Fußball, Landespokal Sachsen

Chemie empfängt Lok im Alfred-Kunze-Sportpark: Polizei entspricht Leutzscher Wunsch

Für alle LeipzigerDas erste Derby zwischen der BSG Chemie und dem 1. FC Lok Leipzig seit der politischen Wende findet überraschend im Alfred-Kunze-Sportpark statt. Die Polizei winkte das Sicherheitskonzept der Leutzscher am Montag durch. Die Viertelfinal-Begegnung im sächsischen Landespokal wird am 13. November, 14 Uhr, vor den Augen von 4.999 Zuschauern, darunter 750 Lok-Fans, ausgespielt. Die Kartenvergabe beider Vereine steht noch in den Sternen, den ersten Seitenhieb gab es aber schon.

Die Eckpfeiler des Leipziger Derbys im Landespokal-Viertelfinale stehen seit Montagmittag. Die Polizei hat das Leutzscher Sicherheitskonzept durchgewunken, einen Tag nach dem Nachholspiel zwischen RB Leipzigs U23 gegen den BFC Dynamo in Markranstädt darf Chemie nun Lok im Alfred-Kunze-Sportpark (AKS) in Leutzsch empfangen. „Wir werden nur für dieses Spiel ein paar Dinge aus Sicherheitsgründen verändern“, wollte Chemie-Präsident Frank Kühne noch nicht ins Detail gehen. Es sei eben ein „besonderes Spiel“, was „besondere Maßnahmen“ erfordere.

Und welches vor allem wenige Zuschauer zu sehen bekommen werden. Statt im 45.000 Zuschauer fassenden Zentralstadion zu spielen, verfolgte die BSG in den Verhandlungen getreu ihres Leitbildes „Unsere Heimat ist der Alfred-Kunze-Sportpark in Leipzig-Leutzsch.“ immer nur ein Ziel: Ein Spiel im eigenen Stadion. „Wir sind die unterklassige Mannschaft. Für uns war daher klar, dass wir nur eine Chance in unserem Stadion haben werden. Ein Umzug stand nie zur Debatte.“, so Kühne. Nach L-IZ.de-Informationen hat Chemie auch nicht bei der Betreibergesellschaft des Zentralstadions, ZSL, angefragt. Diese hätte allerdings die Tore geöffnet und wäre preislich auch entgegengekommen. Daraus wird nun nichts.

Dem Vernehmen nach waren Lok und das Leipziger Fanprojekt in der Sicherheitsberatung nicht gerade euphorisch ob der Entscheidung. „Aus meiner Sicht hat das Spiel unabhängig vom Spielort Potenzial für weit mehr als 5.000 Zuschauer. Natürlich hat Chemie als Oberligist und Gastgeber das erste Recht, sich für einen Spielort zu positionieren. Dass das der Alfred-Kunze-Sportpark ist, überrascht mich vor dem Hintergrund der sportlichen Relevanz des Spieles wenig. Nichtsdestotrotz wäre mein Wunsch gewesen, dass jeder Fan die Möglichkeit gehabt hätte, das Derby zu sehen“, kommentierte Sarah Köhler vom Fanprojekt die Entscheidung.

Chemie wieder in der Underdog-Rolle

„Die Einschränkung auf 4.999 Zuschauer insgesamt macht es nun vielen, natürlich insbesondere Anhängern von Lok, unmöglich. Das finde ich sehr schade und hätte mir vor diesem Hintergrund gewünscht, die Option Zentralstadion zumindest zu prüfen. Aber Lok hätte sicher auch zu Hause spielen wollen.“

Etwas, was Lok-Präsident Jens Kesseler seinerseits bestätigte. „Es ist natürlich verständlich, dass Chemie zu Hause spielen. Ich wollte bei dieser Konstellation wenigstens Karten für 1.000 Lok-Fans rausholen, denn wir wollen ja auch viele von ihnen dabei haben. 750 Karten sind ein Kompromiss mit dem ich gerade noch leben kann.“ Wie die Karten verteilt werden, wissen allerdings beide Vereine noch nicht.

„Ich denke, wir werden den Mitgliedern ein Vorkaufsrecht einräumen und falls es noch Karten gibt, werden sie in den freien Verkauf gehen“, so Kesseler. „Ich weiß von vielen Fans, dass sie die Mannschaft friedlich und stimmungsvoll unterstützen wollen. Die Mannschaft wird ihren Teil auf dem Platz beitragen.“ Kühne sieht bei der internen Abstimmung noch Gesprächsbedarf. „Da werden wir in den Gremien noch ein paar Stunden beraten.“

Fakt ist: In Leutzsch freut man sich in jedem Fall schon auf das Spiel. „Viele Fans haben diese Paarung noch nie selbst erlebt. Nach der Wende gab es das Duell mit anderen Vereinsnamen. Es ist das echte Leipziger Derby und ich hoffe, dass beide Fangruppen sich gut präsentieren, um alle, die auf negative Schlagzeilen warten, zu enttäuschen.“ Einen Seitenhieb auf Lok konnte sich Kühne nicht verkneifen. „Unsere Spieler müssen wir für das Spiel nicht motivieren. 80 Prozent von ihnen haben schon in grün-weiß gespielt. Bei Lok spielen dagegen nur Jungs, weil es da einen guten Vertrag gibt.“

Dennoch meldet auch Chemie heute: „Der 1. FC Lok und die BSG Chemie werden bei der Organisation des Spiels auch weiterhin eng zusammenarbeiten.“ Keine schlechte Idee im Vorfeld der Partie am 13. 11. im AKS.

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