ entsprechend der neuen Regelungen.“

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