Nächster Stopp Leipzig: Die seit 2016 durch Mitteldeutschland tourende Glasarche 3 geht ab dem 20. September 2019 auf dem nördlichen Thomaskirchhof vor Anker. Gelandet ist sie schon am Donnerstag, 19. September, zur Mittagsstunde. Sie ist die dritte ihrer Art und bereist seit gut drei Jahren Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen: Die Glasarche von Projektinitiator Rainer Helms.

Immer mit an Bord der knapp fünf Meter langen Installation ist eine Botschaft, die aktueller nicht sein könnte. So soll die Glasarche die Betrachter für die Zerbrechlichkeit der Natur und die damit einhergehende Verantwortung des Menschen sensibilisieren. Daran andockend hat das Naturkundemuseum Leipzig ein Rahmenprogramm entwickelt, das einmal im Monat das Thema „Biodiversität“ in den Fokus nimmt. Die Glasarche ist vom 20. September bis zum Buß- und Bettag 2019 auf dem nördlichen Thomaskirchhof zu betrachten.

Die große Hand schwebt ein über dem Thomaskirchhof. Foto: Ralf Julke
Die große Hand schwebt ein über dem Thomaskirchhof. Foto: Ralf Julke

Gelandet ist die Glasarche am Donnerstag mit einem Schwertransport. Gerade einmal 20 Minuten dauerte es, erst die eindrucksvolle Holzskulptur einer offenen Hand auf dem Thomaskirchhof nördlich der Thomaskirche abzusetzen, um danach die gläserne Arche darauf zu platzieren, die in ihrer Brüchigkeit an die Gefährdung unserer Erde erinnert. Sie rutscht geradezu aus der großen, schützenden Hand und alles ist offen: Wird sie auf dem freien Meer zerschellen? Werden ihre Bewohner sich so benehmen, dass die gläserne Bordwand völlig zersplittert und all das, was die Arche – sinnbildlich für den bedrohten Planeten Erde – mit sich trägt, über Bord geht?

Die große Hand wird auf dem Thomaskirchhof arretiert. Foto: Ralf Julke
Die große Hand wird auf dem Thomaskirchhof arretiert. Foto: Ralf Julke

Wir stecken aufgrund der völligen Übernutzung unseres Planeten schon heute in einem der größten Artensterben der Geschichte. Nicht nur die tropischen Wälder werden ein Raub der Flammen, das Artensterben hat auch die landwirtschaftlich übernutzten Fluren Deutschlands erreicht. Flüsse sind verdreckt und tragen riesige Lasten an Schadstoffen in die Meere. Und auch die Meere kippen, die Fischbestände sind drastisch zurückgegangen und die Tropenriffe sterben, während riesige Plastikteppiche sich im Ozeanstrudel drehen.

Die Glasarche schwebt ein. Foto: Ralf Julke
Die Glasarche schwebt ein. Foto: Ralf Julke

Der Aufstellungstermin für die Glasarche fällt zusammen mit der großen Klimastreik-Demo am 20. September und den Erwartungen an die Bekanntgabe des Klimakabinetts, von dem wache Menschen endlich Vorschläge erwarten, wie Deutschland wirklich seinen Beitrag zum Klimawandel senkt und vor allem den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen schnell und wirksam reduziert.

Die Glasarche wird auf dem nördlichen Thomaskirchhof bis zum 25. November zu Gast sein.

Die Glasarche wird in die große Hand eingepasst und Ronny Maik Leder, der Direktor des Naturkundemuseums schaut sich dax zerbrechliche Stück aufmerksam an. Foto: Ralf Julke
Die Glasarche wird in die große Hand eingepasst und Ronny Maik Leder, der Direktor des Naturkundemuseums schaut sich das zerbrechliche Stück aufmerksam an. Foto: Ralf Julke

Initiiert und organisiert wurde die Reise des Kunstwerkes von Rainer Helms, 2. Vorsitzender des Landschaftspflegevereins „Mittleres Elstertal“ e. V.. Für die Gestaltung der Arche, die augenscheinlich einer imposanten Holzhand entgleitet, konnte Helms den Glaskünstler Ronald Fischer und dessen Kollegen Stefan Stangl, Jo Joachimsthaler und Alexander Wallner gewinnen. Die Fertigung der Hand übernahmen die Holzkünstler Christian Schmidt und Sergiy Dyschlevyy. Zuletzt zu sehen war die Glasarche in der Nähe des Jenaer Klimapavillons.

Das Naturkundemuseum Leipzig hat sich programmatisch einem interdisziplinären Ansatz verschrieben und möchte mit diesem Projekt naturkundliche Themen durch kreativ-künstlerische Ansätze in den öffentlichen Raum bringen. Als naturwissenschaftliche Forschungseinrichtung versteht sich das Museum analog zum narrativen Arche-Motiv als Gedächtnis und Archiv des regionalen Natur- und Kulturraumes.

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