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Herr B. rätselt über die Werbestrategie der Leipziger Verkehrsbetriebe

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    Es gibt etliche Leser in dieser Stadt, die sich um einige Themen noch viel intensiver kümmern als wir selbst. Echte Spezialisen zumeist, die uns auf Dinge aufmerksam machen, die durchaus spannend sind. Da andere Medien aber gern "Aufreger-Themen" daraus machen, wollen sie ihren Namen nicht so gern veröffentlicht sehen. Nennen wir den eifrigen Erkunder der LVB-Welt, der heute zu Wort kommt, einfach Herrn B. So wie bei Brecht. Manches kann man nur mit listigem Blick betrachten.

    Und sich seins denken. Ein Weilchen zumindest. Denn dass die Werbebeklebung von Straßenbahnen zuweilen sehr ärgerlich und kundenunfreundlich ist, das ist nicht neu. Der Klebeplatz rund um die Fenster ist vielen Unternehmen nicht genug, sie lassen auch noch ganze Fenster zukleben und die Fahrgäste schauen durch winzige Rasterlöcher raus.

    Aber eine noch unverfrorenere Methode, die Fahrgäste zum Anschauen der Werbung zu zwingen, hat Herr B. in den letzten Tagen entdeckt. Und er versucht, die kundenfreundlichen Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) darauf aufmerksam zu machen, dass das eigentlich eine Frechheit ist.

    Und so schreibt er:

    „Sehr geehrtes LVB-Team,

    ich möchte im Folgenden eine (hoffentlich konstruktiv aufgenommene) Kritik an der Art und Weise des Anbringens von Werbung an und in den Straßenbahnen der LVB üben. Gleich vorneweg: Die Notwendigkeit von Werbung auf Fahrzeugen zur Zusatzfinanzierung des ÖPNV will ich nicht generell in Frage stellen.

    Neben dem Zukleben von Scheiben mit Rasterfolie, die ich bereits als Zumutung für alle Fahrgäste empfinde, muss ich insbesondere bemängeln, dass seit einiger Zeit in den Straßenbahnen 50 cm breite und 15 cm hohe Banner in zu niedriger Höhe in die Scheiben geklebt werden, teilweise voll in Augenhöhe, wo sie völlig unnötig die Sicht nach draußen versperren. Besonders störend ist dies in den Tatra-Bahnen. So verspielen Sie leichtfertig die Akzeptanz der beworbenen Artikel und Dienstleistungen, erzielen eine Penetranz, die man sonst nur bei überdeckender Werbung auf mobilen Internetseiten findet.

    In allen Fällen wäre es möglich, ohne die Erkennbarkeit, die Werbewirksamkeit, einzuschränken, die besagten Werbebanner etwas höher, an der Fenster-Oberkante, anzubringen, so dass sie die Sicht von sitzenden Fahrgästen nicht beeinträchtigen.

    Insbesondere in den Tatra-Bahnen wäre es problemlos möglich, die Werbebanner in die Oberlicht-Klappe zu kleben und nicht ins große Fenster. Warum wird das nicht so praktiziert?

    Ich bitte Ihre Marketing-Abteilung darum, eine entsprechende Änderung der Layout-Vorschriften an die unter Vertrag stehenden Werbeträger-Firmen (Ströer etc.) zu kommunizieren.

    Ich weiß, dass die Tatra-Straßenbahnen nach langer Anlaufzeit nun ab 2020 wohl wirklich endgültig aus dem Verkehr gezogen werden, möchte in diesem Zusammenhang aber noch erwähnen, dass diese zwar einen hohen Einstieg, niedrige Decken- und Fensterhöhe und ein hohes Geräuschniveau aufweisen, aber die einzigen Bahnen im LVB-Bestand sind, bei denen ein vernünftiger Sitzabstand, um nicht zu sagen, Sitz-Anstand, realisiert ist.

    Den o.g. Sachverhalt hatte ich schon vor einigen Monaten einem Kollegen der Telefon-Hotline 0341/19449 geschildert, wo er nach einiger Erläuterung wohlwollend aufgenommen wurde. Leider scheint mein Anliegen aber nicht weiter kommuniziert worden zu sein. Das scheint generell bei der Telefon-Hotline nicht zu geschehen.“

    Nicht das einzige seltsame Detail, das Herrn B. an unseren geliebten LVB auffiel.

    Er hat noch zwei nette Schreiben verschickt.

    Die kommen hier an dieser Stelle.

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