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Für leuchtende Radwege in Leipzig ist die Zeit noch nicht reif

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    Mit Solarmodulen kann man schon eine ganze Menge anstellen. Sogar zaubern und Radwege des nachts in Sternenmeere verwandeln, wie es das von Daan Roosegaarde geschaffene Radwegeprojekte bei Amsterdam zeigte, das 2014 mit viel Medienecho in Betrieb gesetzt wurde. Auch die Leipziger Piratin Ute Elisabeth Gabelmann fand das faszinierend. Und schrieb jetzt einen Antrag an die Stadt: Sowas soll auch Leipzig bekommen.

    Nicht so einfach, sondern eher als Arbeitsauftrag: „Der Oberbürgermeister wird beauftragt zu prüfen: 1. welche technischen Voraussetzungen die Stadt Leipzig erfüllen muss, um Straßen, Wege und Radwege mit Solarpanelen auszustatten. 2. welche Straßen, Wege und Fahrradwege im Rahmen der künftigen Sanierung dazu geeignet wären, mit Solarpanelen ‚gepflastert‘ zu werden. 3. anhand des bereits in den Niederlanden erfolgreichen Testlaufs zu ermitteln, welche Energiemengen potentiell erzeugt werden könnten, wenn das Straßen-, Wege- und Radwegenetz sukzessive mit Solarpanelen ausgestattet werden würde. 4. eine Kosten-Nutzen-Rechnung zu erstellen, welche sowohl die Investitionskosten als auch die Erträge durch Stromeinsparung der öffentlichen Hand gegenüberstellt und anschließend mit den aktuell veranschlagten Kosten für Straßen- bzw. (Rad-)Wege-Sanierungen gegenüberstellt.“

    Aber so schnell schießen weder die Preußen noch die Sachsen. Dazu ist die Idee, Radwege einfach nach den malerischen Impressionen eines Vincent van Gogh zu beleuchten, noch viel zu neu.

    „Die Testphase für das niederländische Projekt, Straßenwege und Radwege mit Solar-Panelen auszustatten und so zu Erzeugern von Strom zu machen, ist erfolgreich abgeschlossen worden“, betonte Gabelmann. „Leipzig als Zukunftsstandort und insbesondere Radfahrer-Stadt kann sich die Erkenntnisse hieraus zu Nutze machen und die Bemühungen um die Umstellung auf alternative und erneuerbare Energieformen weiter vertiefen.“

    Antwort hat sie jetzt bekommen vom Dezernat für Stadtentwicklung und Bau. Da ist man für Radwege und deren Beleuchtung zuständig. Aber so schnell wie die Niederländer ist man dort nicht.

    Radwege bauen mit lauter eingebauten LED-Lämpchen, die nachts einfach leuchten, nachdem der Radweg tagsüber mit Photovoltaik die Energie dafür eingesammelt hat? 70 Meter Radweg können 3.000 kWh erzeugen, genug Strom für einen Haushalt. Und dann leuchten die auch noch einfach so.

    Oh nö, teilt das Planungsdezernat mit. Das lehnen wir lieber ab. Das ist uns zu neu.

    Oder im knappen Originaltext: „Es handelt sich bei dem niederländischen Projekt um einen bisher weltweit einzigen Anwendungsfall, der zudem bisher nur ein halbes Jahr gelaufen ist. Die Prüfung von Voraussetzungen für eine Ausstattung von Fuß- oder Radwegen mit Solarpaneelen wie von zu erzeugenden Energiemengen würde demgegenüber umfangreichere wissenschaftliche und wirtschaftliche Untersuchungen durch unabhängige Forschungseinrichtungen erforderlich machen, welche bisher nicht existieren. Die weitere Entwicklung solcher Projekte wird durch die Stadt aber interessiert verfolgt.“

    Na ja, das mit dem halben Jahr ist jetzt auch schon wieder ein Jahr her. Damals war der Radwegebauer SolaRoad gerade in Verhandlung mit anderen niederländischen Gemeinden, auch dort solche leuchtenden Radwege bauen zu dürfen. Das scheint auch in den Niederlanden nicht ganz einfach zu sein.

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