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Sachsens Bauwirtschaft schwimmt in Aufträgen

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    Für FreikäuferBauen wird noch teurer. Da haben Leipzigs Stadtplaner schon Recht, wenn sie bei neuen Schulbauvorhaben warnen, der Kostenrahmen könnte auch schon kurzfristig überschritten werden. Denn die Bauunternehmen in der Region haben so volle Auftragsbücher, dass sie sich aussuchen können, für welches Bauprojekt sie sich bewerben. Verschiebungen von Bauprojekten wie bei der Plagwitzer Brücke werden noch öfter kommen.

    Fast 2,6 Milliarden Euro Auftragsbestände meldeten die Betriebe des Bauhauptgewerbes (Hoch- und Tiefbaus sowie der Vorbereitenden Baustellenarbeiten) Ende des 2. Quartals 2017. Der Auftragsbestand war damit so hoch wie seit Jahren nicht mehr, meldet das Landesamt für Statistik. Wobei das „seit Jahren nicht mehr“ eine kühne Untertreibung ist. In den letzten zehn Jahren ist der Umsatz im Baugewerbe permanent gestiegen, hat sich von 3,6 auf 4,6 Milliarden Euro erhöht. Seit 2010 hat das Baugeschehen in Sachsen deutlich angezogen – und wird gleichzeitig ausgebremst. Denn die Baukapazitäten wachsen nicht mit. Sachsens Bauindustrie versucht mit etwas über 30.000 Beschäftigten zurechtzukommen. Obwohl die Auftragseingänge seit 2013 deutlich angezogen sind und 2016 erstmals die 4-Milliarden-Marke überschritten haben.

    Es ist der dringende Wohnungsbau, der für Aufträge sorgt. Aber längst stecken gerade die sächsischen Großstädte in einem riesigen Investitionsstau, in dem sich die jahrelange Zurückhaltung beim Bau notwendiger Infrastrukturen spiegelt.

    Wo aber die Baufirmen sich die Aufträge aussuchen können, steigen die Preise.

    Im Vergleich zum Stand Ende März 2017 entspricht der jetzige Zuwachs im Auftragsvolumen einer Erhöhung von 12,6 Prozent. Gegenüber Ende Juni 2016 erreichte der Auftragsbestand ein um 17,7 Prozent höheres Ergebnis. Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, lag der Auftragsbestand im Hochbau mit 991,5 Millionen Euro nominell um 15,5 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. Im Tiefbau mit fast 1.607 Millionen Euro betrug der Anstieg 19,1 Prozent.

    Tiefbau – das sind vor allem Straßen- und Brückenprojekte. Auch ein Feld, auf dem Sachsens Kommunen jahrelang viel zu wenig investiert haben. Das Landesprogramm „Brücken in die Zukunft“ hat hier zusätzliche Impulse gesetzt. Kommunen mit langen Auftragslisten wie Leipzig konkurrieren also doppelt mit anderen Städten und Landkreisen um die begrenzten Baukapazitäten.

    Was übrigens schon zu deutlichen Preissteigerungen geführt hat, die die Statistiker nun versucht haben, wieder herauszurechnen, um irgendwie den realen Auftragszuwachs zu ermitteln. Ergebnis: Unter Berücksichtigung der Preisentwicklung lag der Auftragsbestand Ende des 2. Quartals real um 11,4 Prozent über dem Vorquartalswert, im Hochbau um 9,1 Prozent und im Tiefbau um 12,7 Prozent. Im Vorjahresvergleich vergrößerte sich der Auftragsbestand real um 13,0 Prozent, im Hochbau um 11,7 Prozent und im Tiefbau um 13,8 Prozent.

    Schlechte Karten für eine Stadt, die immer mehr Bauprojekte platzieren muss und unter Erfolgsdruck steht, dabei aber sparsam umgehen muss mit knappen Mitteln. Wenn aber die notwenigen Bauten nicht kommen, schlägt es wieder auf die Entwicklung der Stadt zurück. Teufelskreis, sagen die einen, Schweinezyklus die anderen.

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