Der FC Blau-Weiß Leipzig in der wachsenden und pluralen (Sport-)Stadt

„Vor sieben Jahren hatten wir nur eine Nachwuchsmannschaft“

Für alle LeserLZ/Auszug aus Ausgabe 55Philipp Bludovsky und der Leipziger Nachwuchsfußball: Das ist von Kindesbeinen an eine enge Liaison. Der 34-Jährige kickte früher in Lindenau und engagiert sich seit Jahren unter anderem für die Integration von Flüchtlingen in den Leipziger Fußballsport. Nach der Fusion von drei Vereinen zum FC Blau-Weiß Leipzig e.V. ist er Vorstand für die Bereiche Junioren und Soziales und weiß einiges aus dem Vereinsalltag zu berichten.

Blau-Weiß wächst – wie die Einwohnerzahl im Leipziger Westen – immer mehr. Wie können Sie infrastrukturell mithalten?

Die große Herausforderung ist natürlich, die Infrastruktur so auszubauen, dass sie modernen Ansprüchen genügt. Wir arbeiten an der Realisierung eines Kunstrasen-Kleinfeldes und an der Sanierung unserer Sanitäranlagen im Stadion der Freundschaft. Irgendwann wollen wir ein Kunstrasen-Großfeld in der Kurt-Kresse-Kampfbahn, unserem perspektivischen Junioren-Zentrum, bauen. Aber das ist wiederum absolute Zukunftsmusik.

Und weil Sie den wachsenden Verein ansprechen: Kommende Saison wollen wir mit 16 Junioren-Teams starten. Ausreichend Trainer zu finden ist eine große Herausforderung. Also sind wir gezwungen, frühzeitig Leistungsmaßstäbe anzulegen, da das gewünschte Wachstum in die Breite aufgrund fehlender Trainer und sanierungsbedürftiger Infrastruktur aktuell nicht möglich ist. Wir könnten ansonsten locker um rund 20 Prozent pro Jahr wachsen, die Nachfrage ist da.

Sportlich wollen wir in den nächsten Jahren alle Großfeld-Teams in die Landesklasse bringen, wo bereits unsere U13 und in der nächsten Saison auch unsere U15 spielen wird. Man sieht beispielsweise an Eintracht Süd, wie schwer es ist, ambitionierten Fußball in der Junioren-Landesliga zu realisieren. Auch bei Rotation und anderen wird es zunehmend schwerer, diese Ligen zu halten. Blau-Weiß hatte vor sieben Jahren noch eine Nachwuchsmannschaft, so gesehen haben wir eine grandiose Entwicklung als Verein genommen. Wir müssen aber realistisch bleiben und kleine Brötchen backen. Wir sehen uns als Stadtteilverein in Zschocher und Richtung Grünau, der aktiv sein Umfeld in die positive Entwicklung einbeziehen möchte.

Vor ein paar Jahren gab es schon mal einen Aufnahmestopp für neue Spieler. Wie wird das zurzeit gehandhabt?

Voraussichtlich werden wir zur neuen Saison eine E4 melden. Perspektivisch wollen wir pro Jahrgang im Kinderbereich zwei Mannschaften haben, im Großfeld dann – bis auf die U19 – jeweils eine. Was den Aufnahmestopp angeht: Jetzt muss jeder Spieler die Chance haben, sich zu zeigen und ein Probetraining zu machen. Die Trainer entscheiden dann, ob wir ihn aufnehmen oder nicht, was sicher auch abhängig von der Kadergröße ist. Wir haben in Summe viele Trainer, aber der Markt ist hart umkämpft. Das liegt daran, dass es extrem viele Kinder gibt, die Sport machen, aber auf der anderen Seite sind immer weniger Menschen bereit, für eine marginale Aufwandsentschädigung Verantwortung zu übernehmen.

Warum ist das so?

Das hat sicher gesamtgesellschaftliche Gründe. Wenn man nichts verdienen oder einen unmittelbaren Nutzen daraus ziehen kann, macht man das nicht. Ein Student kann auch zu Kaufland gehen und Brot ins Regal einräumen. Da hat er weniger Verantwortung, weniger Zeitaufwand und bekommt mehr Geld. Außerdem ist die Erwartungshaltung der Eltern viel größer als früher, die auf der anderen Seite aber oftmals nicht bereit sind, sich für die Vereine zu engagieren, sondern ihn eher als günstigen Dienstleister zur Kinderbetreuung betrachten.

Alles bedeutet enormen zeitlichen Aufwand und eine große Verantwortung für einen Trainer – und leider meist zu wenig Anerkennung für diese gesellschaftlich wichtige Arbeit. Dazu kommt die Bürokratie: Beitragszahlung kontrollieren, Anmeldung von Spielern und so weiter. Auch die Anforderungen der Verbände werden immer komplexer.

Auch Schiedsrichter zu finden, ist zurzeit eher schwierig …

Wir haben im vergangenen Jahr nicht das Schiedsrichter-Soll erfüllt. Entsprechend haben wir eine Strafe vom Verband bekommen. Mittlerweile haben wir zwölf Schiedsrichter, drei Viertel sind Jung-Schiedsrichter aus der D- bis B-Jugend, drei haben Migrationshintergrund. Ich denke, es sollte sich auch unter den Schiedsrichtern widerspiegeln, dass es viele Migranten bei uns gibt. Die Jungs haben eine gewisse Coolness und Lockerheit, und für die Charakterbildung ist das natürlich enorm wichtig.

Das gesamte Interview finden Sie in der aktuellen LEIPZIGER ZEITUNG vom Freitag, 25. Mai 2018. Philipp Bludovsky äußert sich darin außerdem zum Straßenfußballturnier auf dem Hauptbahnhof, einem Spielabbruch in Thekla und den ganz „normalen“ Sorgen eines wachsenden Sportvereins.

Die LZ finden Sie neben den normalen Presseläden (u. a. am Hauptbahnhof Leipzig und Dresden) auch im Szenehandel in Leipzig. Die monatliche Zeitung kann man hier abonnieren und so mit 29,50 Euro im Jahr echten Lokaljournalismus unterstützen. Das geht natürlich noch besser: Mit einem Kombi-Abonnement für L-IZ.de (alle Artikel frei lesen) & LEIPZIGER ZEITUNG.

Leipziger Zeitung Nr. 55, seit Freitag, 25.05.2018 im Handel: Verweigerte Verantwortung, gefährliche Jahnallee, verkorkstes Bildungswesen und Leipzig im Weltkrieg

Leipziger ZeitungInterviewFC Blau-Weiß Leipzig
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Am 26. Juni: Bürgerforum zur Mietenexplosion in Leipzig
Polizeibericht, 22. Juni: Sonnenstudio überfallen, parkendes Auto angefahren, Taxifahrer bestohlen
HTWK-Fußballroboter des „Nao-Team HTWK“ erstmals Weltmeister im RoboCup
500. Mitglied erwartet: Grüne Leipzig auf Wachstumskurs
Aus der Wirtschaft für die Wirtschaft: IHK würdigt ehrenamtliches Engagement
Erleichterungen für Sachsens Landwirte: Brachflächen können für Futtergewinnung genutzt werden
Zwischen Integration und Ablehnung – Kinder des Krieges auf der Suche nach ihrer Identität
Broschüre zu Einwohnern mit Migrationshintergrund erschienen
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Am Froschteich lädt jetzt ein Frosch die Kleinen zum Märchenbesuch ein
Der neu gestaltete Spielplatz am Marienweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWenn andere Leute mit ihrer schnittigen Familienkutsche im Rosental im Stau stehen, weil sie zusammen mit tausend anderen Helene-Fischer-Anhängern nach einem netten schwarzen Parkplatz für ihre Familienkutsche am Sportforum suchen, dann biegt man als Radfahrer einfach mal ab auf die Waldwege im Rosental, denn dort wurde in der vergangenen Woche ein Frosch gesichtet.
50 Teilnehmer am ersten Forum, Online-Beteiligung (vielleicht) bis 10. August
Erstes Forum zur Fortschreibung des WTNK. Foto: Grüner Ring Leipzig, Daniela Herburg

Foto: Grüner Ring Leipzig, Daniela Herburg

Für alle LeserAm Samstag, 23. Juni, fand das erste öffentliche Forum zur Fortschreibung des Wassertouristischen Nutzungskonzeptes Leipziger Neuseenland (WTNK) im Finanzamt Leipzig II statt. Insgesamt folgten etwa 50 Bürgerinnen und Bürger aus Leipzig und den beiden Landkreisen der Einladung. Die Zweifel, ob das WTNK jetzt wirklich korrigiert wird, waren groß. Und sie sind nicht weniger geworden.
Das Untertan-Projekt: Wie man mit Fakenews Stimmung macht und Menschen diskreditiert
Entstehen so Gerüchte? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWenn man in der Schule den „Untertan“ liest (wenn das heute überhaupt noch passiert), dann denkt man nicht daran, was diese Geschichte aus den fernen 1890er Jahren eigentlich mit der Gegenwart zu tu hat. Das ist ja nun wirklich alles schon Geschichte. Und in diesem Jahr feiern wir ja auch irgendwie den Untergang des Wilhelminischen Reiches. Obwohl keiner feiert. Irgendwie ist den Deutschen dieses Jahr 1918 ein bisschen peinlich.
Grüne beantragen ein ganzes Programm für ein neues Gründungsklima in Sachsen
Dr. Gerd Lippold (B90/Grüne). Foto: Juliane Mostertz

Foto: Juliane Mostertz

Für alle LeserEs ist ein Problem und selbst die Wirtschaftskammern fragen sich, was da los ist. Immer weniger junge Leute trauen sich, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Laut aktuellem Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist die Zahl der Existenzgründer 2017 deutschlandweit um 17 Prozent zurückgegangen. In Sachsen fiel der Rückgang noch stärker aus.
Wie sich Sachsen bei der Fluglärmkartierung selber in die Tasche schwindelt
Fluglärmbelastung am Tag am Flughafen Leipzig / Halle. Karte: Freistaat Sachsen, LfULG

Karte: Freistaat Sachsen, LfULG

Für alle LeserEs gibt einige Gründe, warum sich das Sächsische Verkehrsministerium in den vergangenen elf Jahren nicht bemüßigt fühlte, in Sachen Fluglärmbelastung am Flughafen Leipzig/Halle überhaupt aktiv zu werden. Denn wenn ein Problem nur marginal erscheint, zuckt der Minister mit den Schultern und kümmert sich um andere Dinge. Warum das so ist, zeigt die jüngste Auskunft von Sachsens Agrarminister Thomas Schmidt (CDU) zur Lärmkartierung in Sachsen.
Leipzigs Bildermuseum soll die Sammlung Leipziger Künstlernachlässe professionalisieren
Ausstellungsaufbau im Museum der bildenden Künste. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLeipzig muss sich um seine Künstlerinnen und Künstler kümmern. Auch um die, die nicht immer im Rampenlicht stehen. Denn rund um die Maler, die man im Zusammenhang mit der Leipziger Schule bzw. der Neuen Leipziger Schule kennt, haben Dutzende ein eindrucksvolles Werk geschaffen. Und Leipzig täte gut daran, diese Lebenswerke zu sichern. Ein Antrag der Grünen fand dazu am 20. Juni die Mehrheit im Stadtrat.
Leipzig will Leipziger Schulen bei der Information über Gedenkstättenfahrten besser informieren
Jugendparlamentssprecher William Rambow. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs ist ja ein Thema, das wieder wichtiger geworden ist, seit in der Politik wieder nationalistische und menschenfeindliche Töne üblich werden. Alte, blasierte Männer wollen die Verbrechen des Nationalsozialismus gern zu einem „Vogelschiss“ kleinreden. Umso wichtiger ist es, so stellte das Jugendparlament fest, dass Leipziger Schüler sich mit der Mahnung dieser Vergangenheit beschäftigen. Der Antrag des Jugendparlaments dazu fand im Stadtrat Zustimmung.
Eine Mark für Espenhain und was die Friedliche Revolution mit den rußenden Schloten im Leipziger Südraum zu tun hat
Walter Christian Steinbach: Eine Mark für Espenhain. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDieses Buch ist etwas für all jene Tagträumer, die glauben, früher sei alles besser gewesen. Irgendwie neigen ja viele Menschen dazu, die Vergangenheit zu verklären und die Gegenwart für fürchterlich zu halten. Doch als Walter Christian Steinbach als Pfarrer in Rötha das Christliche Umweltseminar gründete, war der Leipziger Süden eine Mondlandschaft. Und darüber wälzten sich dicke Wolken aus Ruß, Asche und Schwefel. Eine apokalyptische Landschaft.
Von der Umwertung der Werte – oder: Müssen wir unmenschlich werden, um die Menschheit zu retten?
Abgestempelt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserHarald Welzer hat kürzlich in der Wochenzeitung „Die Zeit“ von der „Renaissance der Menschenfeindlichkeit“ gesprochen (https://www.zeit.de/2018/23/rechtspopulismus-rechtsruck-afd-migration-konsensverschiebung). Dafür macht er vor allem „Brückenfiguren“ wie Horst Seehofer verantwortlich, die „ausgrenzende und menschenfeindliche Haltungen“ von Pegida und AfD salon- und gesellschaftsfähig machen. Welzer hat damit auf ein Problem hingewiesen, das in diesen Tagen deutlicher denn je zutage tritt. Es hat sich aber schon lange aufgebaut: die Umkehrung der moralischen Grundwerte in ihr Gegenteil.
Die „Fluglärmkommission“ soll endlich transparent werden und Fluglärmpausen am Flughafen sollen auf die Tagesordnung
Die Mitglieder der Bürgerinitiative vor dem Wirtschaftsministerium in Dresden. Foto: BI Gegen die neue Flugroute

Foto: BI Gegen die neue Flugroute

Für alle LeserDa gibt es nun seit Jahren die sogenannte „Fluglärmkommission“ am Flughafen Leipzig/Halle. Aber ihre Arbeitsergebnisse sind mager. Oft genug fungiert sie nur als Bollwerk der Flughafennutzer und vertagt die berechtigten Anträge der lärmbetroffenen Kommunen immer weiter. Da war es schon ein Erfolg, dass die Mitglieder der Fluglärminitiativen im Frühjahr einen ersten Gesprächstermin im Sächsischen Verkehrsministerium bekamen. Am Dienstag, 19. Juni, gab es jetzt den zweiten – mit einem kleinen Erfolg.
Rico Gebhardt verlangt von Michael Kretschmer eine Erklärung zum „Grenzen-Streit“ im sächsischen Landtag
Rico Gebhardt, Fraktionsvorsitzender der Linkspartei im Landtag Sachsen. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDie Bundesrepublik ist schon lange wieder im Abschottungsmodus. Tausende Asylsuchende werden von der Bundespolizei schon an den Grenzen abgewiesen. Das ist längst Alltag, auch wenn der Bundesheimatminister Horst Seehofer fortwährend etwas anderes erzählt. Entweder weiß er nicht, was die ihm unterstellte Bundespolizei tut. Oder er erzählt Märchen. Und dafür bekommt er auch noch von Sachsens Ministerpräsident Beifall. Logisch, das Rico Gebhardt für so eine Windmacherei eine Erklärung fordert.
Fürs Völkerschlacht-Panorama fehlt Leipzig das Geld und die Brücke wird’s wohl auch erst 2024 geben
Blick vom "Balkon" der Alten Messe über die Straße des 18. Oktober. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSelbst scheinbar harmlose Anträge aus dem Leipziger Stadtrat bringen Erkenntnisse ans Licht, die nur noch verblüffen. So hatte ja die Grünen-Fraktion im Dezember beantragt, das beliebte Völkerschlacht-Panorama von Yadegar Asisi künftig dauerhaft in Nähe des Völkerschlachtdenkmals zu zeigen. Und mit dem „Balkon“ am Alten Messegelände ist eigentlich auch ein Standort gefunden. Doch jetzt fehlt die jüngst erst abgerissene Brücke zum Wilhelm-Külz-Park.
Leipzigs Schauspielstudierende bringen „Die Nibelungen“ auf die Sommerbühne im Grassi
Die Nibelungen. Foto: Richard de Nova

Foto: Richard de Nova

Für alle LeserUnd jetzt: die Nibelungen! Die haben zwar keinen Geburtstag. Und bis heute weiß man auch nicht wirklich, wer der Sänger war. Aber das Epos scheint prima zu passen in unsere Zeiten, wo grimmige alte Haudegen wieder eine irre Freude daran haben, die Burg anzuzünden und eine ordentliche Schlägerei anzurichten. Es überrascht also nicht, wenn die Schauspielstudenten der HMT in diesem Jahr eine dramatische Bearbeitung des Stoffs auf die Sommerbühne bringen.
Noch immer weiß kein Mensch, wie viel gewerblichen Bootsverkehr der Floßgraben verträgt
Boote an der Connewitzer Schleuse. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWenn der Grüne Ring heute zum Öffentlichen Forum zum Wassertouristischen Nutzungskonzept (WTNK) einlädt, dann müsste es eigentlich auch um die Frage gehen: Wie viel Bootsverkehr auf den Leipziger Gewässern ist eigentlich umweltverträglich? Denn genau daran müsste sich ja ein Nutzungskonzept orientieren. Das Dumme ist nur: Die Stadt Leipzig will diese Zahlen gar nicht wissen. Sie liegen bis heute nicht vor.
Das Untertan-Projekt: Diederich lernt gleich mehrere Frauen von einer ganz anderen Seite kennen
Ein Bild von Frau auf dem Neuen Rathaus. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWer Heinrich Manns „Der Untertan“ liest, bekommt nicht nur ein Pickelhauben-Bild vom Wilhelminischen Kaiserreich. Da irrt die Hamburger Historikerin Hedwig Richter, wenn sie ausgerechnet dieses Buch verantwortlich macht dafür, dass ein falsches Bild dieser Zeit bis heute die Sicht vieler deutscher Historiker auf den Wilhelminismus durchdringt und verfälscht.