1.FC Lok vs. Rathenow 0:2 – Die Freude war ganz bei den Gästen

Der 1. FC Lok kann einfach keine positive Serie starten. Nach dem begeisternden 3:0-Erfolg gegen den 1. FC Magdeburg, verlor der FCL am Samstag nach enttäuschender Leistung mit 0:2 (0:2) gegen Mitaufsteiger FSV Optik Rathenow. Vor allem in der 1. Halbzeit mussten die Gastgeber vor 2.142 Zuschauer im Bruno-Plache-Stadion für mangelnden Einsatz und mangelnde Cleverness büßen.
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Dass ein Gästetrainer dankt, dass er mal mit seiner Mannschaft im Bruno-Plache-Stadion spielen darf, ist schon lange nicht mehr vorgekommen. Ingo Kahlisch, am Samstag in Probstheida siegreicher Trainer des FSV Optik Rathenow, machte es. „Danke, dass wir hier mal spielen durften“, warf er den Zuhörern bei der Pressekonferenz zu. Ein Wunder bei der Heimbilanz des FCL im Bruno-Plache-Stadion in den letzten Jahren, dass nur Kalisch dankte. Die Lok-Heimniederlage gegen Rathenow war bereits die dritte Niederlage im vierten Spiel in Probstheida in dieser Saison. In den letzten siebeneinhalb Monaten siegte Lok überhaupt nur zweimal im alten „Plache“ (gegen Gotha Ende März und Torgelow im August). „Ich bin sehr enttäuscht“, funkte Kahlisch-Gegenüber Rose. Zum Danken war ihm nicht zumute, den Zuschauern auch nicht, die gegen Spielende nicht mal mehr pfiffen. Unerklärlich der Leistungsabfall der Blau-Gelben nach dem begeisternden Sieg gegen den 1. FC Magdeburg.

Nur die ersten Minuten gegen die Brandenburger erinnerten an den Glanz des Reformationstags, aber Rico Engler – für den gesperrten Rolleder im Team – vergab allein vor Rathenows Torhüter Marcel Subke die beste Chance des Spiels. Nach zwei Minuten. Rathenow wurde in der Anfangsphase vor allem durch Standards gefährlich und ging nach 15 Minuten in Führung. Einen der gefährlichen Freistöße von Kapan nickte Scholz ein. Der herauseilende Wurster verlor das Luftduell und Lok den Faden.
In der Folgezeit glänzten die Gastgeber gegen zuvor fünfmal sieglose Havelländer nur noch mit Einfallslosigkeit und insbesondere Rico Engler mit nicht ausreichender Einstellung. Erschreckend wie der einstige Hoffnungsträger bei seiner Einsatzchance Bälle herschenkte und Zweikämpfe bestritt. Erschreckend aber auch, wie oft Bälle von den Innenverteidigern auf die nicht gerade als Luft-Heroen bekannten Engler und Christoph Schulz geschlagen wurden. „Bei Negativerlebnissen brechen wir in Aktionismus aus, verlieren die Ordnung und die Geduld. Nach wie vor“, kritisierte Rose die undurchdachte Spielweise seines Teams. Rathenow hatte so wenig Mühe im Spiel zu bleiben und setzte mit dem Pausenpfiff den entscheidenden Konter – nach einem Lok-Ballverlust, nach hohem Ball und zum Ärgernis von Rose. „In der 46. Minute muss ich einfach clever sein und darf so ein Ding nicht kassieren.“ Das Gegentor durch Kapan war die vorweg genommene Entscheidung.

Der FCL mühte sich in Halbzeit zwei zwar redlich – mit Alemdar statt Engler – spielte nun auch flach, brachte aber keine echte Chance mehr zustande. „Die Durchschlagskraft ist weiter unser großes Problem“, befand Rose, der einmal mehr die Schwächen seiner Mannschaft schonungslos auf den Punkt brachte. Die größte in der momentanen Situation: „Meiner Mannschaft fehlt jemand, der bei diesen Negativerlebnissen sich kurz schüttelt und dann die Ärmel hochkrempelt.“ Das macht weiter den Unterschied in engen Spielen. Auch Rathenow war an diesem grauen Samstagnachmittag nicht unbezwingbar, aber nach der Führung deutlich im Vorteil, mehr als ein Tor ausdrücken kann. Loks Führungsschwäche, die nach einer vollkommen überzogenen roten Karte gegen Kevin Kittler (70.) in den kommenden Spielen noch größer werden wird, war aber nur ein spielentscheidender Faktor. Die Cleverness der Gäste, die mit dem ob seiner 1,95 Meter auffälligen Murat Turhan den besten Mann in ihren Reihen hatten, war unübersehbar. Kahlischs Team riskierte in Halbzeit zwei wenig und profitierte davon, dass Turhan offenbar von einer Aura der Unantastbarkeit umgeben war. Oft genug hielten seine Gegenspieler (zu) großen Abstand. Abstand, den Rathenow nun auch wieder vor Lok hat – drei Punkte. Das Bitterste an diesem Tag.
1.FC Lok Leipzig vs. FSV Optik Rathenow 0:2 (0:2)

1.FC Lok Leipzig: Wurster – Seifert, Krug, Kittler, Werner – Grandner (81. Seipel), Brumme, Theodosiadis, Spahiu – Schulz (59. Walthier), Engler (46. Alemdar). Trainer: Marco Rose.
FSV Optik Rathenow: Subke – Klötzing, Leroy, Coric, Turhan (80. Cankaya) – Hellwig (64. Tsiatouchas), Scholz, Wilcke, Kapan – Delvalle, Kalan (70. Fikic). Trainer: Ingo Kahlisch.

Torfolge: 0:1 Scholz (15.), 0:2 Kapan (45.+1). Schiedsricher: Koslowski, Gelbe Karten: Theodosiadis (Lok), Scholz (Rathenow), Rote Karte: Kittler/ Lok (76. wegen Foulspiels). Zuschauer: 2.142 im Bruno-Plache-Stadion, Leipzig.


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