Carbonbeton gilt als Baustoff der Zukunft: Er ist ökologischer, langlebiger und effizienter als Stahlbeton, denn er spart Ressourcen wie Sand und Zement und hat eine deutlich bessere CO₂-Bilanz. In verschiedenen Forschungsprojekten wurde der Verbundwerkstoff erprobt. Nun soll er in die Anwendung überführt werden.

Jüngste Beispiele zeigen wie es gehen kann: Ende September 2022 wurde in Dresden der „Cube“, das weltweit erste Haus aus Carbonbeton, eröffnet. Tags darauf weihte die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig (HTWK Leipzig) ihr Carbonbetontechnikum ein – eine weltweit einzigartige Modellfabrik, in der die automatisierte Fertigung von Carbonbetonbauteilen getestet wird.

Im Dezember 2022 erschien im Wasmuth & Zohlen Verlag ein neues Buch zum Innovationshaus „Cube“ und zur Forschungsgeschichte des zukunftsfähigen Verbundwerkstoffs.

Buchvorstellung mit anschließendem Rundgang am 9. Februar 2023 in Leipzig

Am Donnerstag, den 9. Februar 2023, lädt die HTWK Leipzig in das Carbonbetontechnikum zur Buchvorstellung ein. Nach einer Begrüßung von Klaus Holschemacher, Professor für Stahlbetonbau und Direktor des Instituts für Betonbau an der HTWK Leipzig, werden Herausgeber Prof, Manfred Curbach sowie Bernhard Elias und Rudolf Spindler vom Wasmuth & Zohlen Verlag über das Buch sprechen und Publikumsfragen beantworten.

Anschließend können die Gäste am geführten Rundgang durch die Modellfabrik teilnehmen und beim Get-together vertiefende Gespräche mit Fachleuten über den Baustoff der Zukunft, den „Cube“ sowie das Carbonbetontechnikum der HTWK Leipzig führen. Der Eintritt ist frei.

Prof. Klaus Holschemacher: „Für uns ist die Buchvorstellung ein toller Anlass, um das Carbonbeontechnikum der HTWK Leipzig der breiten Öffentlichkeit zu zeigen. Hier erforschen wir, welche Prozesse eine effiziente Produktion von Carbonbeton ermöglichen, um damit ökologisch und ökonomisch vorteilhafte Bauteile herzustellen.

Denn auch wenn Carbonbeton und Stahlbeton vergleichbare Anwendungsgebiete haben, müssen alle Produktionsschritte und Maschinen an den neuen Baustoff angepasst und zum Teil völlig neu gedacht werden. Insbesondere können wir hier Bauunternehmen zeigen, wie sie ihre Produktionsstätten gestalten müssen, um Carbonbetonbauteile zu produzieren.“

Buch zum „Cube“ und zur Forschungsgeschichte

Hinter dem Baustoff und dem Innovationshaus „Cube“ stehen fast 30 Jahre Forschung vor allem in Dresden, Aachen, Leipzig. Dazu war in Sachsens Landeshauptstadt Dresden Deutschlands größtes Bauforschungsprojekt „C3 – Carbon Concrete Composite“ angesiedelt, das Ende September 2022 abgeschlossen wurde. Der gleichnamige Verband besteht weiterhin. Aktuell engagieren sich 116 Unternehmen, Institutionen und Verbände darin, darunter auch die HTWK Leipzig.

Vorstandsvorsitzender des C3-Verbandes sowie Bauherr des „Cube“ ist Manfred Curbach, Direktor des Instituts für Massivbau an der Technischen Universität Dresden: „Insgesamt ist nach fast 30 Jahren Forschung zum Thema Carbonbeton etwas völlig Neues entstanden. Wir präsentieren einen Baustoff, der ökologisch vernünftiger ist als Stahlbeton, der auch langlebiger und werterhaltender ist. Statt massig haben wir filigran gebaut, statt geklotzt viel nachgedacht, was man besser machen kann.“

Das zweisprachige und 242-seitige Buch „Cube: Neues Bauen mit Carbonbeton“ dokumentiert mit vielen Fotos und Texten den Bau und die Gestaltung des „Cube“, stellt die am Projekt beteiligten Partner vor und beleuchtet Geschichte und Zukunft der Materialkombination Carbonbeton.

So erhalten Interessierte vielfältige Einblicke in die Planung des „Cube“, das Raumkonzept, den konstruktiven Aufbau der Bauteile sowie die Anwendung und Nachhaltigkeit von Carbonbeton. Fachleute aus Architektur, Bauwesen, Verwaltung und Bauindustrie können sich so über das Bauen der Zukunft informieren, das im Zeichen von Klimaschutz und Ressourceneffizienz steht.

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar