Das Siemens-Werk für Niederspannungsschaltanlagen in Leipzig hat die Wärmeversorgung seiner eigenen Gebäude vollständig elektrifiziert. Eine zweistufige Anlage aus Luft-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen ersetzt die bisherige Interims-Heizung auf Basis fossiler Energieträger. Damit entstehen aus der lokalen Wärmeerzeugung in den eigenen Gebäuden keine CO₂-Emissionen (Scope 1) mehr. Durch den ausschließlichen Bezug von Strom aus erneuerbaren Energiequellen für den Betrieb der Anlagen ist auch der Stromverbrauch (Scope 2) CO2-frei.

Das Leipziger Werk ist der erste Siemens-Werkstandort in Deutschland, der die Heizungsanlage seiner eigenen Gebäude vollständig ohne den Einsatz von Biogas dekarbonisiert hat, teilt das Unternehmen mit.

Kern der neuen Wärmeversorgung ist ein zweistufiges Wärmepumpensystem. Es besteht aus vier Luft-Wasser-Wärmepumpen und zwei nachgeschalteten Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Die Anlage arbeitet ohne zusätzliche Energieträger.

Das Projekt leistet damit einen direkten Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen von Siemens, nach denen das Unternehmen unter anderem die CO₂-Emissionen aus dem eigenen Betrieb (Scope 1 und 2) bis 2030 um 90 Prozent reduzieren will. Ein wesentlicher Baustein ist dabei die Dekarbonisierung des globalen Immobilienportfolios durch „Decarb@SRE“.

Siemens hatte das Programm 2021 gestartet, um eigene Gebäude an Siemens-Standorten bis 2030 zu dekarbonisieren. In Leipzig wurde die Umstellung der Wärmeversorgung vorgezogen und bereits knapp vier Jahre vor dem Zieljahr 2030 abgeschlossen.

Die Maßnahme kann auch für Kunden relevant sein, die ihre Lieferkettenemissionen transparenter erfassen und verringern wollen. Da Emissionen aus der Herstellung zugekaufter Produkte Bestandteil der Scope-3-Betrachtung von Kunden sein können, kann die Reduzierung standortbezogener Emissionen in Leipzig einen Beitrag zu einer emissionsärmeren Wertschöpfungskette bei Kunden leisten.

Parallel zur neuen Wärmeerzeugung wurde die Lüftungsanlage einer Produktionshalle ausgetauscht und das Kanalnetz überarbeitet. Damit sollen perspektivisch niedrigere Vorlauftemperaturen sowie ein effizienterer Luftwechsel im Gebäude ermöglicht werden.

Weitere Maßnahmen sind in Arbeit, teilt das Unternehmen mit. Dazu zählen der Austausch der Belüftungsanlage in der Kantine, die Rückgewinnung von Wärme aus Abluft sowie der hydraulische Abgleich des Heizungsnetzes. Ziel ist es, die Vorlauftemperatur weiter abzusenken und die Wärmepumpen effizienter zu betreiben.

6 Millionen Euro für Dekarbonisierung

In den vergangenen drei Jahren hat der Standort Leipzig rund 6 Millionen Euro in Dekarbonisierung, Elektrifizierung und Energieeffizienz investiert. Eine Photovoltaikanlage kann rund 20 Prozent des Energiebedarfs am Standort decken; die Installation weiterer Anlagen ist geplant.

Zudem wurde die Werkslogistik elektrifiziert: Der innerbetriebliche Transport am Standort Siemens Böhlitz-Ehrenberg erfolgt mit E-Lkw, die auch für Kurzstreckenauslieferungen bis 100 Kilometer genutzt werden. Auf dem Werksgelände entstand außerdem Ladeinfrastruktur für Pkw und Lkw. Darüber hinaus arbeitet der Standort im Rahmen seiner Einkaufsstrategie daran, Emissionen in der Lieferkette zu reduzieren.

Die Dekarbonisierung des Leipziger Werks leistet zugleich einen Beitrag zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Investitionen in elektrifizierte Wärmeversorgung, Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Lieferketten, in denen Emissionen aktiv reduziert werden, stärken die Resilienz und Zukunftsfähigkeit der Produktion. Damit positioniert sich das Leipziger Werk als zukunftsfähiger Fertigungsstandort für Schaltanlagen.

Das Leipziger Siemens-Werk beschäftigt derzeit rund 700 Mitarbeitende. Der Standort produziert Niederspannungsschaltanlagen für den weltweiten Einsatz, unter anderem in Rechenzentren und intelligenten Energieversorgungsnetzen. Neben der Dekarbonisierung investiert der Standort in Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, Automatisierung und Digitalisierung.

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