Er wurde schon gesichtet: der zum Winter gehörende Schnee. Für die Rodelfreuden von Menschen hat er bislang nicht ausgereicht. Doch wir leben nicht allein in der Stadt. Für viele Wildvögel braucht es nicht einmal eine dichte Schneedecke, um kaum noch ausreichend Futter zu finden. Schon wenn Böden gefroren sind, wird die Nahrungssuche schwierig. Wer jetzt richtig zufüttert, hilft Arten wie Blaumeisen, Spatzen, Amseln oder Rotkehlchen zuverlässig durch den Winter.

Die beste Form der Fütterung ist das klassische Vogelhäuschen. Ob auf dem Balkon, dem Fensterbrett oder frei stehend im Hinterhof – für die Vögel sind sie wie kleine Restaurants, in denen sie nicht nur Nahrung finden, sondern auch vor Regen oder Schneefall geschützt sitzen können.

Dieses Futter gehört ins Vogelhäuschen

Ungesalzene und ungeröstete Sonnenblumenkerne sind für Meisen und Spatzen am besten geeignet. Haferflocken, Erdnüsse und feine Sämereien werden von Körnerfressern geliebt. Weichfresser bevorzugen Rosinen oder getrocknete Beeren. Kraft spendet Fettfutter (z. B. Kokosfett, gemischt mit Körnern).

All diese Leckereien können das Jahr über gesammelt werden, was vor allem für Kinder unterhaltsam sein kann. Die Vögel hinter dem Haus mit selbst gesammeltem Futter zu versorgen, stärkt das Verantwortungsgefühl. Und bringt den Nachwuchs nebenbei an die frische Luft.

Wichtig: Alle verwendeten Kerne und Körner und Nüsse müssen unbehandelt sein. Kein Salz, keine Röstkrusten, nichts Geräuchertes. Und wer keine Zeit zum Selbersammeln hat, bekommt einen gut zusammengestellten Futtermix im Zoofachhandel oder zu dieser Jahreszeit auch in klassischen Supermärkten (zwischen 2 und 4 Euro das Kilo, je nach Anbieter). Füttern Sie kein Brot und keine Essensreste.

Bei frei stehenden Futterstellen sollte darauf geachtet werden, dass sie für Katzen, Marder und Waschbären unzugänglich sind. Aus alten Laubrechen oder Grillrosten lassen sich Schutzgitter selbst bauen. Im Baumarkt kosten sie professionell gefertigt zwischen 10 und 20 Euro.

Trocken und gemütlich. Wildvögel lieben das klassische Futterhäuschen. Foto: Gamagapix/Pixababy
Trocken und gemütlich: Wildvögel lieben das klassische Futterhäuschen. Foto: Gamagapix/Pixabay

Füttern ohne Vogelhaus

Platz sei in der kleinsten Hütte, sagt ein Sprichwort. Aber was tun, wenn nicht einmal Platz für eine solche Hütte ist? Alternativen zum Streufutter gibt es reichlich: Ringe, Knödel, gefüllte Kokosschalen. Selbst ausgediente Plätzchenformen lassen sich verwenden und sehen im Baum oder am Fenster hängend zudem noch dekorativ aus. Benötigt wird zur Herstellung neben dem eigentlichen Futter vor allem Fett.

Talg von Schwein und Rind (gibts in den meisten Fleischerläden) eignet sich ebenso gut wie Kokosfett. Wichtig ist, dass es sich um Fette handelt, die auch bei Temperaturen über null nicht schmelzen. Wenn Sie Schmalz kaufen, achten Sie unbedingt darauf, dass es nicht gesalzen ist. Eine kleine Anleitung für Vogelfutter zum Aufhängen gibts beim Bund für Umwelt und Naturschutz.

Auch ein ausgedienter Blumentopf kann mit ordentlich gefettetem Futter befüllt werden. Foto: Papaya45/Pixababy
Auch ein ausgedienter Blumentopf kann mit ordentlich gefettetem Futter befüllt werden. Foto: Papaya45/Pixabay

Finger weg! Dieses Futter bringt den Tod

Kein Platz für ein Häuschen, keine Zeit zum Selbermachen. Und trotzdem sollen die gefiederten Freunde gut über den Winter kommen? Die einfachste Variante liegt selbst beim Discounter im Regal: Fertigfutter. Auch hier gibts Ringe, Knödel, gefüllte Formen. Doch eine Variante sollten Sie unbedingt vermeiden! Gemeint sind die Körnerpackungen in Plastiknetzen.

Die Vögel verfangen sich mit ihren Krallen, Beinen oder dem Kopf in den feinen Netzen. Sie können sich nicht mehr befreien und hängen fest. Ihr Tod ist qualvoll und langsam: Erschöpfung, Verhungern, Erfrieren oder Strangulation. Heruntergefallene Netze oder deren Reste werden von anderen Vögeln eingesammelt und zum Nestbau genutzt, wo sie für die Jungtiere zu tödlichen Fallen werden.

Wenn Sie solche Netze sehen – nehmen Sie sich ein Herz und entfernen Sie diese. Sind noch Körner drin, streuen Sie die auf hoch liegenden Ebenen. Astgabeln, Mauern usw. Und dann ab in die gelbe Tonne mit dem Plastikprodukt. Denn diese Netze gehören nicht in die Umwelt. Kaufen Sie selbst nur Knödel ohne Netz.

Können zur tödlichen Falle werden: Bieten Sie kein Futter in Plastiknetzen an. Foto: MAKY.OREL/Pixababy
Können zur tödlichen Falle werden: Bieten Sie kein Futter in Plastiknetzen an. Foto: MAKY.OREL/Pixabay

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