Im ÖPNV stehen sachsenweit Streiks ins Haus. Davon werden am kommenden Montag auch die Leipziger Verkehrsbetriebe betroffen sein. Straßenbahnen und Busse bleiben dann wohl ganztägig im Depot. Eine der größten und ältesten Fassadenbegrünungen Leipzigs ist zerstört worden – der Ökolöwe erstattete Anzeige. Und: Leipzig hat die schönste Uni-Bibliothek Deutschlands! Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 30. Januar 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Verdi ruft zum Streik bei LVB

Heute schon an Montag denken: Denn am 2. Februar kommt es voraussichtlich ganztägig zu spürbaren Einschränkungen und Ausfällen im Leipziger ÖPNV. Die Gewerkschaft Verdi hat alle Beschäftigten der Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH, der LeoBus GmbH und der Leipziger Aus- und Weiterbildungsbetriebe GmbH zum Streik aufgerufen. Dieser soll um 3 Uhr beginnen und am Dienstagmorgen um 5:59 Uhr enden.

Anlass für den Streikaufruf ist der aktuelle Stand in den Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaft und Kommunalem Arbeitgeberverband. Die zurückliegende erste Verhandlungsrunde sei „ohne eine Annäherung“ verlaufen, bemängelt Verdi. „Ohne ein konkretes Angebot ließen die Arbeitgeberin die Möglichkeit für eine schnelle Einigung in der Tarifrunde verstreichen. Insbesondere vor dem Hintergrund der täglich geleisteten Arbeit der Beschäftigten ist dieses Vorgehen respektlos!“

An den Betriebshöfen Heiterblick, Angerbrücke, Paunsdorf, Lindenau, Lausen und Dölitz, sowie am Ausbildungszentrum der LAB in der Bornaischen Straße, werden daher am Montag Streikposten errichtet. Gefordert wird vor allem die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden, aber beispielsweise auch die Erhöhung der Jahressonderzahlung, Erhöhung des Zuschlages für Nachtarbeit auf 25 Prozent und die Einführung eines Tarifvertrages Beschäftigungssicherung für die Gewerkschaftsmitglieder.

Der Kommunale Arbeitgeberverband Sachsen und die Nahverkehrsunternehmen üben ihrerseits deutliche Kritik am angekündigten Warnstreik, der neben Leipzig auch in Chemnitz, Dresden und Zwickau stattfindet. „Angesichts der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage, in der viele Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze bangen, ist die ver.di-Forderung nach einer 35-Stunden-Woche aus der Zeit gefallen und weder finanziell umsetzbar noch gesellschaftlich vermittelbar“, äußert die Geschäftsführerin des KAV Sachsen, Cornelia Habendorf.

Anzeige gegen Efeu-Zerstörer

Es ist ein idyllisches Eckchen mitten im Leipziger Großstadttrubel: Zwei Bänke laden zum Verweilen am Ufer des Elstermühlgrabens ein, und dahinter sorgt eine komplett begrünte Hausfassade mit einem üppig rankenden Efeu für ein angenehmes Natur-Feeling. Doch diese jahrzehntealte Pflanze, an der Giebelwand des Hauses Thomasiusstraße 6, wurde nun zerstört. Absichtlich und illegal.

Dabei ist das Blattwerk im unteren Bereich vollständig entfernt und die Stämme durchtrennt worden. Damit bekommt die Pflanze keine Nährstoffe mehr und wird oberhalb dieses Schnitts unweigerlich absterben. Diesen Frevel will der Ökolöwe e.V. nicht durchgehen lassen. Am Mittwoch hatte der Umweltbund daher Anzeige wegen eines Verstoßes gegen die Baumschutzsatzung der Stadt Leipzig erstattet, wie er heute mitteilte.

Um zumindest das zu retten, was aktuell überhaupt noch zu retten ist, fordert der Ökolöwe – neben der konsequenten Ahndung der Tat – ein sofortiges Pflegemoratorium für die abgeschnittenen Wurzelbereiche und Stümpfe durch wöchentliches Gießen der Wurzelzone sowie fachgerechte Nachbehandlung zur Förderung der Neuauswurzelung unter fachlicher Aufsicht.

Die Zerstörung der Fassadenbegrünung in der Thomasiusstraße im Vorher-Nachher-Vergleich. Fotos: Ökolöwe e.V.

Leipzig hat die schönste Universitätsbibliothek

Leipzigs Uni-Bibliothek auf die Eins! Genau dorthin wählten sie die Teilnehmenden der Umfrage „Welche deutsche Uni hat die schönste Bibliothek?“. Diese war initiiert worden von „funk“, dem digitalen Content-Netzwerk von ARD und ZDF. Über 35.000 Menschen hatten ihre Stimme abgegeben.

„Dass so viele Menschen für die Albertina abgestimmt haben, freut uns außerordentlich und ist eine wunderbare Anerkennung für unsere Bibliothek“, ist Dr. Anne Lipp, Direktorin der Universitätsbibliothek (UB) Leipzig, durchaus auch ein bisschen stolz auf diesen schönen Erfolg, der gezeigt habe, „wie sehr unsere Häuser als Lern-, Arbeits- und Begegnungsorte geschätzt werden.“

Das Treppenhaus der Albertina. Foto: Thomas Kademann (Universitätsbibliothek Leipzig)
Das Treppenhaus der Albertina. Foto: Thomas Kademann (Universitätsbibliothek Leipzig)

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Hallo Leipzig: So startet Freitag, der 30. Januar 2026

Der Stadtrat tagte: Mal eine kleine Überschriften-Debatte zu Olympia in Leipzig + Video

Gott und die Welt: Mit Marie Luise Kaschnitz ins Frankfurt der Jahre 1966/1967

50 Jahre nach Grundsteinlegung: Stadt und Wüstenrot Stiftung starten in Grünau ein Projekt zur DDR-Kunst am Bau

Was sonst noch wichtig war:

Mehr als drei Millionen Arbeitslose hat Deutschland in diesem Januar. So viele hatte es seit dem Jahr 2014 nicht mehr gegeben. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,6 Prozent.

Dänemark hat neue Regelungen für eine verschärfte Migrationspolitik vorgestellt. Ab 1. Mai sollen demnach ausländische Staatsbürger automatisch abgeschoben werden, wenn sie zu mindestens einem Jahr Gefängnis verurteilt wurden.

Südafrikas größter Filmverleih hat die neue Doku über die US-Präsidentengattin Melania Trump kurz vor dem Kinostart aus dem Programm gestrichen.

Wegen der seit Wochen anhaltenden Waldbrände im Süden Argentiniens hat Präsident Javier Milei jetzt den Notstand ausgerufen. Dadurch wird die Bereitstellung zusätzlicher Gelder möglich, um der Lage Herr werden zu können.

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