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Konzert des Hochschulsinfonieorchesters am 1. November 2021

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    Es ist eine seit langem bestehende Tradition, dass das Hochschulsinfonieorchester (HSO) jährlich ein Gewandhauskonzert gibt – und zwar anlässlich des Todestages von Konservatoriumsgründer und Hochschulnamenspatron Felix Mendelssohn Bartholdy. Er starb am 4. November 1847 – also vor 174 Jahren. Aus seinem berühmten Oktett erklingt in diesem Konzert der 3. Satz in der Orchesterfassung. 

    Der Komponist, Cellist und Dirigent Thorsten Encke studierte in Hannover und Los Angeles und ist seit 1999 als freier Musiker tätig. 2011 gründete er das Orchester „Musica assoluta“.
    „Ströme“ für großes Orchester entstand 2012. Angeregt wurde der Komponist durch einige Zeilen des Gedichts „Daystream“ von Günter Kunert (1929-2019). Das heute zu hörende „Ströme II“ schrieb Encke im Jahr 2015 im Auftrag der Bremer Kulturinstitution „OpusEinhundert“ für das Musik- und Theaterprojekt „AusZeit 2015“. Die Uraufführung fand in Hildesheim mit der NDR Radiophilharmonie statt.

    Im Zusammenhang mit dem ersten Teil seines Werkes äußerte Encke: „Gerade bei moderner Musik fühlt das Publikum oft eine gewisse Fremdheit, wenn es die neue Klangsprache noch nicht kennt. Insofern kann ein Titel, wie z.B. Ströme, zunächst eine gewisse Hilfe oder Anregung darstellen. Sollte jemand aber ganz andere Assoziationen beim Hören des Stückes haben, würde ich das genauso begrüßen. Mein Wunsch als Komponist ist es vor allem, durch meine Werke die kreative und emotionale Phantasie meiner Zuhörer anzuregen, immer verbunden mit der Ermutigung, die Musik als einen Bereich zu nutzen, in dem die persönliche Freiheit grenzenlos ist.“

    „Zwei Takte genügen, um ihn wiederzuerkennen.“ So schrieb der französische Musikwissenschaftler René Dumesnil über das Schaffen von Sergej Prokofjew, der 1918 bis 1936 vorübergehend Russland verließ und nach Japan, in die USA und nach Paris ging. In dieser Zeit entstand auch sein spritzig-heiteres 3. Klavierkonzert, das er 1917 noch in St. Petersburg begann und 1921 in Paris beendete. Sein Opus 26 brachte er in Chicago 1921 selbst zur Uraufführung, jedoch erst die Premiere in Paris 1922 brachte den Durchbruch.

    Der erste Satz des Werkes, das als sein am leichtesten verständliches Klavierkonzert gilt, ist in der klassischen Sonatenform gehalten, während im zweiten Satz das Soloinstrument verschiedene Variationen gestaltet. Im Finalsatz gebraucht Prokofjew ein Thema, das er bereits Jahre zuvor in einem Streichquartett verwendete und das interessanterweise nur mit den weißen Tasten des Klaviers auskommt.

    Prokofjew selbst war ein ausgezeichneter Pianist und schrieb seine fünf Klavierkonzerte vorrangig für den eigenen Gebrauch.

    Die 1883 in Wien mit großem Erfolg uraufgeführte 3. Sinfonie vollendete Johannes Brahms während eines Sommeraufenthaltes in Wiesbaden. Antonín Dvořák schrieb an seinen Verleger Fritz Simrock über das Werk: „Ich sage und übertreibe nicht, daß dieses Werk seine [Brahms’] beiden ersten Sinfonien überragt; wenn auch nicht vielleicht an Größe und mächtiger Konzeption – so aber gewiß an – Schönheit! Es ist eine Stimmung darin, wie man sie bei Brahms nicht oft findet! Es ist lauter Liebe und das Herz geht einem dabei auf.“

    Die eher konservative Musikzeitschrift „Signale für die musikalische Welt“ kritisierte nach der Aufführung im Leipziger Gewandhaus 1884 unter dem Dirigat des Komponisten: „Lang ist die Symphonie glücklicherweise nicht, aber dafür wird um so mehr Blechlärm in ihr verführt, und sie wirkt trotz ihrer verhältnismäßigen Kürze doch langweilig, eben weil alle Augenblicke, wie man zu sagen pflegt, ,der Zwirn alle wird‘ […].“

    Ein Motiv durchzieht das Werk bis zum letzten Satz: die Tonfolge f – as – f, die in den Bläsern gleich die ersten dreieinhalb Takte der Sinfonie bestimmt, bevor das Hauptthema erklingt. Ursprünglich verwendete Brahms in seiner Jugendzeit das Motiv f – a – e („Frei, aber einsam“), das er aber später in f – a – f („Frei, aber froh“) verwandelte. Nun erhält das Motiv durch „as“ statt „a“ zwar zunächst einen betrübten Anstrich, wird aber im Finale nach Dur gewendet. Schwankungen zwischen Dur und Moll sind typisch für die gesamte Sinfonie. Kritiker Eduard Hanslick äußerte sich 1886 ähnlich wie Dvořák: „[…] seltsam, räthselhaft klingt das Ganze aus, aber in wunderbarer Schönheit.“

    Die Klaviersolistin Moeko Ezaki, geboren 1993 in Tokio, studiert seit März 2019 in der Meisterklasse bei Prof. Gerald Fauth. Sie gewann zahlreiche Preise und kann bereits auf eine rege internationale Konzerttätigkeit verweisen.

    Das HSO wird am 1.11.2021 im Gewandhaus von Dirigierprofessor Matthias Foremny geleitet.

    Montag, 1.11.2021, 20.00 Uhr, Gewandhaus zu Leipzig, Augustusplatz 8, Großer Saal
    Konzert
    Hochschulsinfonieorchester
    Leitung: Prof. Matthias Foremny/Studierende
    Solistin: Moeko Ezaki – Klavier (Meisterklasse Prof. Gerald Fauth)

    Programm:
    Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Scherzo. Allegro leggierissimo – 3. Satz aus dem Oktett Es-Dur op. 20 MWV R 20
    Sergej Prokofjew (1891-1953): Klavierkonzert Nr. 3 C-Dur op. 26
    Thorsten Encke (* 1966): Ströme II (2015)
    Johannes Brahms (1833-1897): 3. Sinfonie F-Dur op. 90

    Karten für das Konzert am 1.11.2021 im Gewandhaus zu 14 € zzgl. VVK-Gebühr, Ermäßigung für Berechtigte an der Gewandhauskasse unter Tel. 0341/1270-280.

    Das Konzert wird am 2.11.2021, 19.30 Uhr im Großen Saal der HMT wiederholt.
    Karten für dieses Konzert zu 10 €, ermäßigt 7 €, HMT-Studierende 2,50 € unter Tel. 0341/2144-615 (Mo-Fr 13-15 Uhr)

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