Ausstellung ab 27. Januar im Neuen Rathaus

Kicker, Kämpfer & Legenden: Juden im deutschen Fußball

Mit den Schicksalen jüdischer Sportlerinnen und Sportler aus Leipzig, die in dieser Form noch nie der Öffentlichkeit gezeigt wurden, beschäftigt sich eine Ausstellung, die morgen im Neuen Rathaus eröffnet wird. Vom 27. Januar bis zum 5. Februar 2015 präsentiert das Fanprojekt Leipzig die Ausstellung „Kicker, Kämpfer & Legenden – Juden im deutschen Fußball“ des Centrum Judaicum Berlin. Die Ausstellung zeichnet die Karrieren und Lebenswege einiger großer Männer des jüdisch-deutschen Fußballs nach.

Eröffnet wird die Ausstellung am Dienstag, 27. Januar, um 15:00 Uhr im Rahmen der Veranstaltung zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ der Stadt Leipzig ins Neue Rathaus ein. Ausstellungsort ist die Untere Wandelhalle.

Die Ausstellung thematisiert u. a., dass Jüdinnen und Juden bis November 1938 in Leipzig nur noch in jüdischen Vereinen Sport treiben durften; in den sozialistisch geprägten Arbeitersport-Vereinen sogar nur bis 1933. Nach 1938 waren alle Sportaktivitäten für die jüdischen Menschen verboten. Es ist gelungen, Informationen zu einzelnen Mitgliedern aller fünf jüdischen Vereine in Leipzig zu sammeln und den Leidensweg dieser Menschen zu dokumentieren.

Über mehrere Monate recherchierten jugendliche Fußball-Fans verschiedener Vereine die Ausstellungs-Inhalte – die einzelnen Ergebnisse bündelte dann das Fanprojekt Leipzig für die Ausstellung. Unterstützt wurde das Projekt vom Sportmuseum, vom NETZwerk „blau-gelb“ e. V. sowie von der Agentur „Dekodesign“ bei der graphischen Umsetzung.

„Trotz schwieriger Recherchen und dank der akribischen Dokumentationsarbeit aller Beteiligten konnten wir eine interessante und bewegende Ausstellung zusammenstellen“, resümiert Ulrike Fabich vom Leipziger Fanprojekt. „Wir können zeigen, wie es den jüdischen Leipzigerinnen und Leipzigern gelungen ist, trotz widrigster Umstände ein sportliches Leben zu organisieren. Durch die Beschäftigung mit den Einzelschicksalen gelingt es, diesen Opfern des Nationalsozialismus in Leipzig Gesichter zu geben und die Erinnerung an sie zu erhalten bzw. möglich zu machen.“

Begleitprogramm

Film: Begleitend zur Ausstellung zeigt die Kinobar „Prager Frühling“ am 27. Januar um  19:00 Uhr, den Dokumentarfilm „Liga Terezin“ über das organisierte Fußballspiel im KZ Theresienstadt. Anschließend gibt es eine Gesprächsrunde mit dem Film-Produzenten Mike Schwartz und Oded Breda, Leiter der Gedenkstätte Theresienstadt in Israel. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Initiative !Nie Wieder, Roter Stern Leipzig ’99 und Bunte Kurve – Chemie Leipzig organisiert.

Vortrag: Über die Vielschichtigkeit jüdischen Sporttreibens in Leipzig vor und nach 1933 referiert Frau Dr. Rohr, Leiterin des Sportmuseums Leipzig am 4. Februar um 18:00 Uhr im Neuen Rathaus, Untere Wandelhalle. Unter dem Titel „Jüdischer Sport in Leipzig in Vergangenheit und Gegenwart“ werden auch die heutigen Bedingungen für jüdische Sportler und Sportlerinnen in Leipzig aufgezeigt. Der Abend findet in Kooperation mit dem NETZwerk „blau-gelb“ e.V. statt.


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