Die Verbindung von PayPal und dem Online-Glücksspiel, verlief alles andere als linear. Beides sind Kinder derselben Internet-Ära und haben daher auch sehr früh zusammengefunden. Gegründet wurde PayPal im Jahr 1998 unter anderem von Peter Thiel unter dem Namen Confinity. Im Jahr 2000 fusionierte das Unternehmen mit X.com, der damaligen Online-Bank von Elon Musk.
2002 folgte der Börsengang, kurz darauf die Übernahme durch eBay für rund 1,5 Milliarden US-Dollar. In denselben Jahren gab es auch weltweit die ersten Online-Casinos, das Geschäft boomte und eine Kooperation war also nur logisch, aber gleichzeitig auch nicht ganz unproblematisch.
So wurde den frühen Online-Casinos bereits 2003 ein jähes Ende gesetzt. Grund dafür war die Gesetzgebung der Vereinigten Staaten von Amerika. So waren Online-Casinos in den USA damals schlichtweg illegal. Da PayPal aber dennoch Zahlungen für die Anbieter abgewickelt hatte, geriet der Bezahldienst schließlich selbst ins Visier der Strafverfolger-Behörden.
Um weitere Konsequenzen zu vermeiden, einigte man sich 2003 mit dem US-Justizministerium auf eine Strafzahlung, in Höhe von zehn Millionen US-Dollar und beendete damit sämtliche Aktivitäten, im Geschäftsfeld PayPal-Casinos und zog sich damit gesetzeskonform aus dem illegalen Glücksspielgeschäft wieder zurück.
PayPal schien jetzt nicht mehr aufzuhalten, das Unternehmen etablierte sich weltweit zunehmend, zu einem der meistgenutzten Bezahldienstleister im Internet. Ab den 2010er Jahren näherte sich PayPal dann auch der Glücksspielbranche wieder an.
Diese Branche unterlag inzwischen einer Regulierung und staatlicher Kontrolle. Noch heute stellt PayPal seinen Zahlungsdienst weltweit nur in regulierten Märkten zur Verfügung. Deshalb spielte PayPal, im deutschen Online-Glücksspiel, nach dem Inkrafttreten des aktuellen Glücksspielstaatsvertrags, von 2021, ebenfalls wieder eine wichtige Rolle als Dienstleister.
Wer online spielt, spielt in der Regel um echtes Geld. Anders als bei Mikrotransaktionen in Online-Spielen und anderen virtuellen Unterhaltungsbereichen, wird der Einsatz nicht direkt vom eigenen Bankkonto eingezogen, sondern von einem Guthaben, welches zunächst auf einem Spielerkonto hinterlegt wird.
Sicherheit spielt bei solchen Transaktionen zwischen Bankkonto und Spielerkonto eine äußerst wichtige Rolle. Neben der klassischen Banküberweisung wird für diese Sicherheitseinlage aktuell vor allem PayPal genutzt.
Käuferschutz, Verschlüsselung und Zwei-Faktor-Authentifizierung im Überblick
PayPal genießt gegenüber vielen anderen digitalen Zahlungsdienstleistern bis heute einen großen Vertrauensvorsprung. Vor allem nach der Übernahme durch eBay erlangte PayPal auch in Deutschland große Bekanntheit. Und auch wenn PayPal seit 2015 wieder eigenständig ist, hat der Dienst nie an Sichtbarkeit oder Vertrauen eingebüßt.
Der sogenannte PayPal-Käuferschutz hat hierzu maßgeblich beigetragen. Dabei handelt es sich um ein Sicherheitsversprechen des Unternehmens: Kommt eine Ware nicht an oder weicht sie erheblich von der Beschreibung ab, kann PayPal dem Käufer unter bestimmten Voraussetzungen den Kaufpreis erstatten. Doch auch technisch gibt es mehrere Sicherheitsebenen, die Vertrauen schaffen.
Die Datenübertragung erfolgt über verschlüsselte TLS-Verbindungen, wodurch sensible Zahlungsdaten während der Übermittlung geschützt werden sollen. Bank- oder Kreditkartendaten werden dabei zudem nicht direkt an den jeweiligen Händler weitergegeben, sondern verbleiben bei PayPal selbst.
Zusätzlich setzt der Bezahldienst auf Zwei-Faktor-Authentifizierung: Neben dem Passwort muss die Identität des Nutzers über einen Sicherheitscode oder ein zweites Gerät bestätigt werden. Dadurch soll verhindert werden, dass Konten allein durch ein ausgespähtes Passwort übernommen werden können.
Wo PayPal an seine Grenzen stößt
Auch bei Zahlungen an Glücksspiel-Anbieter greifen diese Sicherheitsmechanismen. Persönliche Daten werden nach modernsten Standards verschlüsselt und die Kontodaten werden auch nicht mit den Betreibern geteilt. Was die Sicherheit anbelangt, gibt es also keinen Unterschied zum E-Commerce.
Dennoch ist das Online-Glücksspiel natürlich kein Warenkauf, weshalb der Aspekt des Käuferschutzes hier keine Anwendung im eigentlichen Sinne findet. Wenn das Online-Casino also nicht gerade tatsächlich eine Ware verkauft, beispielsweise Merchandise zur eigenen Marke, gibt es keinen realistischen Anwendungsfall für den Käuferschutz.
Bei einer Einzahlung wird Geld zunächst lediglich transferiert und nicht gegen etwas eingetauscht. Ein Kauf findet also nicht statt. Wird dieses beim Spielen verzockt, gibt es natürlich kein Recht auf Rückerstattung des Einsatzes, weil einem das Ergebnis des „Einkaufes“ doch nicht gefällt.
PayPal, Klarna oder Trustly
Die Wahl der Zahlungsmethode beim Online-Glücksspiel ist letzten Endes eine Frage der individuellen Präferenzen. Wer noch nie in seinem Leben PayPal genutzt hat, wird sich für seinen Spieler-Account nicht zwingend ein PayPal-Konto einrichten. Bekannte und übliche Alternativen zu PayPal sind aktuell insbesondere Klarna und Trustly.
Klarna und PayPal haben einige Gemeinsamkeiten, aber auch zentrale Unterschiede. Beide Dienste sind vielen Nutzern aus dem Online-Handel vertraut und stehen als Zahlungsdienstleister zwischen Kunde und Anbieter.
Während PayPal jedoch vor allem als digitale Geldbörse fungiert, wird Klarna bei den meisten von uns, eher mit Rechnungskauf, späterer Zahlung und Raten-Modellen verknüpft. Dieses Geschäftsmodell von Klarna, sozusagen „Zocken auf Pump“, fällt beim Online-Glücksspiel allerdings gänzlich weg.
Ähnlich wie beim, vor wenigen Jahren, eingeführten Kreditkartenverbot bei Glücksspielen in Großbritannien, steht auch in Deutschland der Gedanke im Vordergrund, dass Einsätze nicht mit geliehenem Geld finanziert werden sollten.
Trustly hingegen ist ein Dienstleister, der ähnlich funktioniert, wie klassisches Online-Banking. Nutzer wählen ihre Bank aus, melden sich über die gewohnte Banking-Umgebung an und bestätigen die Zahlung mit dem Authentifizierungsverfahren, das sie auch sonst mit ihrer Bank nutzen.
Zum Beispiel per App-Freigabe, TAN oder biometrischer Bestätigung. Trustly stößt die Überweisung dabei nur an, während die eigentliche Freigabe über das Bankkonto des Nutzers läuft. Am Ende hängt die Anbieterwahl vor allem davon ab, wie viel Abstand der jeweilige Nutzer, zur besseren Selbstdisziplinierung, zwischen seinem Spielerkonto und seinem Bankkonto haben möchten.
PayPal bedient hier, statistisch betrachtet, das Gros der Kundschaft, Trustly ist hier die Nummer 1, wenn es um den ganz direkten Weg über das eigene Konto geht, und Klarna liegt hier irgendwo mit dazwischen, besonders dort, wo Zahlungen über die früher ausschließlich mögliche Sofortüberweisung abgewickelt werden.


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