Mit dem Entwurf zur kommunalen Wärmeplanung (KWP) wurde seitens der Stadt Leipzig ermittelt, welche Wärmeversorgungsvarianten in den Stadtteilen und Quartieren vorrangig genutzt und ausgebaut werden sollten. In der Vorplanung wurde untersucht, welche nachhaltigen Energien für welche Gebiete der Stadt sinnvoll und wirtschaftlich nutzbar zur Verfügung stehen und ausgebaut werden können. Die KWP wurde als großräumliche Empfehlung ausgearbeitet zur Orientierung für die Eigentümer zur Nutzung alternativer Energiequellen für den Heizungsumbau.
Grundsätzlich hat bei allen baulichen Maßnahmen die Einsparung von Wärmeenergie Vorrang. Dafür müssen möglichst viele Gebäude für eine energiearme Zuheizung umgebaut werden. Beim Neubau von Gebäuden sollten Niedrig- oder Nullenergiebedarf für die Heizung der Ausbaustandard sein. Bei Bestandsgebäuden sollten Energieeinsparungen durch den Einsatz von optimierten Wand,- Boden- und Dach-Dämmungen, dichten Fenstern und Türen erfolgen. Auch das Heizungsverhalten der Bewohner ist von großer Bedeutung für den jeweiligen Heizungsbedarf.
Wärmeenergieanteile zur Versorgung in Leipzig
Nach Aussage im Entwurf zur KWP erfolgt „die Wärmeversorgung in der Stadt Leipzig zum größten Teil über die Infrastrukturen des Fernwärme- und des Gasnetzes. Derzeitig werden rd. 30 % der Gebäude und baulichen Anlagen in der Stadt mit Fernwärme versorgt (KWP Abb.3-4 S. 19), 46 % mit Erdgas, 10 % mit Heizöl, 6 % über BHKW, 2 % über Biomasse und 5 % durch sonstige Energieträger. Bis 2045 sollen die Anteile der fossilen Energieträger stark reduziert und durch nachhaltige abgelöst werden. Für diesen Umbau gibt es verschiedene Ausbau-Möglichkeiten:
Auflistung von Varianten zur Energiebereitstellung für Heizungswärme:
– Ausbau der Fernwärmeversorgung, erzeugt durch nachhaltigen Energien,
– verstärkte Nutzung von Wärmepumpen (Luftwärme, Wasserwärme, Erdwärme), die mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden,
– Nutzung von Photovoltaik und solarthermischen Anlagen,
– Erzeugung von Wärmeenergie unter dem Einsatz von elektrischer Energie aus erneuerbaren Energieanlagen (sog. Power-to-Heat P2H), Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in den Blockheizkraftwerken,
– Abwärmenutzung aus industriellen Produktionszyklen, von Batterie-speichern und Serveranlagen, von Einkaufszentren oder Umspannwerken,
– Ausbau kalter Nahwärmenetze (Nutzung von Temperaturunterschieden von Seen und Flüssen, Abwasser, Grundwasser)
– Nutzung von Geothermie über oberflächennahen Leitungssysteme oder mittels Tiefengeothermie
– Nutzung von Biogasanlagen,
– ggf. Einsatz von grünem Wasserstoff vorrangig für die schwerindustrielle Nutzung. Die entstehende Abwärme sollte dann für Heizungsanlagen genutzt werden.
Das Konzept der SWL
Das Zukunftskonzept der Leipziger Stadtwerke (SWL) mit den Varianten zur Wärmebereitstellung und eine interaktive Karte sind auf der Webseite https//www.L.de zu finden, die Karte nach dem Öffnen bis zum Ende runterscrollen unter diesem Link.
Das Stadtgebiet wurde im Entwurf zur KWP auf dieser vorgestellten Karte in entsprechende Wärmeversorgungsgebiete unterteilt:
– dunkelrot gekennzeichnet ist das Fernwärme-Bestandsnetz der Stadt,
– hellrot gekennzeichnet sind die Gebiete, die für den Wärmenetz-Ausbau ab 2025 vorgesehen sind, mit Beginn in der Westhälfte der Südvorstadt um die Fichte-, Koch- und A.-Bebelstraße. Es sollen folgen: Quartiere in Neulindenau, im Waldstraßenviertel, in Gohlis-Süd, das Klinikum St. Georg und in Reudnitz.
– orange schraffiert sind Quartiere, die ab 2030 FW erhalten sollen (Teile von Gohlis Nord, Möckern, Schleußig, Großzschocher oder Altlindenau),
– gelb schraffiert sind Erschließungen für FW von Lagen ab 2035 weiter draußen wie das Gewerbegebiet Rackwitzer Straße und entlang der Riesaer Straße,
– dann gibt es die hellgrün unterlegten Bereiche mit den großen Gebieten am Übergang zum ländlichen Raum, wo kein FW-Anschluss vorgesehen ist und wo vorrangig Wärmepumpen zum Einsatz kommen werden oder andere Energiequellen genutzt werden können,
– dunkler grün unterlegt sind Bereiche als Potentialgebiete für Nahwärmelösungen,
– blau gepunktet sind Prüfgebiete, wo noch offen ist, ob zentrale oder dezentrale Lösungen langfristig am sinnvollsten wären. Für diese Gebiete sind soziale Kriterien noch besonders zu berücksichtigen. Hierfür müssen noch weitere Untersuchungen erfolgen.
5.1. Fernwärmeversorgung:
Für dicht bebaute Wohngebiete und neu zu erschließende Wohnviertel ist der Fernwärmeanschluss sicher eine sinnvolle Option für eine nachhaltige Heizung. Für die Heranführung der Fernwärme (FW) in die Wohngebiete können die Leitungen unterirdisch oder oberirdisch (Kostenfrage) verlegt werden. Eine unterirdische Verlegung ist dabei sehr aufwändig und kostenintensiv, da immense Tiefbauarbeiten erforderlich werden, um die Leitungen im Straßen- und Wegebereich zu verlegen.
Siehe Verkehrseinschränkungen, die Rohre sind im Kanal zu verlegen und zu isolieren, geringes Platzangebot da andere Medien im Straßenraum liegen wie Strom, Wasser, Abwasser, Datenkabel, Behinderungen durch andere Bauteile, Kabel und Rohrleitungen, Wurzelbereich von Bäumen, Wasserführung für Schwammstadt usw.).
Nach der Verlegung der FW-Leitungen müssen die Straßen durch die LSW entsprechend dem ursprünglichen Zustand wieder hergestellt werden.
Damit der recht hohe Aufwand auch Verbesserungen der Lebensqualität für die Anwohner bringt, sind die Vorschläge der Stadtverwaltung dahingehend, dass dieser Straßenraum den veränderten Bedingungen und Ansprüchen entsprechend umgestaltet werden soll, mit neu aufgeteilten Fahrbahnen mit Platz für den ÖPNV, mit breiteren Fuß- und Radwegen, mit mehr Begrünung und Sitzgelegenheiten, mit Varianten der Wasserspeicherung und Versickerung, mit mehr Lebensraum für die Bürger und weniger versiegelter Flächen und gezielt bewirtschafteten Autoparkplätzen.
Etwa für Car-Sharing, Mobilitätsstationen, Anwohnerparken sowie Quartiersgaragen. Die Straßenflächen in den Wohnquartieren sind zu schade, um nur als Abstellflächen für Privatfahrzeuge zu dienen. Da die Stadt diesen kostenaufwändigen aber erforderlichen Umbau nicht allein finanzieren kann, muss der Umbau dringend vom Land und Bund gefördert werden.
Als Pilotprojekt zum FW-Ausbau wurde mit Ende 2025 in der westlichen Südvorstadt im Bereich der Fichte/Kochstraße begonnen. Zur Steuerung der umfangreichen Arbeiten und Abstimmung mit den Anwohnern soll eine Quartiersgesellschaft gegründet werden, deren Gesellschafter aus jeweils zur Hälfte der Stadt Leipzig besteht sowie der Dachholding LVV, mit den Leipziger Stadtwerken (LSW), der LVB und den Wasserwerken.
Damit dieser Aufwand zum Umbau der Wärmeversorgung auch sinnvoll und rentierlich ist, sollten möglichst viele der Wohn- und Gewerbegebäude an die FW-Versorgung angeschlossen werden. Es besteht aber kein Anschlusszwang, sondern die Stadtwerke wollen und müssen die Gebäude-Eigentümer von der Kosteneffizienz, Versorgungssicherheit, Klimarelevanz und Qualität der FW-Stationen überzeugen.
Der Anschluss der FW in den Gebäuden erfolgt über FW-Stationen im Keller. Diese FW-Stationen können bei den Stadtwerken geleast oder gekauft werden. Für den Einbau einer FW-Station sprechen gute Gründe wie geringe Investitionskosten, wenig Platzbedarf, Preisstabilität für ein Kalenderjahr, Service aus einer Hand. Wenn vorhandene Heizungsanlagen noch funktionstüchtig und nicht technisch veraltet sind, kann mit den LSW eine Vereinbarung getroffen werden für eine Übergangszeit bis zum möglichen oder erforderlichen Anschluss an das FW-Netz. Wer wolle, könne schon jetzt einen Versorgungsvertrag mit den Stadtwerken abschließen und sie beauftragen, den vorhandenen Heizkessel so lange zu betreiben, zu warten und zu reparieren, bis der Wechsel auf Fernwärme möglich ist.
Neben dem Ausbau der Lieferanlagen für FW wird auch über die Absenkung der Vor- und Rücklauftemperatur für die FW diskutiert für einen flexiblen und wirtschaftlichen Einsatz von regenerativen Energiequellen bei unter 100 °C Vorlauftemperatur im Winter. Davon betroffen sind lt. KWP 149 Objekte (vorrangig Gebäude im Eigentum der Wohnungsbaugenossenschaften), die eine heizmittelseitigen Vorlauftemperatur größer 95 °C benötigen.
Durch die Stadtwerke wird bei der Erschließung mit Fernwärme das gesteigerte Interesse der Anwohner, Eigentümer und von Gewerbetreibenden zum Umstieg auf FW-Versorgung berücksichtigt, denn dort, wo sich frühzeitig viele Interessenten melden, wird vorrangig gebaut, um die Interessenten anzuschließen.
Die Stadtwerke (SWL) als alleiniger Anbieter der Fernwärme (FW)
Leider gibt es bei FW bisher noch nicht die Möglichkeit für die FW-Nutzer zur Auswahl für mehrere Anbieter und zur Auswahl über die Erzeugung der FW, ob nachhaltig hergestellt oder aus fossilen Quellen.
Bei der Fernwärme ist dringend der Gesetzgeber gefragt, um die Akzeptanz zu erhöhen und um das Produkt der Bürgerschaft zu fairen Konditionen anbieten zu können, da hier – physikalisch bedingt – Monopolstellungen an der Tagesordnung sind.
Vielleicht wäre ein Vertragsmodelö überlegenswert wie beim Strom, wonach ein FW-Liefervertrag mit einem Anbieter in Deutschland zu dessen Konditionen geschlossen werden kann, mit einem finanziellem Ausgleich der Kostenunterschiede durch eine Bundesbehörde, aber die Versorgung mit FW erfolgt über den örtlichen Anbieter, der einen geregelten Ausgleich erhält.
Zudem sollten die FW-Kosten durch diese Bundeskontrollbehörde regelmäßig geprüft und die Kosten in einem Vergleichsportal veröffentlicht werden. Ein Portal zum Bundesvergleich gibt es bereits.
Um einen eventuellem Missbrauch durch dieses Monopol besser zu kontrollieren und schneller aufzudecken, setzt sich die Verbraucherzentrale für eine Modernisierung des Fernwärmesektors und die Einführung einer bundeseinheitlichen Preisaufsicht ein.
Meldung zu hoher Preise
Liegen Ihre Fernwärme-Kosten deutlich über dem Niveau vergleichbarer Versorger, können Sie sich an das Bundeskartellamt oder die zuständige Landesbehörde wenden. Ggf. können Sie so unwirksamen Preiserhöhungen widersprechen oder eine Erstattung ungerechtfertigter und bereits gezahlter Preiserhöhungen verlangen.
Für die FW-Versorgung der Stadt gibt es nur einen Anbieter – die Stadtwerke Leipzig im Verbund der L-Gruppe als Tochterfirma der Stadt Leipzig.
Um das Anschlussinteresse der Bürgerschaft zu sichern und die Information zu den ortsüblichen Heizungskosten zu gewährleisten, sollte die Stadt ein öffentlich einsehbares Internet-Portal einrichten zur Vergleichbarkeit der Kosten für unterschiedlichen Heizleistungen, bemessen in kWh.
Nach Aussage der Stadtwerke Leipzig sollen die FW-Kosten durch die Abnahme der Abwärme von Leuna nicht steigen, da diese Abwärme kostengünstig eingekauft werden kann und der Bau der Leitungen durch Bund und Land gefördert wird.
Nachhaltig erzeugte Fernwärme sollte in absehbarer Zeit gegenüber fossilen Energien günstiger und langfristig angeboten werden. Zu beachten ist auch, dass entsprechend der Allgemeinen Bedingungen der SWL ein Vertrag abgeschlossen wirdm mit einer Laufzeit bis 10 Jahre, mit Verlängerungsoption um jeweils 5 Jahre.
Wenn die Eigentümer die FW-Station für das Haus von den SWL leasen oder mieten, dann können sie nach heutiger Rechtslage diese Kosten komplett als warme Kosten an die Mieter weitergeben und sparen sich obendrein die Finanzierung dieser neuen FW-Station. Diese Kostenumlage muss dringend für den Wärmeumbau neu im Interessenausgleich für die Mieter geregelt werden.
Um die FW-Kosten zu deckeln sollte außerdem die Anschlussleistung überprüft werden, da diese häufig höher bemessen wird als erforderlich.
Welche Planungen zur Fernwärmeversorgung gibt es für Leipzig?
Leipzig besitzt schon für die Neubaugebiete und bestimmte Gebiete im Zentrum ein gut ausgebautes Fernwärmenetz mit ca. 6.000 Verbrauchsstellen. Dadurch werden ca. 30 % der Gebäude und baulichen Anlagen im Stadtgebiet mit Fernwärme versorgt. Im Rahmen der Wärmeplanung soll der Anteil zur FW-Versorgung in Leipzig auf ca. 50 bis 60 % gesteigert werden.
Um diese Verdopplung und die Versorgung mit klimaneutraler FW bis 2038 zu erreichen, sind in den nächsten Jahren neben Technologieoffenheit, vorausschauender Planung und hohen Investitionen sehr umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich. Derzeitig werden nur 2,5 % der in Leipzig verbrauchten Wärme klimaneutral erzeugt. Durch die SWL wird der Umbau auf nachhaltige Wärmeenergielieferungen vorangetrieben.
Bisher erfolgt die Fernwärmeversorgung durch die Abwärmenutzung aus der Stromerzeugung durch Braunkohleverstromung vom Kraftwerk Lippendorf im Süden und Erzeugeranlagen in den Stadtteilen.
Im Laufe des Jahres 2026 wird die Abnahme der FW vom Kraftwerk Lippendorf durch die Stadtwerke Leipzig eingestellt. Die Stadtwerke wollen in den nächsten Jahren die Erzeugung der FW auf mehr Nachhaltigkeit umstellen.
Für den Norden und Osten der Stadt soll die Kombination aus tiefer Geothermie, Power-to-Heat und thermischen Speichern das Rückgrat der FW-Versorgung bilden.
Power-to-Heat (PtH) bedeutet lt. Information der SWL, dass elektrische Energie in Wärme umgewandelt wird. Im großen Maßstab unterstützen Power-to-Heat-Kessel die effiziente Nutzung von Strom und die Integration erneuerbarer Energien in die kommunale Wärmeversorgung. Bereits heute wird der Überschussstrom aus erneuerbaren Quellen aus Wind- oder Solarenergie mittels einer Power-to-Heat-Anlage (Kraft-Wärme-Kopplung) unmittelbar in Fernwärme umgewandelt.
Tiefengeothermie: Ein innovatives Loop-System könnte ab Mitte der 2030er Jahre in mehreren tausend Metern Tiefe Wärme fördern. Dazu werden im Nordraum weitere gleichartige Anlagen bis 2030 errichtet.
Diese Erzeugeranlagen sollen ab 2026 ergänzt werden durch einen großen Warmwasserspeicher, der es ermöglicht, die Wärmebereitstellung zeitlich zu verschieben und so Bedarfsspitzen zu glätten.
Ab 2030 soll eine leistungsstarke Wärmepumpe am Klärwerk Rosental die im Abwasser gebundene Wärme nutzen und in ein Nahwärme-Netz einspeisen. Im Norden besteht zudem die Option, Abwärme aus dem Betrieb von Batteriespeichern zu nutzen, deren Bau bei Rackwitz vorgesehen ist.
Zur Versorgung im Westen der Stadt soll bis 2028/29 die erwähnte Fernwärmeleitung von Leuna nach Leipzig verlegt werden. Für die FW-Versorgung wird dann die in Leuna anfallende Abwärme aus Industrieprozessen abgenommen, die bisher einfach in die Außenluft abgelassen wird. Die dortigen Industrieprozesse sollen in den nächsten Jahren auf nachhaltige Energieträger umgestellt werden. Mit dieser FW aus Leuna sollen etwa 35 bis 38 Prozent des Leipziger FW-Bedarfs gedeckt werden.
Gleichzeitig soll in Leuna grüner Wasserstoff durch Elektrolyse mittels Strom aus Windkraftanlagen hergestellt und über eine Pipeline zukünftig nach Leipzig transportiert werden, zur Versorgung der Industrie mit Wasserstoff.
Die Stadtwerke haben im Ortsteil Lausen eine solarthermische Anlage aufgebaut, als bisher größte in Deutschland, zur Ergänzung mit zwei Prozent klimaneutral erzeugter FW für die Versorgung im Leipziger Westen ab 2026.
Noch dem Stand der Technik entsprechen die durch die LSW betriebenen Blockheizkraftwerke (BHKW) im Westen, indem die bei der Stromerzeugung mittels Verbrennungsmotor entstehende Abwärme über Wärmetauscher ausgekoppelt und für die FW genutzt wird.
Im Süden wurde zur weiteren kontinuierlichen FW-Versorgung durch die Stadtwerke 2023/24 das Connewitzer Gasheizkraftwerk (GKW) aufgebaut, mit Turbinen, die derzeitig durch Gasverbrennung Fernwärme erzeugen, aber zukünftig auch ggf. mit Wasserstoff betrieben werden könnten.
Zu berücksichtigen ist, dass die FW-Leitungen von Lippendorf nach Leipzig schon vorhanden sind. Betriebswirtschaftlich gesehen sollten diese Leitungen auch weiter länger genutzt werden, denn nach Stilllegung können solche Leitungen nur unter erheblichem Aufwand wieder in Betrieb genommen werden. Vom Betreiber LEAG und EnBW ist deshalb für den Standort Lippendorf ein Windpark im Gespräch zur Erzeugung von Grünem Wasserstoff durch Elektrolyse für die Bereitstellung von FW für die Region in und um Leipzig. Dazu können noch weitere Anbieter im Süden von unabwendbarer industrieller Abwärme, der Abwärme von Batteriespeichern und Serverzentren eingebunden werden.
Für die zukünftigen Tagebauseen Perez und Schleenhain ist eine Nutzung durch Seethermie mit innovativen Ideen gefragt.
Entsprechend diesem Umbau-Konzept käme die Wärme größtenteils aus der Region und die Stadt Leipzig wäre mit dieser Planung relativ unabhängig. Zur Stabilisierung muss insbesondere die Stromversorgung durch Erneuerbare Energien gesichert werden, u. a.durch den zügigen Ausbau von Windkraft- und PV-Anlagen.
Teil 1 der Serie findet man hier.
Teil 2 der Serie findet man hier.
Teil 3 der Serie findet man hier.
Teil 4 der Serie findet man hier.
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Es gibt 2 Kommentare
Der Stand ist leider so wie dargestellt. Wahrscheinlich erreicht erst der Aufschrei der Mieter und Nutzer eine Regulierung durch den Gesetzgeber wie von Ihnen geschrieben oder zu wenige Eigentümer lassen sich an die Fernwärme anschließen und der Umbau stagniert.
In diesem Artikel stehen nun einmal schön zusammengefasst alle Fakten, welche die Eigentümer von MFH bewegen, wenn es um die Erneuerung der Heizungsanlage geht.
So sinnvoll ich FW finde: ich würde mich unter den derzeitigen Bedingungen – so lange es geht – sträuben, sich an das FW-Netz anschließen zu lassen.
* Da ist ein 10-Jahres-Vertrag, in dem die jährlichen Verbrauchspreise eine Wundertüte, und jetzt schon teuer sind!
* Da gibt es die Möglichkeit, sämtliche Kosten als Umlage an die Mieter weiterzureichen!
* Da frage ich mich, warum der Gesetzgeber, der eigentlich ein Rieseninteresse an FW-Nutzung haben müsste, keinerlei Regulierung vorgenommen hat, was bei Gas oder Strom schon jahrelang Praxis ist! Da gibt es Reduzierungen und Subventionen, damit die Nutzung gesteuert wird; bei der FW: Fehlanzeige.
Wenn man es wirklich ernst meint, dann müsste der Arbeitspreis verbindlich festgeschrieben werden für die Laufzeit des Vertrages, evtl. mit Preisdeckelung durch den Staat, der eine Subvention begrenzt an die Stadtwerke ausreicht, damit diese auch den Anreiz haben, FW wirtschaftlich zu erzeugen bzw. einzukaufen.
Leistungspreise kann man dynamisch an den tatsächlichen Bezug anpassen.
Ein Preisportal ist als Anreiz nicht ausreichend – der reale Preis vor Ort blockiert aktuell die Nutzung.