Exklusiv auf L-IZ.de: „neunzehn87. Der Triumphzug des 1. FC Lok durch Europa“ (Teil 2) – Heute: Vor dem EC-Finale in Athen

Am 10. Mai soll es erscheinen, das Buch über die Traumsaison des 1.FC Lok Leipzig im europäischen Cupwettbewerb 1987. Im zweiten Teil der exklusiven L-IZ-Vorabveröffentlichungen stehen heute die Vorbereitungen der beiden Finalisten auf den Showdown in Athen im Mittelpunkt.

„Trotz der langen sieglosen Zeit, dem Verletzungspech und einem bestens besetzten Ajax Amsterdam war Lok vor dem Finale kein 1:100-Außenseiter. Die Mannschaft hatte über die Saison hinweg bewiesen, dass sie psychisch stabil ist und an ihre Stärken glaubt. Nach dem – im Nachhinein gesehen – leichten Auftakt gegen Glentoran Belfast hatte der 1. FC Lok das favorisierte Rapid Wien rausgeworfen, gegen den Aberdeen-Bezwinger Sion bestanden und gegen Bordeaux ungeheure Nervenstärke, Mut und Cleverness bewiesen. Wer den französischen Tabellenführer aus dem Europapokal gekegelt hat, sollte eigentlich keine Laufkundschaft für Ajax Amsterdam sein. Doch würde es körperlich noch einmal für eine herausragende Leistung reichen? Bei den bisherigen Gegnern konnte der FCL mit seiner enormen Athletik und großen Spielstärke beeindrucken. Ajax jedoch würde, soviel wusste man vorher, einen ähnlichen Stil spielen. Allerdings mussten die Holländer auf den rotgesperrten Johnny Bosman verzichten, der mit neun Treffern sogar die Torschützenliste des Wettbewerbs anführte. Libero Ronald Spelbos fehlte verletzt.

Wie üblich reisten Thomale und Gießner zur Spielbeobachtung ins Ausland. Sie sahen sich die Amsterdamer beim 0:0 im Halbfinale des KNVB-Pokals gegen den FC Groningen an. „Die Niederländer verfügen über eine sehr spiel- und kampfstarke Mannschaft, die man nicht ins Spiel kommen lassen darf. Sonst wird es äußerst schwer, das Geschehen an sich zu reißen“, so Thomales Einschätzung, der zudem beobachtet hatte: „Sie operieren mit vielen weiten Pässen und häufigen Positionswechseln, variieren ihre Grundformation von 4:3:3 bis hin zum 3:3:4, spielen einen enormen Druckfußball.“
Die „Göttersöhne“ dagegen konnten sich keinen großen Reim auf den FCL machen. Die Spiele, die Assistenztrainer Bruins Slot in der DDR sah, waren aus Leipziger Sicht enttäuschend verlaufen. „Wir haben allerdings dieselben Probleme. Beim 0:0 gegen Groningen am Dienstag im Pokal-Halbfinale haben wir unsere Möglichkeiten auch nicht ausgeschöpft“, erklärte er. Neben der Spielbeobachtung im Stadion hatte Ajax auch eine Gegnerschulung per Video vorgenommen. Slot wusste: „Das ist eine Spitzenmannschaft, ohne Frage, sonst wäre sie ja auch nicht im EC-Finale. Lok hat ganz besonders in den Europapokal-Auswärtsspielen bewiesen, dass sie guten Angriffsfußball spielen kann.“ Johan Cruyff hatte schon direkt nach dem Finaleinzug in der fuwo zugegeben, dass ihm Girondins als Endspielgegner „sympathischer“ gewesen wäre. „Uns liegen Kontrahenten einfach besser, die sich auf ihre spieltechnischen Qualitäten stützen, weniger kämpferisch zur Sache gehen, wie es ja eigentlich auch unserer Art des schnellen und kompromisslosen Spiels bei hohem kämpferischen und läuferischen Aufwand aller Akteure entspricht“, so der eigenwillige Coach, der damit rechnete, dass „wir in Athen vielleicht aber doch den Vorteil größerer individueller Klasse auf der einen oder anderen Position zu verzeichnen haben“.
Das Finale war auch für die westdeutsche Presse Anlass, sich näher mit dem Team aus der DDR zu beschäftigen. Die Nachrichtenagenturen sid und AP belieferten die Tageszeitungen mit ihren Einschätzungen. Zum Beispiel über Trainer Thomale. „Dass die Leipziger an diesem Mittwoch gegen Ajax Amsterdam antreten können, wird in erster Linie der Arbeit […] von Uli Thomale zugeschrieben. Er machte aus den verspielten Kickern eine kampfstarke, aber auch individuellen Einfällen folgende Auswahl“, so Associated Press. Der Sportinformationsdienst bezeichnete Thomale als „Senkrechtstarter der DDR-Trainergilde“, mit dem es der FCL aber auch nicht schaffe, „den republikinternen Oberliga-Eintopf mit Dauermeister BFC Dynamo umzurühren“. Immerhin: „Fußballspieler wie René Müller, Uwe Zötzsche, Roland (sic!) Kreer oder Hans Richter sind auch in der Bundesrepublik nicht mehr namenlos – spätestens seit dem 22. April“, meinte die Agentur AP, die wissen wollte, dass sich die „Staatsamateure nach dem Triumph im Halbfinale über eine Sitzgarnitur im Wert von 15.000 Mark freuen durften“. Eine Fehlinformation.

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„Senkrechtstarter“ Thomale richtete im Vorfeld des Endspiels sein wichtigstes Augenmerk auf die Abwehr. „Die muss natürlich stehen“, sagte Thomale: „Aus einem ballsichernden Mittelfeld muss dann der Angriff gesucht werden.“ Wer die verletzten Kühn und Leitzke ersetzen würde, wollte er noch nicht verraten, rückte aber schon mal Edmond und Kracht als Mittelfeld-Optionen und Heiko Scholz als Sturmflitzer in den Fokus. Das Rennen machte am Ende Edmond. Das aber weniger als reiner Mittelfeldspieler, sondern als Mann für Spezialaufgaben. Der 20-Jährige, der bei Motor Leisnig seine ersten Schritte in Fußballschuhen gemacht hatte, sollte die Kreise von Frank Rijkaard einschränken und damit den wichtigsten Mann der Niederländer aus dem Spiel nehmen. Gleichzeitig sollte er den Weg in die Spitze suchen…“
Nachzulesen auf den Seiten 217 – 219 in:
Thomas Franke/Marko Hofmann
„neunzehn87. Der Triumphzug des 1. FC Lok durch Europa“
Connewitzer Verlagsbuchhandlung
324 Seiten, 26 Euro
ISBN 978-3-937799-67-4
Erscheint im Mai 2012

Mehr Informationen:
www.facebook.com/neunzehn87Zwei Fußballfans können auf L-IZ.de ein Exemplar des neuen Buches gewinnen. Mailen Sie das Kennwort „25 Jahre EC-Finale“ an gewinnen@l-iz.deEinsendeschluss ist Sonntag, 13. Mai um 22:00 Uhr. Die Verlosung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt.


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