Damit ab dem 15. Dezember die Talent-Züge des neuen Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes fahren können, muss noch etwas Wichtiges passieren: Die Gleise für das neue Netz müssen komplett in die umliegende Gleisinfrastruktur im Eisenbahnknoten Leipzig eingebunden werden. Und der letzte Schritt dazu geschieht vom 26. bis 29. September. Und das hat Folgen für den gesamten Zugverkehr im Leipziger Hauptbahnhof.

Der Weg dahin ist ein Kraftakt, betont die Bahn. Neben den Bauarbeitern sind vor allem Prüfingenieure und Softwareexperten in den letzten Septembertagen mit intensiven Bau-, Prüf-, Abnahme- und Softwarearbeiten rund um den Leipziger Hauptbahnhof im Einsatz. Deren Aufgabe sei es, den City-Tunnel beispielsweise mit den vier neuen Eisenbahnbrücken über die Berliner Straße, die Rackwitzer Straße und die Parthe sowie den Zulaufstrecken wie dem Abschnitt Engelsdorf-Gaschwitz zu verbinden, technisch zu prüfen, abzunehmen und anschließend in Betrieb zu setzen. Dafür sind auch umfassende Softwarewechsel in den Elektronischen Stellwerken (ESTW) sowie technische Anpassungen in den “Altstellwerken” nahezu im gesamten Eisenbahnkonten Leipzig erforderlich.

Wie bereits im September 2012 ist das Bauvorhaben in mehrere Phasen gegliedert.
Bauabschnitt I (20. September, 8 Uhr, bis 25. September, 8 Uhr): S-Bahn-Strecke Leipzig-Halle gesperrt

Der erste Bauabschnitt konzentriert sich auf die Restbauarbeiten im westlichen Bahnhofsvorfeld im Zusammenhang mit den zwei Eisenbahnbrücken über die Berliner Straße und die Parthe. Dieses Vorhaben erfordert in der Zeit vom 20. September, 8 Uhr, bis 25. September, 8 Uhr, eine Sperrung der S-Bahn-Strecke Leipzig – Halle.

Konkret wird in diesem Bauabschnitt eine als Interimszustand benötigte Bauweichenverbindung zurückgebaut und parallel dazu eine Weiche zur Anbindung der S-Bahn an die Tunnelgleise sowie die Bahnsteige im Bahnhofsvorfeld eingebaut. Der Umbau umfasst umfangreiche Gleis- und Tiefbauarbeiten im jeweiligen Weichenumfeld einschließlich aller ausrüstungstechnisch notwendiger Anpassungsarbeiten für die Oberleitung, die Weichenheizung und die signaltechnische Ausrüstung. Ab Ende September können die S-Bahnen dann über die neuen Eisenbahnbrücken fahren.

Bauabschnitt II (25. September, 8 Uhr, bis 29. September, 8 Uhr): Komplettsperrung für Hauptbahnhof Leipzig

Vom 25. September, 8 Uhr, bis zum 29. September, 8 Uhr, finden die finalen, technischen Prüf- und Abnahmearbeiten rund um den Leipziger Hauptbahnhof statt. Dabei müssen hunderte Weichenverbindungen, Signalansteuerungen sowie jede einzelne sicherheitstechnische Anlage sowohl draußen im Gleisbereich als auch im Elektronischen Stellwerk auf ihre korrekte Einbindung in die Gleisanlagen getestet werden. In diesem Zusammenhang kann es zu einzelnen, nächtlichen Fahrplanabweichungen kommen, über die gesondert informiert werden soll.

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Parallel dazu finden ein umfassender Softwarewechsel in den Elektronischen Stellwerken (ESTW) sowie technische Anpassungen in den “Altstellwerken” nahezu im gesamten Eisenbahnkonten Leipzig statt. Dabei wird – ähnlich wie am heimischen PC – die neue Infrastruktur in die Stellwerkssoftware integriert, mit dem die DB dann sowohl den City-Tunnel Leipzig als auch alle umliegenden neuen Eisenbahnanlagen in das Netz integriert. Betroffen von diesem Softwarewechsel sind neben der Betriebszentrale Leipzig auch die Elektronischen Stellwerke Leipzig Nord, Leipzig Ost, Semmelweisstraße und Stötteritz. Damit können ab Anfang Oktober erste Messfahrten und ab Mitte Oktober der Probebetrieb durch den City-Tunnel starten. Gleichzeitig ist nach Abschluss der Bauarbeiten auch die vollständig erneuerte Strecke Engelsdorf – Gaschwitz (“Netzergänzende Maßnahmen”) wieder an das bestehende Netz angeschlossen.

Der Zugbetrieb ist während dieses 96-stündigen Bauabschnitts aus Sicherheitsgründen im gesamten Bahnhofsbereich nicht möglich. Alle Signale stehen auf Rot. Erst wenn alle Umbauten realisiert, die Softwarewechsel abgeschlossen und die Änderungen geprüft und abgenommen sind, kann der Zugbetrieb am 29. September, 8 Uhr, wieder starten.

Bauabschnitt III (29. September, 8 Uhr, bis 13. Oktober, 6.30 Uhr): Arbeiten im nördlichen Bahnhofsbereich Leipzig Hbf

Unmittelbar an den Softwarewechsel schließen sich weitere Arbeiten im nördlichen Bahnhofsbereich an. Konkret erfolgt der Umbau des Abstellbereiches “Hallesche Gruppe”. Damit wird auch der letzte Abschnitt für die Anpassung des Spurplans des Leipziger Hauptbahnhofs an den Betrieb des City-Tunnel abgeschlossen. In dieser Zeit finden zahlreiche Kabelumschaltungen für die Baufreiheit im Zusammenhang mit der Einbindung der Neubaustrecke und der dafür notwendigen weiteren Brückenbauarbeiten an der EÜ Rackwitzer Straße/ EÜ Parthe statt.

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