Abschiebung im Autohaus Saxe – ein Interview

Integration? Wenn ein Kollege fehlt

Für alle LeserAllmählich ist offenbar ein Art Sonderrecht entstanden, wenn es um die Arbeit der Ausländerbehörde Leipzig geht. Wie sonst ist es wohl zu erklären, dass trotz anders lautender Gesetzgebung über den Verbleib von Flüchtlingen im Falle einer Ausbildung oder Arbeitsaufnahme am Dienstag, dem 5. September 2017, zwei Polizeibeamte das Autohaus Saxe betraten, um einen Lehrling des Unternehmens zur Abschiebung abzuholen. Ein weiterer Fall in Sachsen, deren Hintergründe mehr als fraglich sind, ein ganzes Unternehmen mit 93 Mitarbeitern perplex zurücklässt und ohne rechtsstaatliche Wege wie zum Beispiel eine ordentliche Gerichtsverhandlung auskommt.

Für ein Interview zum Vorgang erklärte sich Herr Michel Franz, Prokurist bei Auto Saxe, bereit. Herr Michael Franz, Ihnen ist bei Auto Saxe ein Lehrling abhandengekommen. Wann war das und wie sind die näheren Umstände?

Am Dienstagvormittag, 5. September, waren auf einmal zwei Polizeibeamte mit Pistolen am Gürtel in unserer Werkstatt. Ich beobachtete das und begrüßte die beiden Herrn und fragte sie, was ihr Begehr sei. Daraufhin wurde mir geantwortet, dass man unseren Auszubildenden Dhruv Patel suchen würde, da gegen ihn jetzt Abschiebehaft verhängt worden wäre und sie die Aufgabe hätten, ihn abzuholen.

Daraufhin habe ich die beiden Beamten zu unserem Lehrling gebracht und sie haben ihm in einem sehr energischen Tonfall mitgeteilt, dass er nun sofort abgeschoben würde. Auf meine Frage hin, ob man das noch verhindern könne, teilten mir die beiden mit, dass man das nicht mehr verhindern könne und sie würden letztlich hier nur im Auftrag der Ausländerbehörde und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge handeln.

Um das einfach auszuschließen – es gibt auch keine Informationen darüber, ob seitens der Polizei etwas gegen Herrn Patel vorliegt?

Nein, dafür gibt es keinerlei Indizien. Die Beamten haben explizit geäußert, dass sie ihn mitnehmen, um ihn abzuschieben, da der Asylantrag negativ bescheinigt wurde (dennoch kann, wie hier vorliegend, eine Duldung ausgesprochen werden, d. Red.). Das ist der einzige Grund, was man uns auch auf mehrmalige Nachfragen hin mitgeteilt hat.

Was nahelegt, dass Ihr Lehrling nicht aus Deutschland stammt und dies der einzige Grund ist. Wer ist Dhruv Patel?

Dhruv Patel kommt aus Indien und ist 24 Jahre jung. Er hat bereits eine Ausbildung zum Ingenieur für Verfahrenstechnik in Indien abgeschlossen, nach Europa kam er über Paris. In Deutschland beantragte er Asyl und erhielt eine Duldung bis zum Jahr 2020. Nach einem verlängerten Praktikum bei Auto Saxe seit dem späten Frühjahr 2016, einem umfassenden Deutschkurs und einem Einstiegs-Qualifizierungsjahr ist er seit dem 1. August bei uns in einer Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker.

Bereit im Namen der 93 Mitarbeiter für ihren Lehrling zu kämpfen. Michael Franz, Prokurist bei Auto Saxe. Foto: L-IZ.de

Bereit im Namen der 93 Mitarbeiter für ihren Lehrling zu kämpfen. Michael Franz, Prokurist bei Auto Saxe. Foto: L-IZ.de

Wie haben Sie Herrn Patel kennengelernt?

Wir sind mit unserem Kollegen durch die Bundesagentur für Arbeit in Kontakt gekommen. Zu Beginn der stärkeren Flüchtlingszuwanderung haben wir dort als mittelständisches Unternehmen nachgefragt, welche KfZ-affinen Kandidaten es geben könnte. Die Bundesagentur hat dann eine Auswahl zusammengestellt, wir haben Praktika und Ausbildungsplätze angeboten. 15 Menschen waren dann in der engeren Auswahl, einige sprachen Englisch, andere ein paar Worte Deutsch oder es wurden Dolmetscher dazugeholt – und so haben wir dann letztlich Herrn Patel kennengelernt.

Man muss auch einfach dazusagen, in den ersten neun Monaten des Qualifizierungsjahres hat sich Dhruv Patel fachlich so weit entwickelt, dass er sogar gleich mit dem zweiten Ausbildungsjahr im Unternehmen und in der Berufsschule starten konnte. Auch natürlich, weil er daneben die Volkshochschule besuchte und jetzt ein sehr, sehr gutes Deutsch spricht.

Für Sie und „Auto Saxe“ als Arbeitgeber also seitens der Arbeitsagentur ein offizieller Vorgang und im Unternehmen eher schon ein mehr als idealer Verlauf. Die sogenannte „Bleibeperspektive“ ist demnach doch mehr als gegeben. Sie müssen doch davon ausgegangen sein, dass es gar nicht zu einer Abschiebung kommen kann?

Ja, wir sind fest davon ausgegangen, dass so eine Abschiebung überhaupt nicht passieren kann, vor allem nach dem Integrationsgesetz. Was die Regelung vorsieht, dass für mindestens die drei Jahre Ausbildung und nochmals zwei Jahre danach Bleibe- und Duldungsrecht gilt.

Man muss sich das alles auch mal aus Mitarbeiterperspektive hier vorstellen. Natürlich gab es anfangs auch Skepsis, weshalb ich zum Beginn auf die Werkstattmitarbeiter zugegangen bin und folgendes vereinbart habe: Wir schauen uns das jetzt drei Wochen an und danach möchte ich von Euch, also den Alt-Gesellen hören, ob das was wird.

Schon nach knapp zwei Wochen waren zwei Altgesellen bei mir und haben mir damals ganz klar gesagt „Das wird funktionieren, wir sind auf einem guten Weg, dass er einer von uns wird.“

Glücklich ist hier gerade niemand, man sei in "Schockstarre" im Autohaus Saxe am Sandberg 59. Foto: L-IZ.de

Glücklich ist hier gerade niemand, man sei in „Schockstarre“ im Autohaus Saxe am Sandberg 59. Foto: L-IZ.de

Also tatsächlich ein Idealzustand?

Ja, das kann man wirklich sagen. Auch was das ganze Drumherum betrifft, absolut engagiert, zuverlässig, freundlich; an Wochenenden und an Kundenabenden war Dhruv Patel immer freiwillig dabei und hat mitgeholfen, wenn es um Kundenwünsche ging. Er hat sich einfach hohe Sympathiewerte im Team erarbeitet.

Ich sag das jetzt einfach mal gerade heraus: So eine Einstellung erhoffen wir uns immer von den Azubis, die wir hier sonst einstellen. Und es ist auch einfach richtig: Wir haben Fachkräftemangel und wollen ausbilden. Im Fall von Herrn Patel sage ich Ihnen ganz klar: wir wollen ihn auch nach seiner Lehrzeit einstellen!

Was wissen Sie bislang über die Abläufe bei der Abschiebung – Ihnen sagte man doch noch, er käme in Abschiebehaft. Herr Patel ist aber bereits außer Landes?

Die beiden Beamten teilten mir nur mit, dass er jetzt in die Polizeidirektion Leipzig, in die Dimitroffstraße käme, mehr konnten die beiden Beamten mir auch nicht berichten. Er muss dann mittags dort angekommen sein und schon am Nachmittag haben wir gehört, dass er schon auf dem Weg nach Berlin sei. Am folgenden Morgen haben wir über Facebook erfahren, dass er in Katar zwischengelandet war und nun bereits auf dem Weg nach Neu-Dehli war.

Das ging alles rasend schnell. Dabei hat er auch darauf vertraut, dass er eine Duldung bis Januar 2020, also dem regulären Ende seiner Ausbildung in Deutschland hat. Weshalb er wohl auch darauf gebaut hat, was in seinem Pass stand, auch als sein Asylverfahren abschlägig beschieden wurde, hatte er ja noch seine Duldung.

Er hat bei seiner Verhaftung hier in der Werkstatt noch geäußert, dass es ein Missverständnis sein muss und dass er schnell wieder zurück wäre.

Eigentlich ein klassischer Fall für die Härtefallkommission, keinesfalls für eine Abschiebung, doch nun ist er einfach nicht mehr da.

Definitiv.

Wie ist der aktuelle Stand (Freitag, 8. September 2017)?

Wir haben natürlich noch am Dienstag versucht, mit anwaltlicher Unterstützung die Abschiebung zu verhindern, was ja dann letztlich aufgrund des extremen Tempos nicht mehr möglich war. Wir haben mit Herrn Patel per Whats-App und nun auch per E-Mail Kontakt und er hat unseren Anwälten eine Vollmacht erteilt, dass sie ihn in Deutschland vertreten können.

Der Ort, wo Dhruv Patel am Dienstag abgeholt wurde. Die Werkstatt von Auto Saxe. Foto: L-IZ.de

Der Ort, wo Dhruv Patel am Dienstag abgeholt wurde. Die Werkstatt von Auto Saxe. Foto: L-IZ.de

Er möchte demnach auch unbedingt zurück?

Ich habe gestern mit ihm per Whats-App telefoniert und er hat mir nochmals 1:1 gesagt, sein innigster Wunsch ist, nach Deutschland zurückzukehren und seine Ausbildung erfolgreich zu beenden. Ich solle alle Kollegen grüßen und er hofft weiterhin, dass er bald wieder in Leipzig ist.

Sie sind also aktuell mit weit mehr beschäftigt, als Autos zu verkaufen. Wie sehen derzeit die 93 Mitarbeiter im Autohaus diese ganze Sache?

Zuerst ist es so, dass die Kolleginnen und Kollegen genauso wie die Kunden, die zum Zeitpunkt der Verhaftung im Autohaus waren, sich wie in Schockstarre befanden. Ich habe am Mittwoch die komplette Mannschaft des Betriebes zusammengeholt und über den Vorgang und meine Versuche bei der BAMF, der Polizei, der Ausländerbehörde und den Sachstand berichtet.

Daraufhin hat einer unserer Mechaniker das Wort für die Belegschaft ergriffen und hat – was ich in den über zwei Jahrzehnten hier noch nicht erlebt habe – mir im Namen aller Kollegen den Auftrag erteilt, alles Irgendmögliche zu tun, um diese Abschiebung rückgängig zu machen.

Welche Chancen sehen Sie derzeit für die Rückkehr Ihres Lehrlings?

Also wir haben hier seine gesamte Akte vorliegen. Seine Krankenversicherungsunterlagen, seinen Ausbildungsvertrag, die „Passeinzugsquittung“, eine Kopie von seinem Reisepass, aus dem der Duldungsstatus hervorgeht.

Man hat ja folgendes mit Dhruv Patel gemacht. Man hat ihm zum gleichen Zeitpunkt, als man ihm die Duldung bis 2020 ausgesprochen hat, im Gegenzug seinen indischen Pass abgenommen. Man hat also mit ihm so eine Art Deal gemacht, dass er mit dieser Passabgabe die Duldung bekommt und seine Ausbildung machen kann. Zu vermuten ist, dass man bereits ab diesem Zeitpunkt seine Abschiebung vorbereitet hat.

Herr Patel muss dabei das Gefühl gehabt haben, dies wäre ein weiterer Schritt einer Legalisierung für ihn und wenigstens erst einmal seine Ausbildungszeit in Ihrem Unternehmen?

Absolut. Dazu passt ja auch, dass wir einen ganz normalen Ausbildungsvertrag mit ihm machen konnten, unterschrieben und gestempelt von der Handwerkskammer, nachdem diese auch nochmals alle Unterlagen geprüft hat.

Sie waren bereits beim Anwalt. Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Die Chance, die man jetzt hat, ist, mit einer Klage gegen die Ausländerbehörde binnen von 14 Tagen und in der Folge eine gegen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vorzugehen. Jetzt beantragen wir erst einmal Akteneinsicht.

Herr Patel hat darüber hinaus ja auch einen Ausbildungs- und damit einen gültigen Arbeitsvertrag. Gibt es einen Weg über normale Einwanderung?

Das ist sicher ein denkbarer Weg. Herr Patel ist bereits in Indien dabei, mit einem Anwalt bei der deutschen Botschaft vorsprechen zu wollen.

Haben wir etwas vergessen zu fragen, wozu Sie gern noch etwas sagen wollen?

Es bleibt ein absurder Fall und wir sind nach wie vor eigentlich noch immer in tiefer Schockstarre, wie so etwas überhaupt möglich sein kann. Das merke ich auch an der Reaktion unserer Mitarbeiter, die da wirklich so eine Solidargemeinschaft bilden. Es dürfen private Bilder für die Presse genutzt werden und es wird gemeinsam alles versucht, damit er seine Ausbildung hier fortsetzen kann.

Hinzu kommt einfach auch bei diesem „grauen Thema“ Flüchtlinge, dass hier natürlich auch allen klar geworden ist, dass es ganz anders, als so gern erzählt und positiv laufen kann. Seine ganze Einstellung und sein Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen, auch mit solchen – sagen wir mal urdeutschen – Werten wie Pünktlichkeit, Pausenzeiten (lacht) …

Sie haben ihren Prokuristen Franz beauftragt, alles für den Lehrling zu unternehmen. Die Werkstatt-Kollegen gemeinsam mit Dhruv Patel. Foto: Auto Saxe

Sie haben ihren Prokuristen Franz beauftragt, alles für den Lehrling zu unternehmen. Die Werkstatt-Kollegen gemeinsam mit Dhruv Patel. Foto: Auto Saxe

Wir haben einfach alle das sichere Gefühl, dass es hier um eine gelungene Integration geht. Er kam allein und hat nun sogar nach zwei Flüchtlingsunterkünften eine eigene Wohnung. Und mal unabhängig von uns als Unternehmen entsteht doch hier auch der Gesellschaft ein wirtschaftlicher Schaden! Er ist seit vier Wochen zur Fahrschule angemeldet, was wird denn jetzt mit der Wohnung?

Und noch mal: Für uns war ganz klar der Fahrplan, Dhruv Patel nach Abschluss seiner Lehre einen Arbeitsvertrag anzubieten und ihn auch dann weiterzubilden. Wir brauchen ihn hier, wir suchen händeringend Mechaniker.

Gut, dann haben wir doch noch eine Frage an Sie, als Prokurist eines Unternehmens mit 93 Angestellten. Wenn also so etwas möglich ist wie in diesem Fall, dann passt doch etwas beim Thema Fachkräftemangel nicht zusammen?

Natürlich nicht. Jetzt sind wir noch alle hier ziemlich konsterniert – aber in der Folge müssen wir uns natürlich auch fragen, wie gehen wir denn in der Folge mit dem Erlebten um? So gibt es jetzt schon viele Unternehmen, die gar nicht mehr ausbilden, weil die Qualität und Quantität der Bewerber leider unzureichend ist. Also lassen es viele gleich ganz.

Und nun müssen wir hier gegebenenfalls auch noch darüber nachdenken, ob es unter den jetzigen gesetzlichen Voraussetzungen eigentlich Sinn macht, in Ausbildung von Flüchtlingen zu investieren und weitere solche Projekte zu starten? Weil die Frage doch steht: Was hat es für einen Sinn, dass wir wieder Menschen finden, die ein Praktikum machen, die eine Ausbildung beginnen und die werden wieder abgeschoben?

Wir werden sicher auch da noch darüber nachdenken und versuchen, alle nochmals an einen Tisch zu bringen, um hier mal zu klären, wie uns Behörden und der Gesetzgeber einfach mehr Sicherheit geben können. Noch weniger nachvollziehbar ist doch, dass es scheinbar einfacher ist, hier einfach jemanden aus dem Ausbildungsbetrieb zu holen, während manche, die hier sogar kriminell werden, nicht abgeschoben werden?

In diesem Fall möchten wir Ihnen für das Gespräch danken und vor allem viel Kraft für die kommenden Schritte wünschen, um Ihren Kollegen wieder nach Leipzig zurückzuholen.

Update 11. September 2017: Nach bisherigen Informationen des Innenministeriums vom heutigen Tage ist der Grund für die urplötzliche Abschiebung, dass Herr Patel bei seinen persönlichen Daten falsche Angaben gemacht haben soll.

Auf Rückfrage an das Autohaus Saxe erklärte Michael Franz gegenüber L-IZ.de, dass man sich weiterhin bemüht, nun erst einmal die Herausgabe der Akte zu erwirken, um den Fall weiter zu prüfen. Am Wunsch, den Lehrling wieder ins Unternehmen zurückzuholen, haben die neuen Informationen derzeit nichts geändert, so Franz. Warum und was sein Lehrling falsch angegeben haben soll, weiß derzeit noch niemand.

In eigener Sache: Die Abo-Auktion geht allmählich zu Ende

 

InterviewAbschiebungAuto Saxe
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
XXI. Internationale Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig beendet
Sommerfest und Vernissage im Tapetenwerk
Fun first! 19-jährige Bernburgerin erstmals beim Funcross in ihrer Heimatstadt am Start
Women Are Here! – Geflüchtete Frauen und Unterstützerinnen in Leipzig organisieren Aktionstour
Thomaskantor Gotthold Schwarz dirigiert festliches Gedenkkonzert an Johann Sebastian Bachs 268. Todestag in der Thomaskirche
Investitionsvorhaben in der Region Leipzig ziehen deutlich an: aktueller Überblick zu mehr als 60 Projekten mit einer Investitionssumme von über 4,8 Milliarden Euro
Polizeibericht, 20. Juli: lebensbedrohliche Verletzung, Quad geklaut, Autos angezündet
Bike for charity – 900 km Radfahren für den guten Zweck: Spendenaktion für den Förderkreis Kinderdialyse am Klinikum St. Georg
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Wie gedankenloser Umgang mit Medikamenten unsere Umwelt und unsere Gesundheit gefährdet
Was schäumt denn da? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferLZ/Auszug aus Ausgabe 56Wer auf der Homepage der Stadt Leipzig nach Informationen zu Medikamenten in Flüssen, Seen und Grundwasser sucht, wird nicht fündig. Auch unterm Thema Gewässerschutz hält das Amt für Umweltschutz dazu keine Informationen bereit. Man muss schon auf die Seiten des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) gehen, um erste Hinweise darauf zu finden, dass auch in sächsischen Flüssen Arzneimittelrückstände deutlich über den geltenden Grenzwerten zu finden sind.
Altmedikamente werden auch in sächsischen Grundwasserkörpern immer öfter nachgewiesen
Rücknahme von Altmedikamenten. Foto: Ökolöwe

Foto: Ökolöwe

Für alle LeserIn letzter Zeit wurde zwar mehrfach thematisiert, dass die achtlos weggeschütteten Medikamtenrückstände auch in Klärwerken und Flüssen landen. Aber nicht nur dort sind sie nachweisbar, wenn Forscher Proben entnehmen. Sie landen auch im sächsischen Grundwasser. Ein Thema, mit dem sich jetzt der Landtagsabgeordnete der Grünen, Volkmar Zschocke, beschäftigt hat. Und Sachsens Sozialministerin kann ihm keine Entwarnung geben. Im Gegenteil.
NuKLA schreibt einen Offenen Brief an Leipzigs Stadtförster
Die Info-Tafeln im Waldgebiet Nonne. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit dem 7. Juli werden die Leipziger jetzt zwar mit fünf Info-Tafeln im Waldgebiet Nonne irgendwie über den Stadtwald und den Waldumbau informiert. Aber die Tafeln werfen viel mehr Fragen zu einem wirklich naturnahen Auenwald auf als sie beantworten. Entsprechend kritisch fällt der Offene Brief aus, den der Vorsitzende des NuKLA e.V., Wolfgang Stoiber, an Andreas Sickert, den Leiter der Abteilung Stadtforsten im Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer, schrieb. Hier ist er.
Sachsens Umweltministerium denkt gar nicht daran, den Sachsenforst nach FSC zu zertifizieren
Holzeinschlag im Leipziger Auwald. Foto: Gernot Borriss

Foto: Gernot Borriss

Für alle LeserAuch der Streit um die Wälder in Sachsen wird weitergehen. Nicht nur auf Leipziger Ebene. Auch die Staatsregierung steht für ihre Waldpolitik in der Kritik. Und dasselbe Trauerspiel gibt es in Thüringen, wo die Staatsregierung zumindest schon mal die Prüfung eingeleitet hat, was die Umstellung der Zertifizierung des Thüringer Staatsforstes auf den höheren Standard FSC kosten würde.
Das Untertan-Projekt: Die erstaunlichen Parallelen zum Hochstapler Felix Krull
Das fasste man als Heuchelei und Überhebung auf ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMenschen leben, wie es aussieht, immer in einer Blase. Und dadurch sind sie manipulierbar. Denn was wir mit diesem „gereiften“ Diederich erleben, ist im Grunde die Karriere eines Hochstaplers. Das Thema muss in der Familie gelegen haben. Oder die beiden konkurrierenden Brüder Heinrich und Thomas Mann beschäftigten sich eben doch fast gleichzeitig mit einem ähnlichen Typus. Denn während Heinrich ab 1906 am „Untertan“-Stoff arbeitete, begann Thomas 1905 mit der Konzeption für den Hochstaplerroman, der erst ein halbes Jahrhundert später fertig werden sollte: „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“.
Leichtathletik-DM 2018: Drei Finalplatzierungen mit verhaltener Freude
Roy Schmidt (DHfK/ m.) machte im 100 Meter-Zwischenlauf das Finale klar. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserZwei fünfte und einen sechsten Platz holten die Leipziger Teilnehmer am Samstag aus den Finals der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Nürnberg heraus. Die DHfK-Athleten Alexander John - über 110 Meter Hürden - und Roy Schmidt - über 100 Meter - sorgten für die fünften Ränge. Speerwerferin Christine Winkler kam auf Sechs ein. Zudem qualifizierte sich 1.500 Meter-Läuferin Julia Klein (ebenfalls SC DHfK) für das Finale am Sonntag. Dort starten auch die 3 x 1.000 Meter U20-Staffel der DHfK-Jungs sowie die StG Leipzig - alias SG MoGoNo - über 4 x 400 Meter U20.
Tausende feiern in Leipzig den Christopher Street Day + Video & Bildergalerie
Spontante Tanzeinlage auf dem CSD. Foto: Alexander Böhm

Spontante Tanzeinlage auf dem CSD. Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserDie Teilnehmerzahlen von Köln und Berlin liegen für den Leipziger „Christopher Street Day“ mit je über 30.000 und rund 80.000 Teilnehmenden an den Paraden sicher noch in weiter Zahlenferne. Doch in diesem Jahr meldeten alle Städte neue Rekorde – so auch am 21. Juli in Leipzig. Laut der Forschungsgruppe „Durchgezählt“ beteiligten sich etwa 3.500 bis 4.500 Menschen an der heutigen Demonstration zum CSD in der Messestadt. Wenn man zudem in der Geschichte der bunten Umzüge kramt, stößt man darauf, dass im kommenden Jahr ein Jubiläum ansteht. Denn 1969 wehrten sich erstmals Menschen in New York beim „Stonewall“-Aufstand gegen Polizeigewalt und Diskriminierung.
Tschechien startet im August das tschechisch-deutsche Residenzprogramm als Partnerland der Buchmesse
Leipzigs Marktplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBislang war es meist so, dass sich die Gastländer der Leipziger Buchmesse meist auf die Messe selbst und das Leseprogramm beschränkten. Dann wurde immer aufgefahren, was an spannenden Autorinnen, Autoren, Verlagen und Titeln zu präsentieren war. Dass aber das Völkerverbindende mit den Leuten beginnt, die den Inhalt der Bücher erst verzapfen, das macht das Gastland der Leipziger Buchmesse 2019 sichtbar. Denn es organisiert einen richtigen Autorenaustausch.
Ein Maßnahmeplan mit drei Punkten und jeder Menge Überzeugungsarbeit im Innenministerium
Polizisten im Demo-Einsatz. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs ist schon nicht so einfach mit den Polizistenzahlen in Sachsen. Die jüngsten Prognosen sehen erst 2024 die hart erkämpfte Zahl von 14.000 Polizisten in Sachsen erreicht. Aber Innenminister Dr. Roland Wöller will schon vorher 1.000 Polizisten mehr auf die Straße bringen. Am liebsten schon 2020. Aber wie will er das machen, wenn er da erst knapp 13.500 Polizisten hat? Das wird nicht klappen, meinte der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Valentin Lippmann.
CG hat dem Kulturzentrum „So&So“ auf dem Gelände des Eutritzscher Freiladebahnhofs gekündigt
Der Innenhof des Kulturzentrums "So&So". Foto: So&So

Foto: So&So

Für alle LeserEs wäre eine Chance gewesen. Immerhin hat sich das Gelände des alten Eutritzscher Freiladebahnhofs in den letzten Jahren auch zu einem kleinen Tummelplatz jener Kulturinitiativen entwickelt, die in Leipzig seit über 20 Jahren die Pionierrolle bei der Belebung brachliegender Viertel gespielt haben. Als das Kulturzentrum „So&So“ auf das Gelände an der Delitzscher Straße zog, war noch die DB AG Besitzer des Geländes. Man war 2016 noch mitten im Aufbau, als der Besitzerwechsel publik wurde.
Stadträte Zenker und Elschner wünschen sich gemeinwohlorientierte Grundstücksübertragungen auf dem Gelände des Eutritzscher Freiladebahnhofs
Die Stadträte Tim Elschner und Christopher Zenker. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Sommer kommt eh immer überraschend. Da stellen auch manche Stadträte oft genug fest, dass doch wieder nicht alles geschafft wurde. Und manchmal drängt die Zeit. Denn gleich nach den Ferien soll der Masterplan zur Quartiersentwicklung „Eutritzscher Freiladebahnhof“ beraten werden, spätestens zum Jahresende beschlossen. Aber eine Frage ließ jetzt Tim Elschner (Grüne) und Christopher Zenker (SPD) nicht los: Sollte sich Leipzig nicht die Grundstücke fürs Gemeinwohl sichern?
Martin Meters Plädoyer für wissenschaftliches Denken in Zeiten anschwellender Verschwörungstheorien
Martin Meter: Die Befreiung des Denkens. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSein großer Gegner heißt eigentlich Platon. Genug Unheil hat der griechische Philosoph mit seiner Ideenlehre ja angerichtet. Es ist nur den meisten Menschen nicht bewusst, weil 2.000 Jahre Christentum auch dafür gesorgt haben, dass der platonische Dualismus tief in unserem Denken steckt. Und genau darum geht es, wenn der Informatiker Martin Meter sein Buch „Die Befreiung des Denkens“ nennt.
Wie bekomme ich eine geförderte Weiterbildung?
Foto: pixabay

Foto: pixabay

Die berufliche Weiterbildung gilt als einer der wichtigsten Stützpfeiler des wirtschaftlichen Erfolges in einem Land. Deswegen gibt es für diejenigen, die Interesse daran haben, mit einer Weiterbildung ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu erhöhen, vielfältige Fördermöglichkeiten. Allerdings wissen die meisten weder, welche Fördermöglichkeiten es gibt, noch unter welchen Voraussetzungen und wo die Förderung beantragt werden kann.
Leichtathletik-DM 2018: David Storl mit dem achten Streich
Die Medaillengewinner haben gut Lachen: Patrick Müller (Neubrandenburg), David Storl (Leipzig) und Tobias Dahm (Sindelfingen) - v.l. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDie Ouvertüre zu den 118. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften spielte auf dem historischen Hauptmarkt im Herzen Nürnbergs. Für die Wettbewerbe im Kugelstoßen wurde extra eine eigene Arena errichtet, in der am Freitag die schweren Kugeln flogen. Überraschungen blieben im Kampf um den Titel aus - was aus sächsischer Sicht großartig war. Denn sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern kamen die Deutschen Meister 2018 aus dem Freistaat. Während Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) ihr 6. DM-Gold einsackte, feierte David Storl (SC DHfK Leipzig) bereits seinen 8. Titel.
Gastkommentar von Christian Wolff: Stauffenberg, Neo Rauch und die Umdeutung der Geschichte
Für alle LeserIn einem wenig beachteten Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (veröffentlicht am 19. April 2018) stellte sich der Leipziger Maler Neo Rauch vor den aufgrund seiner Äußerungen in die Kritik geratenen Schriftsteller Uwe Tellkamp: „Ich fühle mit ihm. Er ist ein lauterer Charakter, sehr geradlinig strukturiert, dem ich nichts Schlechtes zutraue. Er scheint mir eher ein Wiedergänger Stauffenbergs zu sein. Im Unterschied zu den heuchlerischen Sachwaltern seines Verlags.“ Tellkamp, eine Art Widerstandskämpfer?