Borna zeigt, wie es geht: Das Schrumpfen der ländlichen Räume ist kein „alternativloser“ Prozess

Ist es das, was die Stadt Borna so formuliert: "Borna trotzt dem Trend - und wächst!"? Oder hat die seit 2008 amtierende Oberbürgermeisterin von Borna, Simone Luedtke, einfach die Zeichen der Zeit erkannt? Nämlich dass ländliche Regionen gar nicht schrumpfen müssen, wenn die Politik gegensteuert? In Sachsen tut sie das ja bekanntlich nicht. Simone Luedtke ist unter Sachsens OberbürgermeisterInnen eine Exotin: Sie hat 2008 für die Linke kandidiert.
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Sie macht seitdem eine Menge anders als andere Bürgermeister in Sachsens ländlichen Räumen – auch wenn es wirkliche Unterstützung der Landesregierung dafür nicht gibt und wohl auch die nächsten Jahren nicht geben wird. Jedenfalls bildet sich im Doppelhaushalt 2015/2016 ein echtes Umsteuern in der ländlichen Politik nicht ab.

Aber anfangen muss man. So früh wie möglich. Umbauprozesse brauchen Zeit, bis sie Herz und Kopf der Einwohner erreichen und aus einem „Ja nix wie weg hier“ ein „Es lohnt sich hierzubleiben“ machen. Ein Thema, mit dem sich das Berlin-Institut erstmals intensiv beschäftigt hat. Die Studie zum Thema wurde am Mittwoch, 14. Januar, vorgestellt. Und sie bestätigt das Programm, das Simone Luedtke seit 2008 in Borna verfolgt und das jetzt sichtlich Früchte trägt.

Erstmals seit 1990 verzeichnete die Große Kreisstadt Borna im Jahr 2014 eine wachsende Bevölkerungszahl, die Eingemeindungen ausgenommen, vermeldet die Stadtverwaltung. Zum Stichtag 31. Dezember 2014 lebten in der Stadt und ihren Ortsteilen laut Einwohnermeldeamt 19.734 Einwohner – dies sind 128 mehr als zum Ende des vorangegangenen Jahres.

Der Hauptgrund für dieses Wachstum liegt dabei ganz eindeutig in einer stetig steigenden Zahl von Zuzügen. Im Vergleich meldeten sich im zurückliegenden Jahr 1.073 Bürgerinnen und Bürger neu in Borna an, während nur 759 der Stadt den Rücken kehrten. Dies macht einen sogenannten Wanderungssaldo (Differenz aus Zu- und Wegzügen) von 314 aus. Schon im Jahr 2013 zeichnete sich diese Tendenz ab und die Stadt konnte erstmalig seit der Wende einen positiven Wanderungssaldo von 11 vermelden, auch wenn die Gesamtzahl der Einwohner noch leicht rückläufig war.

Nach wie vor stellt der demographische Wandel und die überalterte Gesellschaft einen wesentlichen Faktor für die Einwohnerstatistik dar – es sterben mehr Menschen als geboren werden – so stehen 138 Geburten 328 Sterbefälle gegenüber.
„Dennoch haben wir es geschafft, dieses Defizit durch eine deutlich gewachsene Attraktivität, die wir in den vergangenen Jahren mehr und mehr entwickelt haben, in Form von Zuzügen mehr als zu kompensieren. Das zeigt, dass die Strategie richtig war, zuallererst in die soziale Infrastruktur zu investieren. Damit haben wir eine Entwicklung eingeleitet, die für den ländlichen Raum durchaus ungewöhnlich ist und unterstreichen so nachhaltig unsere Erfolge in der Entwicklung Bornas zu einer familienfreundlichen Stadt. Und, das ist der wichtigste Punkt, wir haben es geschafft, diese Attraktivität auch über die Stadt- und Kreisgrenzen hinaus zu kommunizieren“, kommentiert Oberbürgermeisterin Simone Luedtke.

„Ende 2014 lebten in den meisten Ortsteilen mehr Bürger als ein Jahr zuvor – nur in Eula, Kesselshain und Wyhra sind die Zahlen ganz leicht zurückgegangen. Und auch was die Altersstruktur angeht, zeigt sich der Trend ebenfalls mehr als erfreulich: Die größten Zuwächse hatten wir 2014 in der Gruppe der 0- bis 10-Jährigen, dicht gefolgt von den 19- bis 30-Jährigen. Es sind also vorwiegend junge Menschen und dabei natürlich in erster Linie junge Eltern, die nach Borna kommen“, so Luedtke weiter

Ende 2014 lebten in der Kernstadt 15.222 Bürger. Eula zählte 564, Gestewitz 192, Haubitz 69, Kesselshain 54, Neukirchen 906, Thräna 810, Wyhra 485 und Zedtlitz 1.434 Einwohner.

Und den Punkt, den Simone Luedtke hervorhebt, die Sache mit der „sozialen Infrastruktur“, bestätigt auch die vom Berlin Institut vorgestellte Studie. Sie gilt für alle ländlichen Räume in ganz Deutschland. Denn alle haben sie dasselbe Problem: dass die Investitionsmilliarden seit über 20 Jahren immer nur in Verkehrsinfrastrukturen geflossen sind. Aber die nützen nichts, wenn gleichzeitig die sozialen Infrastrukturen eingedampft werden. Was soll man in Kleinkleckerdorf, wenn es da keinen Arzt, keine Schule, keine Polizei und keinen Jugendklub mehr gibt, keine Kneipe und keinen Bäcker?

Ein Thema, das wir in der L-IZ nun schon für die letzte Milbradt-Regierung diskutiert haben (große Demografie-Karawane und trotzdem keine Lösung), für die schwarz-gelbe Tillich-Regierung und nun – nun regiert Tillich wieder. Und das Problem demografische Entwicklung taucht unterm Thema Investitionen augenscheinlich nicht auf. Jedenfalls hat es die haushaltspolitische Sprecherin der Grünen nicht gehört, als der Doppelhaushalt 2015/2016 am Mittwoch, 14. Januar, vorgestellt wurde: „Um beim Thema Investitionen zu bleiben: hier wird sich zeigen, was davon konkret in die ländlichen Räume geht. Diese wurden bei der Pressekonferenz nicht einmal erwähnt. Wir Grüne kritisieren seit Jahren die Leuchtturmpolitik, die sich vorrangig auf die urbanen Zentren konzentriert. Investitionen in die betongegossene Infrastruktur, damit die Menschen aus dem Erzgebirgskreis oder der Oberlausitz leichter auspendeln können, sind weder langfristig noch nachhaltig gedacht.“

Und dazu passt eben – wie die Faust aufs Auge – die Studie des Berlin-Instituts, das die Befunde so kommentiert: „Die verbleibende Landbevölkerung ist zunehmend schlechter versorgt, denn weniger Menschen bedeuten auch weniger Nachfrage nach Waren, Dienstleistungen sowie Bildungs- und Kulturangeboten; herkömmliche Versorgungsangebote können nicht aufrechterhalten werden.“

„Um einer drohenden Abwärtsspirale aus schrumpfender Bevölkerung und ausdünnender Versorgung zu begegnen, sind neue, am Bedarf vor Ort orientierte Lösungen notwendig“, erklärte am Mittwoch Reiner Klingholz, der Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung.

Beispiele für solche Lösungen gebe es zuhauf: Bürgermeister, Behörden, Ärzte, engagierte Bürger, Vereine und andere zivilgesellschaftliche Organisationen gingen vielerorts innovative Wege, um die Bedürfnisse der Menschen vor Ort zu befriedigen. Mitunter stoßen sie auf unerwartete Hindernisse. Die meisten sind – wer hatte das für dieses ach so moderne Deutschland gedacht – bürokratischer Natur.

„Ein Festhalten an starren Auflagen, Gesetzen, Verordnungen und an alten Gewohnheiten behindert häufig den Tatendrang“, sagt Uwe Amrhein, Leiter Generali Zukunftsfonds. „Dabei sind wir in Zeiten des demografischen Wandels auf genau dieses bürgerschaftliche Engagement angewiesen.“

Das Kurzfazit des Berlin-Instituts: „Kluge Ideen, Mut, Witz und Beharrlichkeit sind nötig, um die ‚Hürden‘ aus dem Weg zu räumen.“

Aber nicht nur. Denn das alles nutzt nicht die Bohne, wenn die Bürger diese mutigen Kreativen nicht mit einem Mandat ausstatten. Die Bornaer haben es 2008 getan. Zwar erst im zweiten Wahlgang. Im ersten hatten noch die Freien Wähler die Nase vorn. Aber im zweiten Wahlgang haben sie Simone Luedtke mit über 60 Prozent der Stimmen gewählt. Dass es eine Linke ist, stört die meisten Bornaer heute nicht die Spur. Die Parteifarbe ist auch egal, wenn die Gewählten nur den Mumm haben, das, was dringend notwendig ist, auch zu tun. Es gibt noch längst zu viele Landräte und Bürgermeister in Sachsen, die warten, was der Big Boss in Dresden vielleicht mal erlaubt. Aber der erlaubt nichts, weil er selbst keine Ideen mehr hat. Tillich hat zwar die unseligen Demografie-Kongresse seines Vorgängers einschlafen lassen. Aber er hat nichts Neues an deren Stelle gesetzt und die letzten fünf Jahre regelrecht vertan und allein schon damit die Abwanderung aus den ländlichen Regionen in die drei Großstädte beschleunigt.

Genau daher rühren die gewaltigen Zuwanderungszahlen für Leipzig.

In Borna kann man nun sehen, dass auch Klein- und Mittelstädte noch Möglichkeiten haben, gegenzusteuern.

Man kann aber auch sehen, dass es zwingend an Personen liegt, die nicht nur gewillt sind, Defizite zu erkennen, sondern sie auch zu beheben.

Zur Großen Kreisstadt Borna:

www.borna.de

Zur Studie des Berlin-Instituts:

www.berlin-institut.org/publikationen/studien/von-huerden-und-helden

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