LMBV verklappt die Erdmassen vom Harthkanal im Zwenkauer See

Für alle LeserAugenscheinlich mehren sich bei der LMBV, die gerade die Bauvorbereitungen für den Harthkanal zwischen Zwenkauer und Cospudener See durchführt, die Beschwerden der Sommersportler, die sich durch die Bau- und Verklappungsarbeiten gestört fühlen. Ergebnis einer Politik, die den Wassersportenthusiasten seit Jahren suggeriert, dass der Zwenkauer See eigentlich „fertig“ ist. Ist er aber nicht.

Auch wenn die Stadt Zwenkau schon mal kraft ihrer Wassersuppe die Pauschalerlaubnis für einige hundert Motorboote herausgegeben hat, die auf dem See fahren dürfen, bis irgendein König die allgemeine Schiffbarkeitserklärung für den See ausspricht.

Für den Bergbausanierer LMBV ist der See noch auf Jahre nicht fertig.

„Die derzeit noch nicht abgeschlossenen berg- und wasserrechtlich vorgegebenen und notwendigen Sanierungsmaßnahmen an dem sich noch in Herstellung und im Wesentlichen in Eigentum der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) befindlichen Zwenkauer See, der auch als Hochwasserspeicher genutzt wird, haben Vorrang vor dem Gemeingebrauch und den einzelnen, seitens der LMBV gestatteten Nutzungen. Dadurch unterliegt der Zwenkauer See noch dem Bergrecht“, teilt die LMBV mit.

Und verweist auf die aktuelle Baustelle, die sich nicht nur auf die Landenge zwischen Zwenkauer und Cospudener See beschränkt. „Durch die weiterhin geplante schiffbare Gewässerverbindung ‚Harthkanal‘ soll der Zwenkauer See mit dem Cospudener See verbunden und damit eine gewässertouristische Erschließung des Zwenkauer Sees mit dem Anschluss an den Gewässerverbund des Leipziger Neuseenlandes ermöglicht werden. Der ‚Harthkanal‘ gewährleistet dabei – neben der gewässertouristischen Funktion – gleichzeitig die Ableitung von Überschuss-/Bewirtschaftungswasser des Zwenkauer Sees und ermöglicht die Entleerung von gespeichertem Hochwasser in den Cospudener See mit Verbindung zum Floßgraben und zur Pleiße.“

Aber bei den Bauarbeiten für den neuen Kanal fallen zahlreiche Überschussmassen (Erdstoffe) an. Das Dumme ist dabei: Man kann diese Erdmassen eigentlich zu nichts gebrauchen. Wohin also damit?

Die LMBV: „Zur Klärung deren Verbringung wurden zahlreiche Baugrunduntersuchungen durchgeführt. Der Baugrund im Bereich des zukünftigen Harthkanals besteht aus Tagebauschüttböden, welche in zeitlich versetzten Verkippungsprozessen zwischen 1969 und 1998 durch die Tagebaue Zwenkau und Cospuden zum Versturz (Verkippung) gebracht wurden. Die Tagebauschüttböden (bis 60 m Mächtigkeit) bestehen vorwiegend aus einem Sand-Schluff-Gemischen mit stark inhomogener Struktur, breiiger bis steifer Konsistenz, sehr lockerer Lagerung und bereits bis flurnah eingetretener Kippenwassersättigung. Aufgrund der vorliegenden Baugrunduntersuchungen musste eine Weiterverwendung der Überschussmassen zur Geländeregulierung ausgeschlossen werden, da das anfallende Material als ‚nicht einbaufähig‘ eingestuft wurde.“

Mit der Landesdirektion Sachsen (LDS) habe man sich deshalb darauf verständigt, diesen Erdbrei im Zwenkauer See zu verklappen.

Die Einbaustelle wurde durch einen Sachverständigen für Geotechnik so gewählt, dass durch das Verklappen keine Anlagerung von Erdstoffen an der Böschung erfolgt und auch der Grundwasserleiter nicht verbaut wird. Der Zwenkauer See ist im Bereich der Verklappstelle etwa 40 m tief. Zur Steuerung des Absinkens der Verklappmassen werden Geovliesvorhänge im Wasser an drei Seiten um den Schwimmrahmen herum angeordnet, welche bis fast an den Seegrund reichen, erläutert die LMBV das Verfahren.

Der Zwenkauer See mit der Verklappungsstelle (links unten). Foto: LMBV

Der Zwenkauer See mit der Verklappungsstelle (links unten). Foto: LMBV

Bereits im Rahmen der Baugrundvergütung im Bereich des zukünftigen Harthkanals (11/2014-02/2016) wurden ca. 90.000 m³ Kippenmaterial im Zwenkauer See verklappt. Jeweils vor Beginn und nach Ende der Verklappungsarbeiten sowie aller 10.000 m³ eingebrachter Massen erfolgte eine Lotung des Seebodens. Nach Auswertung der Daten konnte festgestellt werden, dass sich die verklappten Massen im Verklappungsbereich abgelagert haben und es zu keiner großen Ablagerung außerhalb gekommen ist, betont der Bergbausanierer.

Das Material liegt da, wo man es am Seegrund haben möchte. Gegenwärtig werden die alten Auflastschüttungen am Hochwasserschutztor und an der Schleuse des künftigen Harthkanals zurückgebaut. Mit diesem baufähigen Material werden jetzt die Arbeitsebenen für die geplante Dichtwand am Hochwasserschutztor Zwenkauer See und für die Schleuse am Cospudener See hergestellt.

Aber auch bei diesem Arbeitsvorgang fällt wieder alter Kippenboden an. Dieser Kippenboden wird jetzt im Zwenkauer See verklappt, betont die LMBV. Die Verklappung wird bis etwa Mitte August 2019 andauern.

Die durch die Verklappung zeitweilig auftretenden Eintrübungen seien leider nicht gänzlich zu verhindern. Eine Schädigung für den See, der sich darin entwickelnden Tier- und Pflanzenwelt, sei dadurch aber nicht zu befürchten, betont das Unternehmen. Derzeit werde nach Möglichkeiten gesucht, die durch die Verklappung entstehende Wassertrübung weiter zu minimieren.

Und dabei wird es nicht bleiben. Denn im Zuge der Herstellung des Harthkanals wird immer wieder Kippenmaterial verklappt. Eine genaue Zeitschiene kann hierfür noch nicht benannt werden, betont der Bergbausanierer.

Der Zwenkauer See befindet sich in seiner Herstellung. Seit 2015 ist über die vom Landratsamt Landkreis Leipzig erteilte Genehmigung eine Folgenutzung des entstehenden Gewässers vorzeitig möglich. Dadurch kommt es zwangsläufig zu Überschneidungen zwischen den Sanierungsarbeiten und der bereits begonnenen Nutzung. Für zeitweise auftretende Einschränkungen in der Folgenutzung bitten wir um Verständnis, teilt die LMBV deshalb mit.

Ab März wird die Schüttlast auf dem künftigen Harthkanal wieder abtransportiert

Zwenkauer SeeLMBV
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