Den Gegner müde spielen: RB Leipzig vor dem Trainingslager

Nach dem 6:0 gegen FK Teplices Nachwuchs am Sonnabend gab Alexander Zorniger seinen Jungs zwei Tage frei. Fast: Gestern mussten die Rasenballer einen Ausdauerlauf absolvieren. Morgen früh reisen sie per Flieger ins Trainingslager nach Österreich.
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„Back to the roots“ könnte das Motto des rot-weißen Klassenausflugs lauten. Wie es sich für ein Team mit österreichischen Wurzeln gehört, düst der Charterjet mit den Kickern Richtung Graz. Von dort geht es weiter ins Salzkammergut, ins beschauliche Bad Aussee. Wo andere Urlaub machen, möchte Zorniger seinen Spielern den nötigen Feinschliff verpassen, um das Saisonziel „3. Liga“ endlich zu erreichen. Dank Ligareform muss RB Leipzig nicht nur Meister werden, sondern sich in zwei Relegationsspielen behaupten. Heißt Spielzüge einüben, Standarts trainieren, an der Kondition arbeiten. Um die Gegner müde spielen zu können. Zorniger: „Dann fallen die Tore zwangsläufig nach 70, 80 Minuten.“
Spätestens seit Sonnabend weiß er, woran er bei seinen Mannen ist. Neuzugang Dominik Kaiser überzeugte, Stefan Kutschke hatte mehrere Hochkaräter auf dem Fuß. Carsten Kammlott, von Peter Pacult auf die Bank verbannt, meldete sich im Sturm mit einem Dreierpack zurück. „Jeder Spieler hat auf seiner Position eine richtig gute Leistung gezeigt und die Mannschaft hat jede Menge Spaß am Fußball“, so der Coach. Das hat man gesehen. Dominierte unter Pacult zuletzt hölzerner Rumpelfußball, setzt Zorniger auf Kombinationen, schnelles Umschaltspiel und rasches Tempo.

Den Fans scheint das zu gefallen. Sie goutierten Trainer- und Konzeptwechsel mit einer neuen Bestmarke: Über 700 Rasenballisten haben sich bisher mit einer Dauerkarte eingedeckt. Das Jahresicket gilt auch für Freundschaftsspiele. Seit die Verantwortlichen vergangenen Mittwoch durchblicken ließen, man überlege, am 4. August gegen einen attraktiven Gegner zu testen, überschlagen sich die Spekulationen. Wer könnte die Messestadt beehren? Vielleicht der FC Bayern? Oder doch Ralf Rangnicks Ex-Club Schalke 04? „Uns ist wichtig, dass das sportliche Niveau passt“, stellt RB-Sprecher Sharif Shoukry klar. „Bitte nicht erwarten, dass ein großer Kracher kommt. Das ist nicht geplant.“ Übrigens: Der ursprünglich für das Datum vorgesehene Test gegen Fortuna Chemnitz soll um einige Tage vorgezogen werden.


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