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Raus aus schmutzigen Unternehmen: Der Spezialfonds der Stadt Leipzig investiert jetzt zu 100 Prozent nachhaltig

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    Wir stecken mittendrin im Klimawandel und längst sind die Folgen als Extremwettereignisse weltweit zu sehen. Im vergangenen Jahr dominierten die Nachrichten von den australischen Buschbränden und den Bränden in der sibirischen Tundra die Nachrichten. Gerade erst sorgten Extremtemperaturen in Kalifornien und Kanada für Schlagzeilen. Da erinnert eine Vorlage des Leipziger Finanzbürgermeisters daran, wie schwer sich auch Leipzig tut mit dem Umsteuern.

    Denn mit seiner Vorlage meldet Finanzbürgermeister Torsten Vollzug für einen Stadtratsauftrag von 2017. Damals hatte die Grünen-Fraktion eine „Weiterentwicklung der städtischen Anlagerichtlinie um Nachhaltigkeitskriterien im Sinne von Divestment“ beantragtGleich im ersten Antragspunkt hieß es: „Der Stadtrat beschließt, dass für städtische Finanzanlagen ab dem 1. Quartal 2018 zusätzlich der Grundsatz gelten soll, nicht mehr in Bereiche zu investieren, die unter ökologisch, sozial und/oder ethisch bedenklich sind.“

    Der Antrag wurde im Dezember 2017 noch mit einigen Änderungen beschlossen. Unter anderem natürlich mit einem Passus, der berücksichtigte, dass das mögliche Umschichten von städtischen Anlagen schon eine gewisse Zeit dauern könnte: „Daher wird die Stadt Leipzig in ihrem Spezialfonds die Quote der nachhaltigen Direktinvestments je nach Marktlage in den nächsten 3–5 Jahren auf 100 % steigern. Die Anlagestrategie wird halbjährlich überprüft.“

    Und das hat Leipzigs Finanzdezernat jetzt umgesetzt, wie Finanzbürgermeister Torsten Bonew mitteilt.

    Für Geldanlagen unterhält die Stadt Leipzig einen Spezialfonds bei der Union Investment (UIN). Dieser Mischfonds wird nach strengen Kriterien gemanagt, die für eine nachhaltige Geldanlage sorgen, betont das Finanzdezernat. Ziel des Fondskonzeptes ist es, nicht in ökologisch, sozial und ethisch bedenkliche Bereiche zu investieren.

    Seit Auflage des Fonds im Januar 2015 hatte sich die Stadt Leipzig für Nachhaltige Entwicklung auf kommunaler Ebene bekannt. Mit Ratsbeschluss aus dem Jahr 2017 wurden diese Kriterien konkretisiert und verschärft. Die Vorlage (DS-VII-Ifo-02623) informiert nun aktuell die Öffentlichkeit über den Stand der nachhaltigen Anlage.

    „Ein abgestimmter Fonds der nachhaltig wirkt und Ertragschancen gewährleistet – das funktioniert“, sagt Leipzigs Finanzbürgermeister Torsten Bonew.

    „Wir können uns als Stadtverwaltung nicht dem Klimaschutz verpflichten und auf der anderen Seite in fossile Brennstoffe und Energien investieren. Das passt nicht zusammen. Eine verstärkte Ausrichtung in Richtung nachhaltige Anlagen war die absolut richtige Entscheidung. Mit der Portfolioumschichtung ist erstmalig ein vollständiges nachhaltiges Investment zu 100 Prozent gegeben. Insbesondere im Pandemiejahr 2020 konnten wir eine beachtliche Performance von 3,2 Prozent erreichen. Somit zahlte sich sprichwörtlich Nachhaltigkeit aus und der Fonds bewährte sich zugleich in Krisenzeiten. Eine Win-Win-Situation für die Stadt Leipzig die sich gelohnt hat.“

    Was Dr. Mark Benecke zum Stand der Dinge zu sagen hat

    Der Beschluss der Stadtrates VI-A-04109-NF-03 vom 13. Dezember 2017 „Weiterentwicklung der städtischen Anlagerichtlinie um Nachhaltigkeitskriterien im Sinne von Divestment“ wurde in Form einer Negativliste umgesetzt, so das Finanzdezernat. Zu den aktuell im Spezialfonds umgesetzten Ausschlusskriterien gehören:

    Atomkraft-Betreiber; Zulieferer im Bereich der Atomenergie; Unternehmen, die Fracking betreiben; Unternehmen, die Massenvernichtungswaffen (ABC-Waffen), Streubomben und Landminen (inkl. der Schlüsseltechnologien) herstellen und vertreiben, sonstige Rüstungshersteller; Unternehmen bei Verstoß gegen Menschenrechte und Arbeitsstandards; Unternehmen mit Kohle Exposure; grüne Gentechnik (Agrogentechnik); Unternehmen mit Tierversuchen sowie kontroverse Geschäftspraktiken (UN Global Compact Prinzipien).

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