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In der Polizeidirektion Leipzig fehlen noch immer 143 Polizeibeamte zur Soll-Stärke

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    Wenn in Sachsen alljährlich die neuen Fallzahlen der Kriminalpolizei veröffentlicht werden, dann zeigen viele Finger schnell auf Leipzig, fallen Begriffe wie „Kriminalitätshochburg“ und auch die zuständigen Innenminister tun gern so, als hätte man da mit Leipzig ein besonderes Problem. Die zuständigen Polizeipräsidenten pressen dann meist lieber die Lippen aufeinander. Denn Leipzig war bei der Ausstattung mit Polizisten in den vergangenen Jahren stets das fünfte Rad am Wagen.

    Vergleichen kann man die beiden Großstädte Leipzig und Dresden miteinander, wenn man nicht nur die 3.118 Soll-Polizisten in Leipzig sieht und die 2.661 in Dresden. Nicht alle Polizist/-innen sind in den Revieren tätig, etliche arbeiten in den nicht weiter spezifizierten Einheiten wie der Kripo oder den Einheiten der Bereitschaftspolizei.

    Die große Umänderung gab es ja schon 2012, als der damalige sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) seine umstrittene „Polizeireform 2020“ umsetzte. Dazu gehörte auch ein Neuzuschnitt der Polizeidirektionen. Aus den drei Polizeidirektionen im Direktionsbezirk Leipzig wurde eine einzige – die Polizeidirektion Leipzig. Mit ihrer für 2019 geplanten Soll-Stärke von 3.118 Polizisten, zuständig für 1.043.294 Einwohner in der Großstadt und den beiden Landkreisen.

    Im Direktionsbezirk Dresden wurden aber nicht alle Polizeidirektionen zu einer zusammengelegt, stattdessen bildete man zwei – die PD Dresden und die PD Görlitz. In beiden PDs zusammen sollten eigentlich 4.135 Polizist/-innen für die Sicherheit für 1.598.199 Menschen sorgen. Was also in Leipzig in einer Polizeidirektion gebündelt ist, ist im Direktionsbezirk Dresden auf zwei aufgeteilt. Erst wer genauer hinschaut merkt, dass die Polizeiversorgung in Ostsachsen eine andere ist als in Westsachsen. Kommen in Dresden und den zugehörigen Landkreisen 258 Polizist/-innen auf 100.000 Einwohner, sind es in der PD Leipzig 298.

    Und das ist die Soll-Stärke, das, was der Innenminister anstrebt an Personalausstattung.

    Von der Soll-Stärke ist aber ausgerechnet Leipzig noch meilenweit entfernt. Von Juni 2018 bis Juni 2019 hat sich die Ist-Stärke in der PD Leipzig gerade einmal von 2.969 auf 2.975 Polizisten erhöht, also auf 95,4 Prozent der Soll-Stärke. 143 Polizisten fehlen also ganz real.

    In den Polizeidirektionen Dresden und Görlitz stehen tatsächlich existierende 4.075 Polizisten der Soll-Stärke von 4.135 gegenüber. Dort fehlen also 60 Polizist/-innen.

    Und wer dann auch noch auf die Polizeireviere schaut merkt, dass in Leipzig die meisten Polizist/-innen in der Stadt selbst fehlen, während die ländlichen Reviere meist ihre Regelstärke haben. Und dazu kommt, dass die Zahl der Altersabgänge in der PD Leipzig in diesem Jahr mit 100 besonders hoch ist. Im Vorjahr waren es nur 69 Polizist/-innen, die ersetzt werden mussten.

    Kein Wunder also, dass man in der PD Leipzig sehnsüchtig auf die versprochenen Aufstockungen durch neu ausgebildete Polizeibeamte wartet, die in den nächsten Jahren kommen sollen.

    Ein Maßnahmeplan mit drei Punkten und jeder Menge Überzeugungsarbeit im Innenministerium

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