Flughafen Leipzig/Halle: Mehr Türkei, zusätzliche Tonnen und weniger Transit

Ab Sommer geht es erstmals nonstop per Flugzeug von Leipzig nach Istanbul. Damit will der Flughafen Leipzig/Halle die zuletzt wieder positive Entwicklung im Passagierflug fortsetzen. Diese sei trotz zweistelliger Rückgänge im immer wieder umstrittenen Transitverkehr von US-Soldaten erzielt worden, betont der Airport. Auf Zuwachs setzt man weiter bei der Fracht.
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Die Türkei liegt im Trend. In das beliebte Urlaubsland am Bosporus hoben im vergangenen Jahr 7,7 Prozent mehr Fluggäste vom Leipziger Flughafen ab als noch 2010. Mehr Zuwachs verzeichnete nur noch das klassische Urlaubsland Spanien mit einer Zunahme von 9 Prozent. Das waren einige der Zahlen, die der hiesige Flughafen-Chef Dierk Näther am Mittwoch, 18. Januar, den Journalisten präsentierte.

Dieses Ranking der Urlaubsländer dürfte Bestand haben. „Spitzenreiter bei den Urlaubszielen ist auch in diesem Jahr wieder Antalya mit bis zu 26 wöchentlichen Starts, gefolgt von Palma de Mallorca mit bis zu 24 Abflügen pro Woche“, hieß es vom Airport weiter, „Hurghada und Burgas werden jeweils sieben Mal pro Woche angesteuert.“

Doch damit nicht genug. Am Sommer geht es mit Turkish Airlines erstmals nonstop von Schkeuditz nach Istanbul. „Wir rechnen mit drei bis vier Verbindungen pro Woche“, so Airportvorstand Näther.

Der Billigflieger Ryanair wird sein Engagement in Schkeuditz weiter ausbauen. Neben Rom und London werden dann mehrmals wöchentlich Mailand/Bergamo sowie die „Sonnenziele“ Faro und Malaga angeflogen. Ab Herbst will Ryanair dann täglich von Leipzig/Schkeuditz nach London/Stansted düsen.Von Leipzig aus wird es im Sommer nonstop nach London, Paris, Wien, Istanbul, Rom, Mailand und Palma de Mallorca gehen, stellten die Flughafenmacher weiter heraus. Von Air France kam zwar gerade die Mitteilung, dass sie die Verbindung vom großen Paris ins sächsische Klein-Paris einstellen wird. Doch das geschehe allein aus Gründen der Restrukturierung der französischen Airline, stellte Näther klar. Die Verbindung sei mit 70 Prozent bestens ausgelastet und insofern werde man bald einen anderen Carrier finden, der in Frankreichs Hauptstadt fliegt, ist sich Leipzigs Flughafenchef sicher.

Ganz oben auf der Liste von Näthers Wunschzielen steht hingegen Moskau. Hier wolle man weiter dran bleiben. Mit der Zahl von insgesamt 51 Zielen in 15 Ländern, die von 21 Airlines im Sommer 2012 von Leipzig aus angesteuert werden, muss also nach dem Willen des Leipziger Flughafens noch lange nicht Schluss sein.Denn beim Passagierflug setzt man in Schkeuditz auf Zuwachs. Im vergangenen Jahr zeigt die Gesamtbilanz zwar nach unten. Doch im November und Dezember 2011 habe man in Leipzig bereits wieder zugelegt, unterstrich Uwe Schuhardt, Konzernpressesprecher der Mitteldeutschen Flughafenholding. Und das trotz zweistelligen Rückgangs beim teils heftig umstrittenen Transitverkehr. Gemeint sind damit die Zwischenstopps von US-Soldaten auf ihren Fernflügen zwischen der Heimat und den Einsatzorten im Irak und in Afghanistan.

Wenig überraschend hält der Flughafen Leipzig/Halle auch in diesem Jahr an seiner Strategie fest, sich als zweitgrößter deutscher Frachtflughafen zu positionieren. Dabei verwies Näther auf die Ende 2011 abgeschlossene Erweiterung des DHL-Vorfeldes.Bis Herbst 2012 wird der Flughafen zudem für insgesamt 17,5 Millionen Euro einen neuen Wartungshangar fertigstellen. Dieser wird dann an die bereits in Schkeuditz agierende Wolga-Dnepr-Group vermietet. Diese will hier neben der Instandsetzung eigenen Geräts auch die Wartung von Flugzeugen anderer Gesellschaften realisieren.

In dem anstehenden Gleisanschluss für den Frachtbereich Süd sieht Näther eine „Option für weitere Frachtansiedlung“ in diesem Bereich. Der Frachtrekord von 2011 mit 760.345 umgeschlagenen Tonnen soll offenbar nicht allzu lange Bestand haben.

Die Eröffnung des neuen Großflughafens Berlin Brandenburg International stellt für Leipzig „Chance und Risiko zugleich“ dar, so Näther weiter. Für den Fall, dass einzelne Gesellschaften die Kosten in Berlin nicht mehr darstellen könnten, sei ein Umzug nach Leipzig vorstellbar.

Neben all diesen wirtschaftlichen Fragen spielten bei dem Pressegespräch auch Umweltfragen eine Rolle, Flughafenchef Näther verwies auf die im letzten Juli geschlossene Kooperationsvereinbarung mit der HTWK Leipzig, bei der der Airport vom Knowhow der Hochschule in Sachen Energieeffizienz profitieren will.

Daneben setzt der Flughafen in Umweltfragen auch auf Biomonitoring. Der Honig von Bienenvölkern, die extra in Flughafennähe angesiedelt wurden, wurde auf die einschlägigen Schadstoffe untersucht. Das Ergebnis: Der Bienennektar ist zum Verzehr geeignet.


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