Hatten das Gefühl zu Hause zu sein: Ali Fahdil Nsaif und Amr Elspakhy über ihre Teilnahme am Internationalen Trainerkurs in Leipzig

Seit 1964 werden in Leipzig Trainer aus vielen Ländern ausgebildet. Was an der DHfK begann, findet nun an der sportwissenschaftlichen Fakultät der Uni seine Fortsetzung. L-IZ sprach mit den Basketballern Amr Elspakhy aus Ägypten und Ali Fahdil Nsaif aus dem Irak über ihre Erfahrungen und Eindrücke beim jüngst beendeten Internationalen Trainerkurs.
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Ende Januar war auf dem Sportcampus Jahnallee Zeugnistag. Die Absolventen des 2. Internationalen Trainierkurses 2011/12 an der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig erhielten ihre Zertifikate.

Seit August 2011 studierten im Rahmen des Kurses 40 Trainer und Sportlehrer, darunter 12 Frauen, in der Sportstadt Leipzig. Sie belegten Trainerkurse in den Sportarten Basketball mit der Kurssprache Arabisch, Gerätturnen/Spanisch und Tischtennis/Französisch. Die Teilnehmer kamen aus 27 Ländern Lateinamerikas, Afrikas und der arabischen Welt.

Die Tradition der internationalen Trainerausbildung in Leipzig begann 1964 an der damaligen Deutschen Hochschule für Körperkultur DHfK. So gewann die Messestadt über die Jahrzehnte zahlreiche Sport-Freunde in vielen Teilen der Welt. Heute ist die Ausbildung Teil der auswärtigen Kulturpolitik- und Bildungspolitik der Bundesrepublik.

Mit zwei der Teilnehmer des aktuellen Kurses, Amr Elspakhy aus Ägypten und Ali Fahdil Nsaif aus dem Irak, sprach L-IZ.

Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Abschluss des Trainerkurses an der Universität Leipzig. Welche Kenntnisse und Trainingsmethoden wollen Sie in Ihrer Heimat zuerst anwenden?

Ali Fahdil Nsaif: Die Kenntnisse und Erfahrungen hier lassen sich nicht in Worte fassen. Es ist die Umsetzung mit der eigenen Mannschaft geplant. Für mich der erste Schritt zu einer richtigen Arbeit.

Amr Elspakhy: Wir werden anders arbeiten. Die Ordnung der Trainingsgedanken hat sich verändert. Die drei Hauptfächer – Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft, Sportmedizin und das Spezialfach – hatten großen Einfluss.

Wir werden die Kenntnisse an andere weiterleiten im Verein. Der Trainer muss sich ständig qualifizieren, verbessern. Wir werden versuchen, die Spezialkenntnisse im Basketball zu adaptieren – natürlich mit Rücksichtnahme auf die Bedingungen in Ägypten.
Wie kam es überhaupt zu Ihrer Teilnahme an dem Kurs?

Ali Fahdil Nsaif: Ich habe durch ehemalige Kursteilnehmer davon erfahren. Ich habe das Programm im Internet verfolgt und mich dann beworben.

Amr Elspakhy: Ich habe im Internet gesehen, dass es verschiedene Kurse in Europa gibt. Dann war ich beim Kulturattaché der deutschen Botschaft und bin dort sehr gut empfangen worden. Ein guter Kontakt – er hat auch gratuliert, als ich die Zusage bekommen habe.

Wie schätzen Sie das Leistungsniveau des Basketballsports in Deutschland und in Leipzig ein?

Amr Elspakhy: Liga und Meisterschaft haben in Deutschland sehr hohes Niveau mit vielen Profispielern. Kritisch sehe ich, dass deutsche Nationalspieler in der Liga nicht mehr gesetzt sind. Das wirkt sich negativ für die deutsche Nationalmannschaft aus. Das hat man zuletzt bei der Europameisterschaft gesehen, gerade im Vergleich zu Spanien und Frankreich. Die Chance für die Jugend muss gegeben sein, auch die Nationalmannschaft zu erreichen.

Ali Fahdil Nsaif: In der ersten Liga spielen viele US-Amerikaner. Ich habe mir zwei Punktspiele in Weißenfels angesehen und Spiele der zweiten Liga in Leipzig in der Arena verfolgt.

Amr Elspakhy: Ich habe Leipzig gegen die zweite Mannschaft von Alba Berlin gesehen. Leipzig hat einen guten Trainer. Aber Nachwuchs gibt es im Vergleich zu Handball und Volleyball zu wenig, hier müsste mehr passieren.

Welchen Stellenwert hat Basketball in Ihrer Heimat?
Ali Fahdil Nsaif: Im Irak steht Basketball an der zweiten Stelle, gleich nach Fußball. Es gibt drei Ligen. Gegenwärtig werden Talentschulen gegründet. Es gibt Unterstützung durch Ministerien.

Amr Elspakhy: Basketball hat eine lange Geschichte in meinem Land. Im Jahre 1949 hat Ägypten die Europameisterschaft gewonnen. Da damals kein afrikanischer Verband existierte, durfte Ägypten bei der EM teilnehmen.

Alexandria ist „Stützpunkt“ des afrikanischen Basketball-Verbandes. In unserer ersten Liga spielen 16 Mannschaften, in der zweiten Liga 20 Mannschaften. Zur dritten Liga gehören insgesamt 64 Mannschaften.

Was sind die stärksten Eindrücke, die Sie aus Leipzig mitnehmen?

Amr Elspakhy: Es war beeindruckend: Wenn ich nach den Exkursionen den Leipziger Hauptbahnhof betrat, hatte ich das Gefühl zu Hause zu sein. Außerdem fühle ich mich, als hätte ich ganz Deutschland gesehen – durch die Fahrten zu den Spielen.

Leipzig hat ein historisch beeindruckendes Zentrum. Die Straßenbahn erinnert mich an Alexandria, ich komme auf alle Fälle wieder.

Ali Fahdil Nsaif: Ich habe mich in Leipzig auch heimisch gefühlt, denn ich bin mit den Menschen schnell warm geworden. Es gab viele sehr gute persönliche Begegnungen in Leipzig, auch das Nachtleben in Leipzig ist toll. Das habe ich aber nur manchmal ausprobiert!

Zu den Personen:

Amr Ahmed Elsayed Mahmoud Elspakhy aus der Arabischen Republik Ägypten war mehrfacher Juniorenmeister seines Landes. Er arbeitet in der technischen Kommission des Sporting Club Alexandria. Nach seiner Rückkehr würde er gern als Assistenztrainer der ersten Mannschaft des Alexandria Sporting Club arbeiten und später einmal Jugendauswahltrainer Ägyptens werden. Darüber hinaus möchte er sportpolitische Aktivitäten für die Al Nur-Partei starten.

Ali Fadhil Nsaif aus der Republik Irak war bisher Konditionstrainer des Universitätsclubs „Karach“ und hat hier mehrmals die nationale Meisterschaft gewonnen. Nach seiner Rückkehr möchte er als Trainer die Basketball-Mannschaft der Universität übernehmen.


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