1. FC Magdeburg vs. RB Leipzig 1:4 – „Der Fußballgott war heute ein Bulle und kein Magdeburger Junge“

Auswärtssieg im Ostduell: Rasenballsport Leipzig besiegte am Nachmittag den 1. FC Magdeburg nach umkämpften Spiel mit 4:1 (1:0). Die Leipziger Tore schossen Rockenbach (26.), Schulz (50.) und Röttger (2x 90.). Für die blau-weißen Gastgeber traf Friebertshäuser (52.).
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Alexander Zorniger wartete mit einer Überraschung auf. Im defensiven Mittelfeld durfte sich heute Paul Schinke ausprobieren. Carsten Kammlott und Sebastian Heidinger, nach abgesessener Rot-Sperre wieder spielberechtigt, nahmen zunächst auf der Bank Platz. Die Leipziger starteten mit breiter Brust in den Ost-Kracher, der ob der Tabellensituation eine besondere Würze erhielt. Mit einem Auswärtsdreier hätten die Gäste die Distanz auf Magdeburg auf 11 Zähler ausbauen können.
Über 1.000 RB-Fans hatten sich auf den Weg zum Spitzenspiel gemacht. Mit roten Clownsnasen wollten sie ihrem Team Glück bringen. Ähnliches könnte sich der Zeugwart gedacht haben, der den Kickern blaue Hemden und gelbe Hosen eingepackt hatte. Die Farben des 1. FC Lokomotive, bei dem der Traditionsclub vor einandhalb Wochen mit 0:3 unterging (L-IZ.de berichtete).

10.959 Zuschauer sahen ein umkämpftes Spiel mit hohem Unterhaltungswert. Engagierte Zweikämpfe, diverse Nickligkeiten und ein paar Gelbe Karten bestimmten das Bild. Die erste Chance in der 7. Minute: Nach Freistoß von halbrechter Seite köpft Kutschke wenige Meter am Tor vorbei. Die Antwort der Blau-Weißen lässt nicht auf sich Warten. Nach herrlicher Flanke von Philipp Blume setzt David Krieger zum Flugkopfball an. Schiri Daniel Sieber hatte das Spiel wegen eines Offensivfouls aber schon vorher abgepfiffen (9.).

Bis zur nächsten Magdeburger Gelegenheit sollte eine Viertelstunde verstreichen. Nach missratener Ecke hält Viteritti mutig aus 16 Metern drauf (25.). Im direkten Gegenzug die Leipziger Führung. Frahn leitet den Ball an einem Verteidiger vorbei auf Rockenbach, der eiskalt einnetzt (26.). Die Gastgeber versuchten zu antworten. Etwa mit einem langen Ball auf Krieger, der aber von Franke gestoppt wird (30.). Auf der Gegenseite probiert’s Kaiser nach eleganter Drehung aus 17 Metern (37.). Und Krieger steigt im Gegenzug nach Beil’s Zuspiel zum Kopfball hoch (37.). Kurz vor der Pause stürmt Frahn nach vorne, übersieht den frei stehenden Kutschke und wird schließlich von einem Verteidiger gestellt (44.).

Nach dem Seitenwechsel machen beide Teams dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Zunächst steckt Frahn an der Strafraumgrenze zu Schulz durch, der auf 0:2 erhöht (50.). Der FCM im Anschluss mit mehr Dampf. Beil legt von der Grundlinie auf Friebertshäuser ab. Coltorti ohne Chance, neuer Spielstand 1:2 (52.). Plötzlich verfolgen die Zuschauer gebannt einen offenen Schlagabtausch, der durch Tempo, Ungenauigkeiten und den daraus resultierenden Fehlern geprägt ist. So düst Fabio Coltorti während eines Konters voreilig raus aus dem Sechzehner zum linken Flügel. Viteritti sieht’s und lupft aus 20 Metern, allerdings am Tor vorbei (61). Die bis dahin größte Chance gehörte Felix Schiller, der eine Hereingabe aus 6 Metern über das Gehäuse zieht (66.).
In der Schlussviertelstunde erhöhen die Rasenballer ihre Bemühungen, den Dreier einzutüten. Das Magdeburger Spiel flaute dagegen ab. Offensichtlich fehlen den Kickern Kraft und Ausdauer, um die volle Distanz flink und druckvoll zu spielen. Doch auch die Gäste lassen jetzt Unsicherheiten erkennen, aus denen der FCM kein Kapital schlagen kann. Der eingewechselte Timo Röttger, in der Vorsaison an gleichem Ort verletzt vom Feld getragen werden musste, sorgte mit einem Distanzschuss in der 84. Minute für die erste RB-Chance seit einer gefühlten Ewigkeit. Nur Augenblicke später bringt Ernst den Ball per Kopf an die Latte (85.). Gegenüber spielen die Gastgeber endlich wieder einen Angriff konsequent zu Ende, doch Krieger scheitert im Sechzehner an Coltorti.

Mehr Erfolg hat in der 90. ausgerechnet Röttger. Durch einen langen Freistoß gelangt der Ball aus der eigenen Hälfte zu Frahn, der vor dem Strafraum die Übersicht behält und den Mittelfeld-Joker bedient. Vor dem Schlusspfiff erhöht der Matchwinner per Freistoß sogar noch auf 1:4.

Nach Abpfiff herrschte allseits pure Begeisterung. „Das war mit Abstand das beste Spiel in der ganzen Saison“, jubelte FCM-Coach Andreas Petersen. „Man hat heute gesehen, welche Qualität in einzelnen Spielern bei RB steckt. Natürlich tut die Niederlage weh. Aber der Fußballgott war heute ein Bulle und kein Magdeburger Junge.“ Sein Leipziger Pendant hatte allen Grund zur Freude. „Insgesamt bin ich sehr stolz auf meine Truppe“, so Zorniger. „Alle stellen sich in den Dienst der Mannschaft. Aber auch Anerkennung an meinen Kollegen, der hier tolle Arbeit mit seiner Mannschaft leistet.“


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