Vom 29. September bis zum 6. Oktober läuft die Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!″ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Das Food-Portal eat.de aus Zwickau ist dort als Praxisprojekt gelistet, wie Lebensmittel gerettet werden können. Was weggeworfen wird, entscheidet sich in jedem Haushalt aufs Neue, meist abends vor dem offenen Kühlschrank. Meiner Erfahrung nach fehlt selten der gute Wille. Es fehlt die Idee, was sich aus einem halben Becher Schmand, zwei Möhren und den Kartoffeln von gestern noch kochen lässt.
Genau da setzt das kostenlose Werkzeug von eat.de an: Man trägt ein, was übrig ist, und bekommt Gerichte, sortiert danach, wie viel von den übrig gebliebenen Zutaten sie verwenden. Grundlage dieses Ratgeber-Portals sind über 6.000 erprobte Rezepte. Filtern lässt sich dann auch noch nach Kochzeit sowie nach vegetarisch, vegan, laktosefrei oder glutenfrei. Ein Konto ist nicht nötig, und nach der Woche bleibt es dauerhaft online.
Bekannt ist ja eher das, was als Lebensmittelrettung schon bundesweit praktiziert wird: Initiativen, Verwaltungen und Tafeln kümmern sich vor Ort ums Umverteilen, vor allem von Lebensmitteln aus Supermärkten.
Eat.de setzt hingegen einen Schritt früher an: in der eigenen Küche. Vielleicht ist das für Ihre Leserinnen und Leser eine praktische Ergänzung zur Berichterstattung über die Aktionswoche.
Passende Rezepte für das, was im Kühlschrank noch übrig ist
Was lässt sich aus einem halben Becher Schmand, zwei Möhren und den Kartoffeln von gestern noch kochen? Bei genau dieser alltäglichen Frage setzt das Resteverwertungs-Tool von eat.de an. Ab dem heutigen 29. September 2026 können Nutzerinnen und Nutzer unter eat.de/resteverwertung/ eingeben, welche Lebensmittel bei ihnen noch da sind, und erhalten die Gerichte, die möglichst viel davon aufbrauchen.
„Das kostenlose Werkzeug ist unser Beitrag zur bundesweiten Aktionswoche ‚Zu gut für die Tonne!‘, die von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) koordiniert wird“, sagt Marcel Klitzsch, Gründer und Geschäftsführer der Rezeptplattform eat.de.
Die Aktionswoche startet am 29. September 2026. Die Resteverwertung bleibt anschließend dauerhaft auf eat.de online
Erst die Reste, dann das Rezept
Die klassische Rezeptsuche beginnt mit einem Gericht und endet beim Einkaufszettel. Die Resteverwertung dreht diese Reihenfolge um: Am Anfang stehen die Lebensmittel, die ohnehin im Haus sind. Eine Zutat anzugeben genügt, bis zu 15 sind möglich. Wer möchte, gibt zusätzlich an, wie viel Zeit zur Verfügung steht oder ob die Vorschläge vegetarisch, vegan, laktosefrei oder glutenfrei sein sollen.
Sortiert wird nach Übereinstimmung: Ein Gericht, das drei der eingegebenen Lebensmittel aufgreift, steht vor einem, das nur zwei davon nutzt. Jede Ergebniskarte zeigt, welche Zutaten für das Rezept benötigt werden, wie lange die Zubereitung dauert und was dafür noch fehlt.
Neue Gerichte erfindet das Werkzeug nicht. Es greift auf mehr als 6.000 Rezepte zu, die das Team von eat.de in zwei eigenen Küchen in Zwickau gekocht oder gebacken, fotografiert und vor der Veröffentlichung verkostet hat. Die Nutzung ist im Browser möglich, ohne Benutzerkonto und ohne App.
Ein Werkzeug für den Alltag
Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes entstehen 58 Prozent der Lebensmittelabfälle in Deutschland in privaten Haushalten, für 2022 rund 6,3 Millionen Tonnen oder durchschnittlich 74,5 Kilogramm je Person.
„Für uns ist das kein abstrakter Wert. In unseren Küchen dreht sich jeder Arbeitstag um Zutaten: aussuchen, putzen, abschmecken, aufbrauchen“, sagt Marcel Klitzsch. „Wer einen Bund Petersilie in der Hand hatte, bevor er im Rezept landet, wirft den Rest ungern weg. Und wer täglich kocht, sieht genau, wo es im Alltag hakt: Der Bund ist größer, als die meisten Gerichte brauchen, Sahne gibt es im Becher und nicht im Löffel.“
Schon beim Entwickeln von Rezepten achte man deshalb darauf, dass Mengen aufgehen, und schreibe dazu, was sich mit dem Rest noch anfangen lässt, betont eat.de. Die Resteverwertung denkt denselben Gedanken von der anderen Seite her: Sie beginnt nicht beim Gericht, sondern bei dem, was schon da ist.
„Niemand wirft Lebensmittel weg, weil er zu wenig darüber gelesen hat“, betont Marcel Klitzsch. „Es fehlt die Idee in dem Moment, in dem man vor dem offenen Kühlschrank steht. Deshalb ist unser Beitrag zur Aktionswoche kein Aufruf, sondern ein Werkzeug für den Alltag.”
Mit der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung hat sich Deutschland verpflichtet, die Lebensmittelabfälle pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene bis 2030 zu halbieren. Die Resteverwertung bleibt deshalb auch nach dem 6. Oktober 2026 auf eat.de verfügbar und wird weiterentwickelt.
Wer es ausprobieren will, findet das Angebot unter eat.de/resteverwertung/
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