Leipzig landet bei Download und Upload eher im vorderen Mittelfeld

Für alle LeserWenn man auf den aktuellen Breitbandatlas der Bundesregierung schaut, dann gibt es in Deutschland eigentlich nur noch drei problematische Ecken, wo kein Breitband mit einer Leistung von mindestens 50 Mbit/s anliegt: in Ostsachsen, Ostbayern und Südthüringen. Aber wie das so ist: Die Realität sieht dann meist doch etwas anders aus. Flickenteppichhafter. Auch in Leipzig. Denn oft bekommen die Nutzer gar nicht die Bandbreite, die sie eigentlich anliegen haben. Ein Testbericht.

Testberichte.de hat – neben vielen anderen Großstädten in der Bundesrepublik – auch drei Städte in Sachsen genauer unter die Lupe genommen. In Leipzig surfen die Einwohner mit 47,19 Mbit/s am schnellsten und belegen bundesweit Rang 23. Die schlechteste Verbindung innerhalb Sachsens haben die Einwohner von Chemnitz mit einer Downloadrate von 24,33 Mbit/s und landen damit auf Platz 100 von 110 im Ranking.

Aber schon bei diesen Zahlen sieht man: Es klafft eine Lücke zwischen den Zahlen im Breitbandatlas, der Leipzig, Dresden und Chemnitz sogar Leistungen von über 75 Mbit/s attestiert, den umliegenden ländlichen Regionen dafür schlechte Leistungen deutlich unter 50 Mbit/s.

So gesehen ist das, was Testberichte.de vorgelegt hat, ein Zustandsbericht aus der Flickenteppich-Wirklichkeit mit Durchschnittswerten

„Die neue Bundesregierung steht fest und die erste Staatsministerin für Digitales ist bestellt – erstmals angesiedelt im Kanzleramt. Damit ist das Thema Digitalisierung und der notwendige Breitbandausbau ganz oben auf der politischen Agenda. Doch wie ist es wirklich um die Internetgeschwindigkeit in Deutschland bestellt?“, fragte man sich bei Testberichte.de. „Wie schnell fließen die Daten tatsächlich vom Netz zum Bürger (Download) und umgekehrt (Upload)? Das Verbraucherportal Testberichte.de hat sich die aktuellen Messergebnisse in 110 deutschen Städten genauer angeschaut und in einem Internet-Ranking übersichtlich zusammengestellt.

Breitbandatlas: die Deutschlandkarte. Grafik: BMVI

Breitbandatlas: die Deutschlandkarte. Grafik: BMVI

Download: Coburg siegt mit 67 Mbit/s, Schlusslicht ist Dessau-Roßlau mit 14,0 Mbit/s

Mit einer mittleren Downloadrate (Median) von gut 67 Mbit pro Sekunde (Mbit/s) führt das bayerische Coburg das Ranking an – deutlich vor dem niedersächsischen Salzgitter und Landshut (ebenfalls Bayern), wo derzeit jeweils gut 50 Mbit/s gemessen werden. Lediglich 14 Mbit/s fließen in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) von den Internet-Providern zu den Kunden – das ist weniger als ein Viertel des besten in Coburg gemessenen Wertes. Im Internet-Ranking belegt Dessau-Roßlau damit weit abgeschlagen den letzten Platz, noch hinter Neumünster (15,5 Mbit/s) in Schleswig-Holstein und Neustadt an der Weinstraße (16,9 Mbit/s) in Rheinland-Pfalz.

Hier kommt Leipzig mit 47,19 Mbit/s auf besagten 23.Platz – knapp hinter Kassel und knapp vor Mannheim.

Upload: Weiden/Oberpfalz ist mit 9,7 Mbit/s vorn, Brandenburg mit 2 Mbit/s hinten

Für manche Menschen ist ein schneller Upload wichtiger als eine gute Downloadrate, beispielsweise wenn sie viel skypen oder ihre Daten in der sogenannten Cloud speichern. Hier ist Weiden in der Oberpfalz mit 9,7 Mbit/s ganz vorne, gefolgt von Landshut und Straubing mit je 9,6 Mbit/s – alle drei Städte liegen in Bayern. Schlusslicht ist Brandenburg an der Havel mit knapp 2 Mbit/s, nur wenig besser schneiden Neustadt an der Weinstraße (gut 2 Mbit/s) und Frankfurt (Oder) (2,1 Mbit/s) ab.

Leipzig kommt hier mit 6,14 Mbit/s nur auf 45.

Mobiles Surfen: Potsdamer sind mit 21,3 Mbit/s die schnellsten, Pforzheimer warten lange mit 7,7 Mbit/s

Ein anderes Bild ergibt sich für Smartphone-Nutzer: Für sie ist Potsdam mit einer tatsächlichen Downloadrate von 21,3 Mbit/s der beste Ort, gefolgt von den bayerischen Städten Hof (20,1 Mbit/s) und Aschaffenburg (18,7 Mbit/s). Lange warten heißt es dagegen in Pforzheim. Hier beträgt die mittlere mobile Downloadrate gerade mal 7,7 Mbit/s. Nur wenig besser sieht es in Brandenburg an der Havel (8,3 Mbit/s) und Remscheid (8,4 Mbit/s) aus. Beim mobilen Upload führen das mittelfränkische Schwabach mit 6,5 Mbit/s vor Magdeburg (6,0 Mbit/s) und wiederum Potsdam (5,9 Mbit/s), auf den letzten Plätzen sind erneut Remscheid (2,0 Mbit/s) und Brandenburg (1,77 Mbit/s), Pirmasens hält mit nur 1,3 Mbit/s die rote Laterne.

Breitbandtatlas: der Flickenteppich Sachsen. Grafik: BMVI

Breitbandatlas: der Flickenteppich Sachsen. Grafik: BMVI

Leipzig kommt beim mobilen Download mit 13,98 Mbit/s auf Rang 32.

Wie die Werte zustande kamen

Testberichte.de hat die Mittelwerte (Median) der tatsächlichen Download- und Uploadraten der stationären und mobilen Breitbandanschlüsse in allen Kreisfreien Städten Deutschlands ausgewertet. Die Daten wurden im Zeitraum vom 26. bis 27. Februar 2018 auf der im Auftrag der Bundesnetzagentur betriebenen Seite Breitbandmessung.de erfasst.

Breitbandausbau
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