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Am 30. September und 1. Oktober 2026 fand in Leipzig das Ostdeutsche Energieforum (ODEF), bereits zum fünfzehnten Mal statt. Nein, es war keine „grüne“ Veranstaltung, eingeladen hatte die Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Man könnte auch sagen, dass Katherina Reiche die Schirmherrin des Forums war.
Mit dem Folgetag, dem 2. Oktober 2026, endete die Existenz des Referats für „Wind-, Solar und Transformationsindustrien“ in diesem, von der Schirmherrin des ODEF geleiteten, Ministerium. Table.Briefings schreibt dazu: Das Ministerium begründet die Abschaffung mit „aktuellen industriepolitischen Prioritäten“. Zudem sollten damit die Einsparverpflichtungen des Ministeriums umgesetzt werden.
Was sind wohl die „industriepolitischen Prioritäten“, bzw. welche Industrie ist hier gemeint? Der Mittelstand, nicht zu verwechseln mit der Mittelstands- und Wirtschaftsunion oder dem Verband der Familienunternehmer, also die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind da wohl nicht gemeint.
Einige dieser Unternehmerinnen und Unternehmer trafen sich, flankiert von Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Energiewirtschaft, beim ODEF. Dort diskutierten bis zu 500 Menschen über zukunftsfähige Energiepolitik. Hier muss selbstverständlich erwähnt werden, dass KMU in nicht unerheblichem Maße bereits Geschäftsmodelle im Bereich der Energiewende aufgebaut haben. Wir werden später darüber berichten.
Das war auch daran zu spüren, dass die Energiewende, also die erneuerbaren Energien, von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern beim ODEF nicht grundsätzlich infrage gestellt wurde. Es ging um die Frage „Wie machen wir das?“ Um eine Frage, die zu beantworten die Aufgabe des von Katherina Reiche geführten Ministeriums ist.

Das am ersten Oktober mit Dietrich Enk geführte Interview, aus dem wir in der Folge zitieren, wurde nicht im Zusammenhang mit der Wirtschaftspolitik von Katherina Reiche geführt. Es drückt aber, unserer Meinung nach, ziemlich deutlich aus was Unternehmerinnen und Unternehmer von der Politik erwarten.
Schaut man auf die Liste der Referentinnen und Referenten des ODEF, dann sucht man vergebens Vertreterinnen und Vertreter der Schirmherrin. Einer der Veranstalter, der Präsident des Unternehmerverbandes Sachsen e.V. Dietrich Enk, fand das nicht so schlimm. Es sagte uns im Interview: „Die große Politik ist in diesem Jahr nicht angereist, die immer so einen Pinselstrich über alles drüber macht und alles irgendwie: Ich nehme mal mit. Sondern hier ist wirklich eine sachbezogene Diskussion, die auch wirklich davon geprägt ist, dass wir selber die Möglichkeiten, die der Mittelstand hat, die Unternehmertum hat in den Blick nehmen.“
Die „große Politik“, also die für den hier anwesenden Mittelstand zuständige, wird nicht vermisst, weil diese alles nur „Mal mitnimmt“. Das klingt nicht nach Vertrauen in diese, vielleicht auch in die Arbeit der Wirtschaftsministerin.
Gefragt nach den Energiekosten und deren Steigerungen sagt Dietrich Enk: „Die allgemeine Kostenstruktur ist natürlich wirklich brutal. Das sind Steigerungen vom Vierfachen teilweise, die da geschehen im Energie- und Wasserbereich. Das ist einfach ein Problem. Da müssen Perspektiven her, da muss Sicherheit her. Ob man das umlegen kann oder nicht, wir müssen damit umgehen. Die Kosten sind nun mal die Kosten. Also, da kann man auch nicht sagen, früher war alles besser, das nützt uns ja nichts. Sondern wir müssen das annehmen, da hilft auch nicht irgendwie mal eine Steuer um 10 % abzusenken.“
Aus den Worten von Dietrich Enk kann man schließen: Viele ostdeutsche Unternehmerinnen und Unternehmer wollen Perspektiven, Sicherheit und wie er weiter ausführt: „Ich denke, hier geht’s wirklich in der Gesamtheit darum zu betrachten: Wollen wir freie Wirtschaft, wollen wir selbstständiges Arbeiten weiterhin ermöglichen oder soll alles nur in Staatsbetrieben stattfinden oder in organisierter Wirtschaft? Dann müssen wir einfach alle Themen, die gesellschaftlich jetzt schon auf der Agenda stehen und viel zu zögerlich bis gar nicht angegangen werden im Bund, einfach einen Blick nehmen. Und dann werden wir auch sehen, wo wir mit den Kosten am Ende zusammenkommen.“
Fazit: Wer beim ODEF war, hat eine Diskussion erfahren, die sich von der politischen Diskussion in der Regierung diametral unterscheidet. Es ging nicht um ein Rollback in der Energiepolitik, es ging um das „Wie gestalten wir die Energiewende?“ Wenn die Schirmherrin, am Folgetag das Referat „Wind-, Solar und Transformationsindustrien“, welches essenziell wichtig für die Energiewende ist, auflöst, dann arbeitet sie auch gegen den Mittelstand und dessen Zukunft.
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