Fecht-WM 2017: Sanita und Ndolo fechten sich ins Achtelfinale

Für alle LeserAm fünften Tag der Fecht-Weltmeisterschaft in der Arena Leipzig standen die Entscheidungen im Damendegen und Herrenflorett auf dem Programm. Während in diesen Disziplinen mit den Siegen von Tatiana Gudkova und Dmitry Zherebchenko beide Titel nach Russland gingen, freuten sich mit Alexandra Ndolo und André Sanita die beiden besten Deutschen über ihren Einzug ins Achtelfinale.
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Für eine echte Sensation sorgte dabei Alexandra Ndolo. Die Leverkusenerin bekam bereits in der Runde der besten 32 keine Geringere vorgesetzt als die Weltranglisten-Erste und Olympiasiegerin von 2016 – die Ungarin Emese Szasz-Kovacs. Von der Papierform her eine unlösbare Aufgabe. Doch die Heim-WM scheint manchmal ungeahnte Kräfte freizusetzen, denn die 30-Jährige besiegte die haushohe Favoritin in einem engen Gefecht am Ende mit 15:14.

Damit hatte die in Bayreuth aufgewachsene Tochter einer polnischen Mutter und eines kenianischen Vaters ihr WM-Highlight gesetzt. Im Achtelfinale reichten die Körner dann gegen die Estin Julia Beljajeva nicht mehr. Das Gefecht ging für Ndolo mit 9:15 verloren. Enttäuscht war sie dennoch nicht. „Es überwiegt die Freude“, gab sie kurz nach ihrem Ausscheiden im Presse-Interview bekannt.

Für Beate Christmann (Tauberbischofsheim) kam das Aus gegen die Polin Ewa Nelip. Foto: Jan Kaefer

Für Beate Christmann (Tauberbischofsheim) kam das Aus gegen die Polin Ewa Nelip. Foto: Jan Kaefer

Überhaupt zog Ndolo – die von der Stimmung auf den Zuschauerrängen der Arena beeindruckt war – ein positives WM-Halbzeitfazit. „Wir haben uns als Team bisher gut präsentiert, eine Medaille und einige Top 8-Platzierungen geholt und insgesamt wieder einen Schritt nach vorne gemacht“.

Degen-Kollegin Beate Christmann musste im 32er-Tableau die Segel streichen. Gegen die Polin Ewa Nelip musste sie eine 9:14-Niederlage akzeptieren. Nelip stand am Ende des Tages sogar im Finale. Dort allerdings musste sie sich der neuen Weltmeisterin, der Russin Tatiana Gudkova geschlagen geben (9:11).

Das Degen-Finale der Frauen entschied Tatiana Gudkova (Russland) für sich. Foto: Jan Kaefer

Das Degen-Finale der Frauen entschied Tatiana Gudkova (Russland) für sich. Foto: Jan Kaefer

Auf ihrem Weg zu Gold stand Gudkova unter anderem der vormaligen Leipziger Fechterin Monika Sozanska gegenüber, die die Russin in der 64er-Runde am Rande der Niederlage hatte. Erst in der Verlängerung zog Sozanska mit 12:13 den Kürzeren.

Im Herrenflorett stieg am Sonntag nun auch Peter Joppich ins Wettkampfgeschehen ein. Der Koblenzer war für die 64er-Runde gesetzt und durfte sich damit die Gruppenphase sparen. Allerdings hatte er bei seiner sonntäglichen Premiere gegen Alex Tofalides (Zypern) alle Mühe, die nächste Runde zu erreichen, schaffte es mit 15:12 aber trotzdem.

Gegen den Japaner Toshiya Saito gab es in der nächsten Begegnung jedoch ein mächtiges Brett vor den Bug des Deutschen. Mit einem überdeutlichen 5:15 musste sich Joppich dem späteren Finalisten beugen. Der wiederum ließ am Ende nur noch dem Russen Dmitry Zherebchenko den Vortritt (12:15) und durfte sich über Silber freuen.

Der gesetzte Florett-Fechter Peter Joppich (Koblenz) griff erstmals in WM-Geschehen ein. Foto: Jan Kaefer

Der gesetzte Florett-Fechter Peter Joppich (Koblenz) griff erstmals in WM-Geschehen ein. Foto: Jan Kaefer

Gefreut hatte sich auch André Sanita vom OFC Bonn. Der 25-Jährige arbeitete sich bis ins Achtelfinale vor. Auf seinem Weg dahin besiegte der Kolja Dahlin (Dänemark) und Kyosuke Matsuyama (Japan). Um Haaresbreite musste er sich schließlich mit 14:15 dem Olympiadritten Race Imboden (USA) geschlagen geben.

„Er ist einfach ein Weltklasse-Fechter, und bei mir haben heute die letzten Dinge gefehlt. Ich haben gegen ihn bisher schon dreimal verloren, heute war es am knappesten. Das nächste Mal gewinne ich“, lautete Sanitas Urteil zum Ausscheiden. Das Positive: „Ich habe gesehen, dass ich mit den Top-Fechtern mithalten kann, denn ich war jedes mal knapp dran“.

Dmitry Zherebchenko machte im Männer-Florett den doppelten russischen Tagessieg perfekt. Foto: Jan Kaefer

Dmitry Zherebchenko machte im Männer-Florett den doppelten russischen Tagessieg perfekt. Foto: Jan Kaefer

Ergebnisse der deutschen Fechter im Überblick

Damendegen:

Alexandra Ndolo (Leverkusen) > 64er: Courtney Hurley (USA) 15:8, 32er: Emese Szasz-Kovacs (Ungarn) 15:14, Achtelfinale: Julia Beljajeva (Estland) 9:15.

Beate Christmann (Tauberbischofsheim) > 64er: Kamila Pytka (Polen) 15:8, 32er: Ewa Nelip (Polen) 9:14.

Nadine Stahlberg (Offenbach) > 64er: Ayaka Shimookawa 12:15.

Monika Sozanska (Offenbach) > 64er: Tatiana Gudkova (Russland) 12:13 n.V.

Benjamin Kleibrink (Tauberbischofsheim) und der Südkoreaner Jun Heo schauen sich ganz tuef in die Augen. Foto: Jan Kaefer

Benjamin Kleibrink (Tauberbischofsheim) und der Südkoreaner Jun Heo schauen sich ganz tief in die Augen. Foto: Jan Kaefer

Herrenflorett:

Peter Joppich (Koblenz) > 64er: Alex Tofalides (Zypern) 15:12, 32er: Toshiya Saito (Japan) 5:15

Benjamin Kleibrink (Tauberbischofsheim) > 64er: Jun Heo (Südkorea) 14:13 n.V., 32er: Alessio Foconi (Italien) 6:15

André Sanita (Bonn) > 64er: Kolja Dahlin (Dänemark) 15:8, 32er: Kyosuke Matsuyama (Japan) 15:10, Achtelfinale: Race Imboden (USA) 14:15

Alexander Kahl (Tauberbischofsheim) > 64er: Taegyu Ha (Südkorea) 10:15

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