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SPD-Fraktion will’s wissen: Warum sind die LVB nicht so kundenfreundlich wie die anderen kommunalen Verkehrsunternehmen in Mitteldeutschland?

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    Es sind nicht nur die vielen Baustellen, die vielen Umleitungen, die derzeit die Fahrgäste der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ärgern. Es ist auch die fehlende Pünktlichkeit, es sind zu kleine eingesetzte Wagenzüge, es sind die Fahrpreise, die ja erst durch Stadtratsbeschluss seit drei Jahren gezügelt sind. Schauen die LVB denn nicht, wie selbst benachbarte Verkehrsunternehmen das besser machen, fragt jetzt die SPD-Fraktion ganz offiziell im Stadtrat.

    Zur Ratsversammlung am 15. September jedenfalls möchte die SPD-Fraktion mit ihrer Leitanfrage „LVB im Vergleich mit anderen kommunalen mitteldeutschen Verkehrsunternehmen“ Auskunft von der Stadtverwaltung, wie diese das kundenorientierte Agieren der LVB aktuell einschätzt.

    „Auch wenn es wahrscheinlich bei jedem kommunalen Verkehrsunternehmen Vor- und Nachteile gibt, wissen wir, dass die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) im Vergleich mit Anbietern in anderen mitteldeutschen Städten nicht das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für ihre Kundinnen und Kunden anbieten. In Erfurt gibt es beispielsweise WLAN in den Straßenbahnen der EVAG und nicht nur an den zentrumsnahen Haltestellen.

    Die HAVAG in Halle/S. bietet Kundengarantien an, darunter auch eine Pünktlichkeitsgarantie. Bei den Dresdner Verkehrsbetrieben konnten Abo-Kunden täglich den ganzen Sommer im kompletten VVO-Verkehrsverbund fahren und für Familien gab es mit dem ‚Entdeckersommer‘ auch ein interessantes Angebot, um neue Kunden für den ÖPNV zu gewinnen“, erläutert Anja Feichtinger, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion die Hintergründe der Anfrage.

    Und Feichtinger geht es nicht nur um solche Zusatz-Offerten: „Im Februar dieses Jahres hatten wir zur Umsetzung des Nahverkehrsplans angefragt (siehe Anfrage Nr. VII-F-02313-AW-01). Auch da bleiben wir an den Themen Investitionen, Netzerweiterung/Linienausbau, Taktung, Verknüpfung, etc. natürlich dran. Mit der aktuellen Anfrage wollen wir das Augenmerk bewusst auf als soft facts bezeichnete Themen legen, weil wir denken, dass diese auch interessant und hilfreich sind, um mehr Menschen für den ÖPNV zu begeistern bzw. Kundinnen und Kunden des ÖPNV zu halten.“

    Andererseits hatte die Antwort des Dezernats Stadtentwicklung und Bau aus dem Februar auch sichtbar gemacht, wie schwer sich Stadt und LVB tun, die Verkehrswende im Leipziger ÖPNV umzusetzen. Das Nachhaltige Mobilitätskonzept hat der Stadtrat schon 2018 beschlossen. Im Dezember 2019 folgte der Beschluss zur Zweiten Fortschreibung des Nahverkehrsplans, die erstmals spürbare Erweiterungen im Nahverkehrsangebot vorsieht. Aber die Umsetzung braucht schon wieder jede Menge Zeit.Am 12. November 2020 folgte dann der Beschluss zu einer vorgezogenen Direktvergabe an die LVB (VII-DS-01799). Die LVB sind ja schon betraut mit der Dienstleistung. Aber die Betrauung ist zeitlich befristet, muss also immer wieder erneuert werden. Mit der vorgezogenen Neubetrauung will die Stadt ihren Einfluss bei den jetzt anstehenden Veränderungen in der Verkehrswende sicherstellen, ohne dass ein neues Betrauungsverfahren dazwischenkommt.

    Und gleichzeitig soll der Stadtrat auch mehr Informationen bekommen, was die LVB denn nun anstellen. Das Dezernat dazu: „Das Projekt ist so aufgesetzt, dass dem Stadtrat der Entwurf des öffentlichen Dienstleistungsauftrages im 2. Quartal 2021 zur Beschlussfassung vorgelegt wird. In 2022 ist dann gemäß des Beschlusses zum Nahverkehrsplan dessen Evaluierung vorgesehen. Vorab soll anhand einer kurzen Auswahl über das bislang Erreichte informiert werden.“

    Eigentlich war auch das schon ein Zugeständnis, dass da in den vergangenen mindestens 15 Jahren viel zu viel am Stadtrat vorbeigelaufen ist, zu wenige Informationen flossen und die LVB (eigentlich mitsamt der Leipziger Gruppe) zur Black Box geworden sind. Das wurde spätestens klar, als sich die Preissteigerungen bei den LVB regelrecht verselbstständigten, ohne dass das mit dem täglichen Angebot in irgendeiner Beziehung zu stehen schien.

    Im Sommer 2022 blieben jetzt zwar die Abo-Preise stabil, dafür wurden die Einzeltickets teurer. Und das in einer Zeit, in der die LVB massiv mit den Folgen der Corona-Beschränkungen zu kämpfen haben und ihnen fast der komplette Veranstaltungs- und Messeverkehr fehlt. Die Chance, das Unternehmen dann wenigstens technisch wieder attraktiv zu machen, wird irgendwie gar nicht gesehen. Womit man bei all den Fragen wäre, die die SPD-Fraktion jetzt gern beantwortet haben möchte.

    Die Fragen der SPD-Fraktion in der aktuellen Anfrage-Nr. VII-F-06222:

    1. Wie beurteilt die Stadtverwaltung das Preis-Leistungs-Verhältnis der LVB im Vergleich mit anderen Städten in Mitteldeutschland?

    2. Welche konkreten Anstrengungen werden unternommen, damit die LVB zeitnah ein noch besseres Preis-Leistungs-Verhältnis für die Kundinnen und Kunden anbieten können? Welche Service-Leistungen sind aktuell bei den LVB geplant?

    3. Wie positioniert sich die Stadt gegenüber der Geschäftsführung der LVB konkret hinsichtlich der genannten Kunden-Leistungen WLAN in allen (neuen) Fahrzeugen, Kundengarantien, insbesondere die Pünktlichkeitsgarantie, sowie weiteren attraktiven Angeboten für Abo-Kunden, also den Stammkunden, die auch während der Corona-Pandemie den Verkehrsunternehmen die Treue gehalten haben?

    4. Nehmen die LVB an der bundesweiten Dankeschön-Aktion für Abonnenten
    im September teil?

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      8 KOMMENTARE

      1. Betreffs der Besser-Weiter-Aktion: Der MDV lockt die Inhaber einer Abo-Flex weiterhin in die Schwarzfahrerfalle.

        Aber schon heute (vier Tage vor Beginn) hat der Schn*rchverein LVB geschafft, auf der ersten Seite Informationen zu dieser Aktion zu plazieren. Hier erst wird präzisiert, dass Abo-Flex-Inhaber nicht teilnahmeberechtigt sind.

        Mittlerweile dürften sich einige Hundert Abo-Flex-Inhaber schon registriert und bereitwillig ihre persönlichen Daten angegeben haben. Für nichts.

      2. Warum sind die LVB nicht so kundenfreundlich wie die anderen kommunalen Verkehrsunternehmen in Mitteldeutschland?
        – zu teuer. Wo bleibt das 365€ Ticket?
        – viel zu laut! Flüsterleise zB. in Halle und Dresden.
        – schrumpfendes Netz. Da hilft auf kein WLAN oder E-Bus.

      3. In heutigen Zeiten ist WLAN in einer Großstadt wie Leipzig wirklich Humbug.
        Mittlerweile kosten „Gigabyte-Verträge“ nur noch wenige Euro; man ist also in der City bestens versorgt.

        Eine Pünktlichkeitsgarantie ist ebenso sinnfreier Aufwand. Wie bei der Bahn werden dann wenige Minuten Toleranz als „pünktlich“ bezeichnet. Wichtig für den Fahrgast ist: es kommt regelmäßig in kurzen Abständen ein Verkehrsmittel. Da ist es egal, ob das beim 10min-Raster 3min verspätet oder verfrüht geschieht. Verlass ist wichtig.

        Preis-/Leistung ist ein wirklich einflussreicher Faktor. Mit der letzten Preiserhöhung ist mein Hals wieder etwas dicker geworden. Wenn ich mehr als 4 Haltestellen fahren möchte, muss ich 3 Euro berappen!
        Das ist einfach nur abschreckend!

      4. Die Zeilen nach der guten Fahrt sind im Fenster übriggeblieben:
        >Es müssen die Hausaufgaben gemacht werden.

        >Was sollen die LVB eigentlich antworten

        Bitte ignorieren.

      5. Nein, es ist nichts am Stadtrat „vorbeigelaufen“, sondern die Stadträte sind an den LVB vorbeigelaufen.

        Die Stadträte haben ihre Hände hochgehoben, wenn es um Linien- und Streckenkürzungen ging:
        Nach der Netzreform 2001 (also vor zwanzig Jahren…) wurden zusätzlich die alte Linie 13 in Gänze und der Nordast der „alten“ 14 weggestimmt. Die Grünen haben später den Ast der Linie 9 nach Markkleeberg unter spektakulärem Trommelfeuer abgesägt.

        Einzig neu ist die berühmte Ringrunde der 14, und der damit einhergehende Anschluss des Leuschnerplatz an den Westen hat Netzwirkung gezeitigt.

        Diese Sache mit der Netzwirkung werden die Stadträte nicht verstehen, denn sie sind in Sachen Öffentlicher Stadtverkehr schlicht ahnungsbefreit und zeigen das auch bei jeder Kommunalwahl, wenn sie zu ihren Positionen zu Citythemen befragt werden. (Nein, Radfahrer zu sein sorgt eben nicht für intime Kenntnis von Fahr- und Netzplan.)

        Ebenso zeigt es von tiefer Ahnungslosigkeit dessen, was in anderen deutschen Halbmillionenstädten im ÖPNV angeboten wird. Von der Großstadtstruktur könnte man Leipzig mit Bremen halbwegs vergleichen, (wer nicht über den sächsischen Tellerand kucken mag, kann auch Dresden nehmen). Das Fahrangebot der LVB erscheint im Vergleich als völlig lächerlich, ich kann das nicht anders ausdrücken. Das, was es hier gibt, ist gut für eine halb so große Stadt wie vielleicht Münster (Westfalen).

        Während also der Stadtrat Nahverkehrsplänen zustimmt, die schleppend geschrieben und in offenkundigen Absprache mit den LVB erstellt werden (so dass sie also niemandem weh tun), trödeln die LVB von einem geförderten Projekt zum nächsten, ohne je an einer Fortsetzung zu arbeiten. Was ist aus „Ägypten“ geworden (dass es nicht an den aktuellen Machtverhältnissen liegt, zeigt, dass Siemens jetzt einen Milliardenauftrag zum Aufbau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes in Ägypten bekommen hat)? Was ist aus der autonomen Linie von S-Bf. Messe zu BMW geworden (schon jetzt eingeschlafen?)?

        Weshalb sind die LVB jetzt vorzeitig betraut worden? Schon die Betrauung im Jahre 2010 war ein riesiger Fehler. Hat man Angst, dass der Betrieb des Leipziger Straßenbahnnetzes sonst EU-weit ausgeschrieben werden muss (und damit die LVB samt ihren gemütlichen Ruhepöstchen untergehen werden)?

        Das Leipziger Netz ist ein Filetstück, um das sich große Verkehrskonzerne rangeln werden. Und das Netz wird besser werden, denn es wird im Interesse der Verkehrskonzerne liegen, dass die Fahrgastzahlen nennenswert (nicht nur um einige statistische Tausend) steigen werden.

        Peinlich, dass der SPD-Fraktion nur so Chichi wie WLAN in den Straßenbahnen einfällt, auch wenn sie versucht, sowas als weiche Faktoren zu verkaufen.

        Zu dieser Abo-Aktion im September: der MDV ist dabei! Das ist auf der (leider etwas verbastelten) Webseite „besserweiter de“ in den FAQ unter „Gültigkeit“ zu finden. Auf den Seiten des MDV unter „Abo Upgrade“, gleich sichtbar als „Foto-Banner“. Und auf den Seiten der L-Gruppe findet sich nichts…

        Was sollen die LVB denn auf die Frage „Sind Sie kundenfreundlich?“ eigentlich antworten? Mit Nein?

        Ich könnte auch die Frage stellen: „Sind die LVB ein Schnarchverein?“. Meine Antwort wäre dann: „Ja.“.

        Gute Fahrt.

        Es müssen die Hausaufgaben gemacht werden.

        Was sollen die LVB eigentlich antworten

      6. Was so zur nächtlichen Unzeit an geistigen Ergüssen alles so zustande kommt… Kompliment.

        Ich wollte eigentlich nur in die Richtung gehen, dass man sich auch mal fragt,welches Potential die stolze eigene Manufaktur „Heiterblick“ denn in der Verbesserung der bestehenden Fahrzeuge sieht. Rumpelnde Räder strapazieren ja auch den Oberbau. Neben der Tatsache,dass sie nerven.
        Und in der Wahrnehmung des Lärmes tatsächlich ein ganz anderes Geräusch, wie Sie schon sagen, als rauschender Straßenlärm. Von den weniger angenehmen Zeitgenossen, die lärmend an der Ampel starten, mal abgesehen.

        Auch wenn ich jetzt merkwürdigerweise „der liebe Sebastian“ genannt werde, kann ich in dem Zusammenhang Bambus, tonne(n!) schwere Fahrzeuge und den Rest der nächtlichen Beiträge nicht so richtig einordnen. Ich finde lediglich, dass der jetzige Zustand der LVB nicht schön ist. Der Artikel beschreibt mehr das Angebot und die tarifliche Seite, ich wollte es um eine konstruktive technische Seite ergänzen. Ich verstehe das Problem, den Anstoß daran, eigentlich nicht.

      7. Magnet-(Luftkissen-)Schwebe-Bahn (also das ohne Gebläsedröhnen und mit Boden(-schienen) induktiv gebunden 😉 **glückliches Gesicht mit Herzen**

        Also, erstmal genug erneuerbare Energie dafür.
        Verbunden mit leichtem Bambus-Gehäuse. Also, erst nach der Abschaffung von tonnenschweren Aufprall-Ramm-(MIV-)Panzern.
        Braucht man dann auch weniger Bremsenergie, die die Räder auf einer Seite beim (Not-)Bremsrutschen über die Gleise platt schleift.
        (Den Metall-Abrieb sollte man auch mal ins Verhältnis zu den 4 kg Gummiabrieb eines MIV pro 1-2 J. setzen, vor allem wegen Mikro-, Nanoplastik..)

        Wobei man sich über Lärm ja streiten kann.
        So von Dauerrauschen (Autobahn, Bundesstraße in der Ferne, Güterzug, AN etc.) bekommt man ja ’nur‘ ein Dröhnen im Kopf.
        Was man als solches. dann meist nicht mehr registriert.

        So aufjaulende Motoren beim Hochschalten, um von 30km/h ganz schnell noch auf 50 km/h zu kommen, bevor man wieder auf Null bremst.. Habe ich hier in den Kommentaren jetzt gaaanz oft gelesen, dass Tempo 50 als kurzzeitiger Spitzenwert für MIV in der Stadt besser sein soll ;).

        Rasengleise zur Schwingungsdämpfung, wären ja auch erst mal toll. Aber da braucht es wohl ein separates Gleisbett, also ohne Auto-Parkplätze und Autospur, in den meisten Fällen.

        Aber vermutlich geht es dem lieben Sebastian bei der LVB darum:
        (Wobei ich nicht abschätzen kann, ob der empfundene Lärm an LVB-Hauptstrecken von „rumpelnden“ Rädern und „quietschenden“ Kurvenfahrten kommt.)
        https://www.ibk2015.de/aktuelles_bahn_faehrt_auf_verschleiss.html

      8. Interessant, wie tief der Autor in den Abläufen der Vergangenheit drin steckt. Kompliment.

        Mich würde zum Beispiel noch interessieren, wie groß der Rasengleisanteil im Vergleich mit anderen Städten ist und warum die LVB oft etwas dagegen haben, dieses umzusetzen.
        Oder was man tun könnte, aber nicht tut, um den Leoliner zu weniger Bremsflachstellen und damit zu weniger Geräuschen zu verhelfen. Der wird ja nicht morgen entsorgt sondern fährt noch paar Jahre. Bis dahin kann man zum Beispiel das mittlere Drehgestell bestimmt noch überarbeiten.
        Oder die Niederfluranhänger, selbes Thema.

        Wie oft sind die Fahrzeuge im Vergleich zu anderen Betrieben in der Werkstatt (Raddrehbank) und wie oft in der Wartung?

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