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In Sachsen ist der Automarkt fast gesättigt, nur in Leipzig gibt es eine unangenehme Wachstums-Überraschung

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    Was das immer wieder beschworene Wachstum eigentlich bedeutet, macht jetzt eine neue Meldung aus dem Statistischen Landesamt deutlich. Denn wenn man allein den Automarkt nimmt, würde stetes Wachstum einfach bedeuten, dass jedes Jahr tausende neuer Autos dazukommen und irgendwann alle Sachsen mehrere Autos hätten und die Straßen so verstopft wären, dass nichts mehr fahren würde. Auch das bedeutet die Krise der Autobauer.

    Denn sie melden ja nicht nur Einbrüche beim Export. Schon vor Jahren hatten sie über den zunehmend stagnierenden deutschen Automarkt geklagt. Denn wenn alte Autos nur noch durch neue ersetzt werden, wächst der Gesamtbestand ja nicht mehr, von Wachstum kann dann keine Rede mehr sein.

    Aber die großen Konzerne tun sich schwer, Marktsättigung überhaupt zu denken.

    Ende 2018 begann nun eine neue Entwicklung in Sachsen. Auch hier ist der Markt so langsam gesättigt und es werden übers Jahr deutlich weniger neue Autos angemeldet als in den Vorjahren.

    Die Zahlen des Statistischen Landesamtes

    120.597 Personenkraftwagen (Pkw) wurden im Jahr 2018 in Sachsen neu zugelassen. Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes 2,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

    Der Rückgang begann erst im letzten Quartal 2018, setzte sich jedoch im Jahr 2019 bisher fort. Von Januar bis September 2019 wurden im Freistaat 92.475 neue Pkw angemeldet, gegenüber den 94.138 im gleichen Vorjahreszeitraum waren es somit 1,8 Prozent weniger.

    Auch bei den Besitzumschreibungen von Pkw ist ein Rückgang zu verzeichnen. Im Jahr 2018 wechselten 290.950 Personenkraftwagen (-2,7Prozent) in Sachsen ihren Besitzer. Ein Jahr zuvor waren es noch über 8.100 Fahrzeuge mehr.

    In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden 220.146 Besitzumschreibungen bei Pkw vollzogen, 0,7 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

    Der Bestand an Pkw in Sachsen lag am 01.01.2019 bei 2,15 Millionen Fahrzeugen, das waren 0,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

    Dabei verzeichnen die Landkreise einen wesentlich höheren Bestand an Fahrzeugen je 1.000 Einwohner als die Kreisfreien Städte, die größte Steigerungsrate gegenüber dem Stand am 01.01.2018 gab es aber in der Stadt Leipzig mit 1,6 Prozent bzw. 3.580 Fahrzeugen mehr.

    Alle Daten basieren auf Angaben des Kraftfahrtbundesamtes. Nach Auswertungen dieser Behörde rangiert Sachsen mit durchschnittlich 527 Personenkraftwagen je 1.000 Einwohner auf dem letzten Platz der Flächenbundesländer. Nur in den drei Stadtstaaten ist der Pkw-Bestand je 1.000 Einwohner noch geringer. Im Bundesdurchschnitt gab es am 01.01.2019 insgesamt 569 Pkw je 1.000 Einwohner.

    Die Leipziger Zahlen

    Leipzig hatte mit 3.580 Fahrzeugen tatsächlich den größten Einzelzuwachs. Der resultiert zum Teil natürlich aus dem Bevölkerungswachstum. Kamen Ende 2017 noch 223.733 Pkw auf 581.980 Einwohner, was 379 Pkw je 1.000 Einwohner bedeutete, so kamen noch 2014 volle 384 Pkw auf 1.000 Leipziger. Die Zahl der Pkw pro Einwohner sank also.

    Doch 2018 wurde der Trend erstmals wieder durchbrochen.

    Denn für 2018 kamen jetzt 227.314 Pkw auf 596.517 Einwohner, was dann tatsächlich wieder einem Anstieg auf 381 Pkw je 1.000 Einwohner entsprach. Wobei die Zahl des Statistischen Landesamtes nicht verrät, wie viele Firmen-Pkw darin stecken.

    Aber man kann die Zahl auch interpretieren als ein Ergebnis einer stagnierenden ÖPNV-Politik, die die zunehmenden Pendlerverflechtungen um Leipzig nicht mehr adäquat widerspiegelt: Immer mehr Beschäftigte sind – da ÖPNV-Alternativen fehlen – aufs Auto angewiesen, um zur Arbeit zu kommen. Das ist dann die schmutzige Kehrseite des Leipziger Wirtschaftswachstums. Und sie zeigt, dass der innenstadtzentrierte Nahverkehrsplan, der jetzt diskutiert wird, den Ansprüchen der Gegenwart schon nicht mehr genügt. Und er ist auch viel zu schlecht mit dem Nahverkehrsplan des ZVNL verknüpft, der ja das S-Bahn-System bewirtschaftet und bei den Planungen noch viel längeren Vorlauf braucht als z. B. die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB).

     

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