Abschiebung im Autohaus Saxe – ein Interview

Integration? Wenn ein Kollege fehlt

Für alle LeserAllmählich ist offenbar ein Art Sonderrecht entstanden, wenn es um die Arbeit der Ausländerbehörde Leipzig geht. Wie sonst ist es wohl zu erklären, dass trotz anders lautender Gesetzgebung über den Verbleib von Flüchtlingen im Falle einer Ausbildung oder Arbeitsaufnahme am Dienstag, dem 5. September 2017, zwei Polizeibeamte das Autohaus Saxe betraten, um einen Lehrling des Unternehmens zur Abschiebung abzuholen. Ein weiterer Fall in Sachsen, deren Hintergründe mehr als fraglich sind, ein ganzes Unternehmen mit 93 Mitarbeitern perplex zurücklässt und ohne rechtsstaatliche Wege wie zum Beispiel eine ordentliche Gerichtsverhandlung auskommt.

Für ein Interview zum Vorgang erklärte sich Herr Michel Franz, Prokurist bei Auto Saxe, bereit. Herr Michael Franz, Ihnen ist bei Auto Saxe ein Lehrling abhandengekommen. Wann war das und wie sind die näheren Umstände?

Am Dienstagvormittag, 5. September, waren auf einmal zwei Polizeibeamte mit Pistolen am Gürtel in unserer Werkstatt. Ich beobachtete das und begrüßte die beiden Herrn und fragte sie, was ihr Begehr sei. Daraufhin wurde mir geantwortet, dass man unseren Auszubildenden Dhruv Patel suchen würde, da gegen ihn jetzt Abschiebehaft verhängt worden wäre und sie die Aufgabe hätten, ihn abzuholen.

Daraufhin habe ich die beiden Beamten zu unserem Lehrling gebracht und sie haben ihm in einem sehr energischen Tonfall mitgeteilt, dass er nun sofort abgeschoben würde. Auf meine Frage hin, ob man das noch verhindern könne, teilten mir die beiden mit, dass man das nicht mehr verhindern könne und sie würden letztlich hier nur im Auftrag der Ausländerbehörde und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge handeln.

Um das einfach auszuschließen – es gibt auch keine Informationen darüber, ob seitens der Polizei etwas gegen Herrn Patel vorliegt?

Nein, dafür gibt es keinerlei Indizien. Die Beamten haben explizit geäußert, dass sie ihn mitnehmen, um ihn abzuschieben, da der Asylantrag negativ bescheinigt wurde (dennoch kann, wie hier vorliegend, eine Duldung ausgesprochen werden, d. Red.). Das ist der einzige Grund, was man uns auch auf mehrmalige Nachfragen hin mitgeteilt hat.

Was nahelegt, dass Ihr Lehrling nicht aus Deutschland stammt und dies der einzige Grund ist. Wer ist Dhruv Patel?

Dhruv Patel kommt aus Indien und ist 24 Jahre jung. Er hat bereits eine Ausbildung zum Ingenieur für Verfahrenstechnik in Indien abgeschlossen, nach Europa kam er über Paris. In Deutschland beantragte er Asyl und erhielt eine Duldung bis zum Jahr 2020. Nach einem verlängerten Praktikum bei Auto Saxe seit dem späten Frühjahr 2016, einem umfassenden Deutschkurs und einem Einstiegs-Qualifizierungsjahr ist er seit dem 1. August bei uns in einer Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker.

Bereit im Namen der 93 Mitarbeiter für ihren Lehrling zu kämpfen. Michael Franz, Prokurist bei Auto Saxe. Foto: L-IZ.de

Bereit im Namen der 93 Mitarbeiter für ihren Lehrling zu kämpfen. Michael Franz, Prokurist bei Auto Saxe. Foto: L-IZ.de

Wie haben Sie Herrn Patel kennengelernt?

Wir sind mit unserem Kollegen durch die Bundesagentur für Arbeit in Kontakt gekommen. Zu Beginn der stärkeren Flüchtlingszuwanderung haben wir dort als mittelständisches Unternehmen nachgefragt, welche KfZ-affinen Kandidaten es geben könnte. Die Bundesagentur hat dann eine Auswahl zusammengestellt, wir haben Praktika und Ausbildungsplätze angeboten. 15 Menschen waren dann in der engeren Auswahl, einige sprachen Englisch, andere ein paar Worte Deutsch oder es wurden Dolmetscher dazugeholt – und so haben wir dann letztlich Herrn Patel kennengelernt.

Man muss auch einfach dazusagen, in den ersten neun Monaten des Qualifizierungsjahres hat sich Dhruv Patel fachlich so weit entwickelt, dass er sogar gleich mit dem zweiten Ausbildungsjahr im Unternehmen und in der Berufsschule starten konnte. Auch natürlich, weil er daneben die Volkshochschule besuchte und jetzt ein sehr, sehr gutes Deutsch spricht.

Für Sie und „Auto Saxe“ als Arbeitgeber also seitens der Arbeitsagentur ein offizieller Vorgang und im Unternehmen eher schon ein mehr als idealer Verlauf. Die sogenannte „Bleibeperspektive“ ist demnach doch mehr als gegeben. Sie müssen doch davon ausgegangen sein, dass es gar nicht zu einer Abschiebung kommen kann?

Ja, wir sind fest davon ausgegangen, dass so eine Abschiebung überhaupt nicht passieren kann, vor allem nach dem Integrationsgesetz. Was die Regelung vorsieht, dass für mindestens die drei Jahre Ausbildung und nochmals zwei Jahre danach Bleibe- und Duldungsrecht gilt.

Man muss sich das alles auch mal aus Mitarbeiterperspektive hier vorstellen. Natürlich gab es anfangs auch Skepsis, weshalb ich zum Beginn auf die Werkstattmitarbeiter zugegangen bin und folgendes vereinbart habe: Wir schauen uns das jetzt drei Wochen an und danach möchte ich von Euch, also den Alt-Gesellen hören, ob das was wird.

Schon nach knapp zwei Wochen waren zwei Altgesellen bei mir und haben mir damals ganz klar gesagt „Das wird funktionieren, wir sind auf einem guten Weg, dass er einer von uns wird.“

Glücklich ist hier gerade niemand, man sei in "Schockstarre" im Autohaus Saxe am Sandberg 59. Foto: L-IZ.de

Glücklich ist hier gerade niemand, man sei in „Schockstarre“ im Autohaus Saxe am Sandberg 59. Foto: L-IZ.de

Also tatsächlich ein Idealzustand?

Ja, das kann man wirklich sagen. Auch was das ganze Drumherum betrifft, absolut engagiert, zuverlässig, freundlich; an Wochenenden und an Kundenabenden war Dhruv Patel immer freiwillig dabei und hat mitgeholfen, wenn es um Kundenwünsche ging. Er hat sich einfach hohe Sympathiewerte im Team erarbeitet.

Ich sag das jetzt einfach mal gerade heraus: So eine Einstellung erhoffen wir uns immer von den Azubis, die wir hier sonst einstellen. Und es ist auch einfach richtig: Wir haben Fachkräftemangel und wollen ausbilden. Im Fall von Herrn Patel sage ich Ihnen ganz klar: wir wollen ihn auch nach seiner Lehrzeit einstellen!

Was wissen Sie bislang über die Abläufe bei der Abschiebung – Ihnen sagte man doch noch, er käme in Abschiebehaft. Herr Patel ist aber bereits außer Landes?

Die beiden Beamten teilten mir nur mit, dass er jetzt in die Polizeidirektion Leipzig, in die Dimitroffstraße käme, mehr konnten die beiden Beamten mir auch nicht berichten. Er muss dann mittags dort angekommen sein und schon am Nachmittag haben wir gehört, dass er schon auf dem Weg nach Berlin sei. Am folgenden Morgen haben wir über Facebook erfahren, dass er in Katar zwischengelandet war und nun bereits auf dem Weg nach Neu-Dehli war.

Das ging alles rasend schnell. Dabei hat er auch darauf vertraut, dass er eine Duldung bis Januar 2020, also dem regulären Ende seiner Ausbildung in Deutschland hat. Weshalb er wohl auch darauf gebaut hat, was in seinem Pass stand, auch als sein Asylverfahren abschlägig beschieden wurde, hatte er ja noch seine Duldung.

Er hat bei seiner Verhaftung hier in der Werkstatt noch geäußert, dass es ein Missverständnis sein muss und dass er schnell wieder zurück wäre.

Eigentlich ein klassischer Fall für die Härtefallkommission, keinesfalls für eine Abschiebung, doch nun ist er einfach nicht mehr da.

Definitiv.

Wie ist der aktuelle Stand (Freitag, 8. September 2017)?

Wir haben natürlich noch am Dienstag versucht, mit anwaltlicher Unterstützung die Abschiebung zu verhindern, was ja dann letztlich aufgrund des extremen Tempos nicht mehr möglich war. Wir haben mit Herrn Patel per Whats-App und nun auch per E-Mail Kontakt und er hat unseren Anwälten eine Vollmacht erteilt, dass sie ihn in Deutschland vertreten können.

Der Ort, wo Dhruv Patel am Dienstag abgeholt wurde. Die Werkstatt von Auto Saxe. Foto: L-IZ.de

Der Ort, wo Dhruv Patel am Dienstag abgeholt wurde. Die Werkstatt von Auto Saxe. Foto: L-IZ.de

Er möchte demnach auch unbedingt zurück?

Ich habe gestern mit ihm per Whats-App telefoniert und er hat mir nochmals 1:1 gesagt, sein innigster Wunsch ist, nach Deutschland zurückzukehren und seine Ausbildung erfolgreich zu beenden. Ich solle alle Kollegen grüßen und er hofft weiterhin, dass er bald wieder in Leipzig ist.

Sie sind also aktuell mit weit mehr beschäftigt, als Autos zu verkaufen. Wie sehen derzeit die 93 Mitarbeiter im Autohaus diese ganze Sache?

Zuerst ist es so, dass die Kolleginnen und Kollegen genauso wie die Kunden, die zum Zeitpunkt der Verhaftung im Autohaus waren, sich wie in Schockstarre befanden. Ich habe am Mittwoch die komplette Mannschaft des Betriebes zusammengeholt und über den Vorgang und meine Versuche bei der BAMF, der Polizei, der Ausländerbehörde und den Sachstand berichtet.

Daraufhin hat einer unserer Mechaniker das Wort für die Belegschaft ergriffen und hat – was ich in den über zwei Jahrzehnten hier noch nicht erlebt habe – mir im Namen aller Kollegen den Auftrag erteilt, alles Irgendmögliche zu tun, um diese Abschiebung rückgängig zu machen.

Welche Chancen sehen Sie derzeit für die Rückkehr Ihres Lehrlings?

Also wir haben hier seine gesamte Akte vorliegen. Seine Krankenversicherungsunterlagen, seinen Ausbildungsvertrag, die „Passeinzugsquittung“, eine Kopie von seinem Reisepass, aus dem der Duldungsstatus hervorgeht.

Man hat ja folgendes mit Dhruv Patel gemacht. Man hat ihm zum gleichen Zeitpunkt, als man ihm die Duldung bis 2020 ausgesprochen hat, im Gegenzug seinen indischen Pass abgenommen. Man hat also mit ihm so eine Art Deal gemacht, dass er mit dieser Passabgabe die Duldung bekommt und seine Ausbildung machen kann. Zu vermuten ist, dass man bereits ab diesem Zeitpunkt seine Abschiebung vorbereitet hat.

Herr Patel muss dabei das Gefühl gehabt haben, dies wäre ein weiterer Schritt einer Legalisierung für ihn und wenigstens erst einmal seine Ausbildungszeit in Ihrem Unternehmen?

Absolut. Dazu passt ja auch, dass wir einen ganz normalen Ausbildungsvertrag mit ihm machen konnten, unterschrieben und gestempelt von der Handwerkskammer, nachdem diese auch nochmals alle Unterlagen geprüft hat.

Sie waren bereits beim Anwalt. Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Die Chance, die man jetzt hat, ist, mit einer Klage gegen die Ausländerbehörde binnen von 14 Tagen und in der Folge eine gegen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vorzugehen. Jetzt beantragen wir erst einmal Akteneinsicht.

Herr Patel hat darüber hinaus ja auch einen Ausbildungs- und damit einen gültigen Arbeitsvertrag. Gibt es einen Weg über normale Einwanderung?

Das ist sicher ein denkbarer Weg. Herr Patel ist bereits in Indien dabei, mit einem Anwalt bei der deutschen Botschaft vorsprechen zu wollen.

Haben wir etwas vergessen zu fragen, wozu Sie gern noch etwas sagen wollen?

Es bleibt ein absurder Fall und wir sind nach wie vor eigentlich noch immer in tiefer Schockstarre, wie so etwas überhaupt möglich sein kann. Das merke ich auch an der Reaktion unserer Mitarbeiter, die da wirklich so eine Solidargemeinschaft bilden. Es dürfen private Bilder für die Presse genutzt werden und es wird gemeinsam alles versucht, damit er seine Ausbildung hier fortsetzen kann.

Hinzu kommt einfach auch bei diesem „grauen Thema“ Flüchtlinge, dass hier natürlich auch allen klar geworden ist, dass es ganz anders, als so gern erzählt und positiv laufen kann. Seine ganze Einstellung und sein Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen, auch mit solchen – sagen wir mal urdeutschen – Werten wie Pünktlichkeit, Pausenzeiten (lacht) …

Sie haben ihren Prokuristen Franz beauftragt, alles für den Lehrling zu unternehmen. Die Werkstatt-Kollegen gemeinsam mit Dhruv Patel. Foto: Auto Saxe

Sie haben ihren Prokuristen Franz beauftragt, alles für den Lehrling zu unternehmen. Die Werkstatt-Kollegen gemeinsam mit Dhruv Patel. Foto: Auto Saxe

Wir haben einfach alle das sichere Gefühl, dass es hier um eine gelungene Integration geht. Er kam allein und hat nun sogar nach zwei Flüchtlingsunterkünften eine eigene Wohnung. Und mal unabhängig von uns als Unternehmen entsteht doch hier auch der Gesellschaft ein wirtschaftlicher Schaden! Er ist seit vier Wochen zur Fahrschule angemeldet, was wird denn jetzt mit der Wohnung?

Und noch mal: Für uns war ganz klar der Fahrplan, Dhruv Patel nach Abschluss seiner Lehre einen Arbeitsvertrag anzubieten und ihn auch dann weiterzubilden. Wir brauchen ihn hier, wir suchen händeringend Mechaniker.

Gut, dann haben wir doch noch eine Frage an Sie, als Prokurist eines Unternehmens mit 93 Angestellten. Wenn also so etwas möglich ist wie in diesem Fall, dann passt doch etwas beim Thema Fachkräftemangel nicht zusammen?

Natürlich nicht. Jetzt sind wir noch alle hier ziemlich konsterniert – aber in der Folge müssen wir uns natürlich auch fragen, wie gehen wir denn in der Folge mit dem Erlebten um? So gibt es jetzt schon viele Unternehmen, die gar nicht mehr ausbilden, weil die Qualität und Quantität der Bewerber leider unzureichend ist. Also lassen es viele gleich ganz.

Und nun müssen wir hier gegebenenfalls auch noch darüber nachdenken, ob es unter den jetzigen gesetzlichen Voraussetzungen eigentlich Sinn macht, in Ausbildung von Flüchtlingen zu investieren und weitere solche Projekte zu starten? Weil die Frage doch steht: Was hat es für einen Sinn, dass wir wieder Menschen finden, die ein Praktikum machen, die eine Ausbildung beginnen und die werden wieder abgeschoben?

Wir werden sicher auch da noch darüber nachdenken und versuchen, alle nochmals an einen Tisch zu bringen, um hier mal zu klären, wie uns Behörden und der Gesetzgeber einfach mehr Sicherheit geben können. Noch weniger nachvollziehbar ist doch, dass es scheinbar einfacher ist, hier einfach jemanden aus dem Ausbildungsbetrieb zu holen, während manche, die hier sogar kriminell werden, nicht abgeschoben werden?

In diesem Fall möchten wir Ihnen für das Gespräch danken und vor allem viel Kraft für die kommenden Schritte wünschen, um Ihren Kollegen wieder nach Leipzig zurückzuholen.

Update 11. September 2017: Nach bisherigen Informationen des Innenministeriums vom heutigen Tage ist der Grund für die urplötzliche Abschiebung, dass Herr Patel bei seinen persönlichen Daten falsche Angaben gemacht haben soll.

Auf Rückfrage an das Autohaus Saxe erklärte Michael Franz gegenüber L-IZ.de, dass man sich weiterhin bemüht, nun erst einmal die Herausgabe der Akte zu erwirken, um den Fall weiter zu prüfen. Am Wunsch, den Lehrling wieder ins Unternehmen zurückzuholen, haben die neuen Informationen derzeit nichts geändert, so Franz. Warum und was sein Lehrling falsch angegeben haben soll, weiß derzeit noch niemand.

In eigener Sache: Die Abo-Auktion geht allmählich zu Ende

 

InterviewAbschiebungAuto Saxe
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
IG Metall ruft zum Warnstreik bei BMW Leipzig und Schnellecke auf
11. Integrationsmesse Leipzig am 18. Mai 2018: Beteiligungsmöglichkeit für Unternehmen, Vereine und Akteure
Leipzig-SPD empfiehlt Aufnahme von Koalitionsverhandlungen
Zum 10. Mal Notenspur-Salons an authentischen Musikerbe-Stätten
Polizeibericht, 17. Januar: Zeugin gesucht, Vermeintlicher KWL-Mitarbeiter, Brutaler Taxiräuber ergriffen
Verena Meiwald (Linke): Bürgschafts-Reste und Haushaltsüberschuss den Menschen zurückgeben, anstatt damit Schatzkisten zu füllen
Verkauf von ehemaligem Sachsen-LB-Portfolio
Markkleeberg: Bürgeranhörung zum „Wohnquartier Großstädteln“
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Silvesterknaller, Treuhandschatten, Sondierungs-Gerumpel und eine Stadt in der Nahverkehrs-Klemme
Die Leipziger Zeitung Nr. 51. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Da mischte dann auch "Friederike" noch ein bisschen mit. Ganz vorsichtig brachte der Fahrer die druckfrischen Exemplare der Leipziger Zeitung ins Büro. Morgen werden auch die Verkaufsstellen beliefert. Bei so einem Sturm darf man sich auch um die Auslieferer sorgen, die das mit dem Fahrrad machen. Eigentlich das richtige Fahrzeug für eine bodenständige Leipziger Zeitung. Nur der Sturm ...
Sozialdezernat sieht keinen Grund für eine Extra-Anpassung der KdU-Sätze in Leipzig
Bitte warten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAuch Leipzigs Verwaltung spricht in Leipzig nur noch von einer Wohnungsmarktreserve von 2 Prozent. So niedrig ist der Wohnungsleerstand mittlerweile. Der Wohnungsneubau aber nimmt nicht wirklich Fahrt auf. Was auch daran liegt, dass das wichtigste Wohnungsmarktelement beim Neubau noch völlig fehlt: der sozial geförderte Wohnungsbau. In einigen Stadtquartieren steigen die Mieten. Da sollten auch die KdU-Sätze stärker steigen, hatte die Linksfraktion im Herbst beantragt.
Nicht die Stellen fehlen im Land, sondern die anständige Bezahlung für real geleistete Arbeit
Kassensturz mit letztem Knopf. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserUnseren Beitrag „Dem Osten fehlt heute schon die Hälfte des benötigten Ausbildungsnachwuchses“ kommentierte „Olaf“ mit den Worten: „Wenn es denn zuträfe, dass es zu wenig Arbeitnehmer gäbe, müsste sich dies nach den Regeln des Marktes auch in den Arbeitsverhältnissen widerspiegeln. Sowohl in Quantität als auch in Qualität (Leiharbeit, befristete AV, Werkverträge, Entlohnung). Das ist nicht der Fall.“ Und dann verlinkte er auf einen Beitrag der „Frankfurter Neuen Presse“, in dem das scheinbar erklärt wird.
Rechtsgerichtete Verlage kann man von der Leipziger Buchmesse nicht ausschließen, aber man kann ihr Gedankengut kritisch hinterfragen
Leipziger Buchmesse 2017. Foto: Leipziger Messe

Foto: Leipziger Messe

Für alle LeserDie Vorfälle auf der Frankfurter Buchmesse sorgten im Oktober für eine Menge Aufmerksamkeit. Dort geriet die kritische Auseinandersetzung mit den auftretenden rechtsradikalen Verlegern teilweise regelrecht tumultuarisch. Die bundesweite Diskussion dazu nahm geradezu opulente Züge an. Und die Linksfraktion im Leipziger Stadtrat beantragte hernach, dass die Stadt dafür sorgen möge, dass die Rechtsausleger auf der Leipziger Buchmesse nicht mehr ausstellen dürfen.
Der Moderne Prometheus erlebt im Westflügel seine Wiederaufnahme
Frankenstein oder Der moderne Prometheus. Foto: Dana Ersing

Foto: Dana Ersing

Für alle LeserEigentlich hatten es schöne Sommertage am Genfer See werden sollen, die ein paar der berühmtesten englischen Dichter gemeinsam verbringen wollten. Doch dann war das Wetter „nass, stürmisch und gewitterreich“, wie sich Mary Shelley erinnert. Die fünf verbrachten die Tage zwangsläufig im Haus und erzählten sich Schauergeschichten. Und das berühmte Ergebnis dieses Sommers war jenes Buch, das 1818 unter dem Titel „Frankenstein or The Modern Prometheus“ erschien. Die Schaubühne feiert das 200-jährige jetzt auf ihre Art.
Der neue Nahverkehrsplan des ZVNL, eine Analyse – Teil 1
Querschnittsbelastung im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz 2015. Grafik: ZVNL

Grafik: ZVNL

Für alle LeserIm Jahr 2016 begann der Zweckverband Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) die 3. Fortschreibung des Nahverkehrsplans für die Region Leipzig. Im Folgenden wird die Entwicklung des SPNV in Leipzig und Umgebung betrachtet. Als man im Jahr 2006 den Nahverkehrsplan (NVP) für die Region Leipzig begann zum zweiten Male fortzuschreiben, war das Land im Fieber der Fußball-WM, die 1. GroKo der Nachwendezeit regierte, Merkel hatte ihr erstes Jahr als Kanzlerin hinter sich, Roland Koch und Peer Steinbrück stutzten mit dem Koch-Steinbrück-Papier die Regionalisierungsmittel zur Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zusammen.
Airbnb und Co. sind längst auch ein Problem für den Leipziger Mietwohnungsmarkt
Für kleine Einkommen ist der Leipziger Wohnungsmarkt längst eng geworden. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAuf kommerzielle Übernachtungsplattformen wie Airbnb, Windu oder 9flats werden auch viele Wohnungen in Leipzig für Touristen als Feriendomizil angeboten. Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Wohnungsknappheit in Leipzig hat die SPD-Fraktion hierzu eine Anfrage zur nächsten Ratsversammlung eingereicht. Denn in Leipzig geht es augenscheinlich längst genauso zu wie in Berlin.
Grüne beantragen einen systematischen Bienenschutz in der Stadt Leipzig
Müde Biene. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAuch Städte wie Leipzig sind Lebensräume für Insekten. Und sie spielen eine immer größere Rolle, je verheerender der Verlust von Insekten in den industriell bewirtschafteten Landschaften ist. Das betrifft auch Bienen, stellen die Grünen jetzt in einem Stadtratsantrag fest. Und wollen, dass sich Leipzig wirklich ehrlichen Herzens für die Bienen und ihre bedrohten Lebensräume engagiert. Denn bislang geht auch in Leipzig Sturheit vor Schutz.
Sachsen kann fast 1 Milliarde Euro aus dem Garantiefonds behalten
Ein Euro aus dem fernen Jahr 2008. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFinale für ein halsbrecherisches Abenteuer, könnte man drüberschreiben über diesen Artikel. Denn was sich schon im Lauf des Jahres 2017 ankündigte, könnte sich schon in den nächsten Wochen klären. Dann kann der Garantiefonds zur einstigen Sächsischen Landesbank geschlossen werden und der Finanzminister zwischen 1,2 Milliarden und 890 Millionen Euro wieder dem regulären Staatshaushalt zuführen.
Anweisung des Leipziger Umweltamtes zur Beseitigung der NUKLA-Informationstafeln in der Elsteraue hatte keine Grundlage
Der Auwald in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWas passiert eigentlich, wenn Verwaltungshandeln durch persönliche Animositäten bestimmt wird und nicht durch sachliche Rechtsentscheidungen? Es gibt juristischen Ärger. Zumindest, wenn einer zäh und beharrlich dranbleibt wie der NuKla e.V. Der hat 2016 vier naturnahe Flächen in der Elsteraue erworben und dort 2017 zwei Schilder aufgestellt, die die Wanderer an den Schutz des Auenwaldes erinnern. Aber im Oktober wies das Leipziger Umweltamt den Abbau der Schilder an. Ein Fall für den Rechtsanwalt.
Erste Ausstellung im FANG Studio: Frank Machalowski monster
monster. Foto: Frank Machalowski

monster. Foto: Frank Machalowski

Das FANG Studio freut sich auf seine erste Ausstellung im Februar und begrüßt im Laden den Fotografen und Künstler Frank Machalowski mit seiner Bildserie monster, einer frühen Arbeit von 2012, die kontinuierlich erweitert wird. Machalowskis Motive sind überlaufene öffentliche Plätze, Straßen, Veranstaltungen und Kundgebungen, mit analoger Technik auf Schwarz-Weiß-Film gebannt.
Ökolöwe schickt eine dringende To-do-Liste an den neuen Leipziger Fußverkehrsbeauftragten
Brisanter Ort für Fußgänger in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicht alle Wünsche gehen in Erfüllung. Aber dass Leipzig jetzt endlich mit dem Geographen Friedemann Goerl einen eigenen Fußverkehrsverantwortlichen hat, empfindet man auch beim Ökolöwen als wichtigen Fortschritt. Bislang hatte Leipzig gar keinen, obwohl seit über 20 Jahren das Arbeitsziel in der Stadtpolitik steht: „Stadt der kurzen Wege“. Kurze Wege sind für Fußgänger in Leipzig aber oft lebensgefährlich. Es gibt zu tun.
Aus drei Fraktionen gibt es Unterstützung für das Anliegen des Leipziger Migrantenbeirats
Der Rathausturm im Frühlingssonnenschein. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserUrsprünglich war es nur ein Antrag des Migrantenbeirats, der sich wünscht, die Öffentlichkeitsarbeit deutlich zu verbessern. Er dachte dabei nicht nur an die eigene Arbeit, sondern die aller Fachbeiräte, die den Leipziger Stadtrat beraten. Jetzt haben drei Fraktionen den Antrag aufgegriffen und einen entsprechenden Änderungsantrag formuliert. Eigentlich nicht viel. Jetzt ist die Verwaltung aufgefordert, eine Lösung zu finden.
Am 24. Januar startet die erste Veranstaltungsreihe der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Paulinum der Uni Leipzig
Paulinum der Universität Leipzig mit Blick auf die Jehmlich-Orgel. Foto: Marion Wenzel /Universität Leipzig

Foto: Marion Wenzel/Universität Leipzig

Für alle LeserAm 24. Januar um 19 Uhr gibt es die erste große Veranstaltung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli der Uni Leipzig. Der im Dezember feierlich eröffnete Raum wird damit auch zum Erlebnisraum für moderne Wissenschaft. Die soll in der Veranstaltungsreihe „exkurs – Einblicke in die Welt der Wissenschaft“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verständlich und anschaulich präsentiert werden.
Polizeigewerkschaft fordert schnellere Öffentlichkeitsfahndungen
Aufgrund der gestiegenen Zahl von Flüchtlingen wird an Sachsens Grenzen mittlerweile wieder kontrolliert. Foto: Bundespolizei

Foto: Bundespolizei

Für alle LeserWeil zwischen Straftaten und Öffentlichkeitsfahndungen häufig mehrere Monate vergehen und eine Aufklärung damit erschwert werde, fordert der sächsische Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft eine schnellere Veröffentlichung von Fotos von Verdächtigen. Aus der Polizeidirektion Dresden und der sächsischen Linksfraktion kommt Widerspruch. Die Massenfahndung nach G20-Straftätern hatte jüngst die Probleme dieser Art der Aufklärung gezeigt.