Zwei Leipziger IT-Unternehmen starten Kooperation zur Vernetzung der intelligenten Stadt

In Essen fand vom 7. bis 9. Februar die E-World statt. Das E steht dabei – anders als man vermutet - nicht für Elektrizität oder Elektronik, sondern für Energie. Es ist eine Messe für die Energie- und Wasserwirtschaft. Ähnliches hat ja auch Leipzig im Portfolio. Die Messegesellschaften haben längst erkannt, dass sich der Wettbewerb um die Zukunft in den städtischen Infrastrukturen vollziehen wird. In Leipzig hört man ja auch das neue Modewort „smart city“.

Es ist ein Stück Hoffnung, dass man mit moderner elektronischer Vernetzung all die Abstimmungsprobleme in den Griff bekommen kann, die dadurch entstehen, dass die Energieversorgung sich gerade drastisch verändert. Ohne digitale Mess- und Regulierungssysteme wird das nicht gehen. Auch die Leipziger Stadtwerke arbeiten längst an ihrem Projekt „smart city“. Und wenn nicht alle Stadtwerke in Deutschland das Fahrrad neu erfinden sollen, braucht es natürlich Anbieter, die sich mit sinnvollen Lösungen schon einmal tief in die Materie begeben.

Ganz neu sind die beiden Leipziger Unternehmen GISA und QUANTIC auf dem Gebiet nicht.

Nun wollen der IT-Komplettdienstleister und Experte für die Energiewirtschaft, GISA, und die Unternehmensberatung im Digitalbereich, die QUANTIC Digital GmbH, kooperieren. Das haben beide Unternehmen am Donnerstag, 9. Februar, auf der Branchenmesse für die Energie- und Wasserwirtschaft, E-world, bekanntgegeben.

Und das erste Themenfeld, das sie gemeinsam beackern wollen, wird „Smart City“ sein. Gemeinsam sollen Lösungen für die intelligente Stadt entwickelt werden. Zielgruppen sind Kommunen, Stadtwerke und kommunale Unternehmen. Konkret ist der Aufbau eines Smart City Labs bis zum Sommer dieses Jahres geplant.

„Die Digitalisierung der Energiewirtschaft verändert die Branche fundamental. GISA hat bereits Geschäftsmodelle entwickelt, die Energiedienstleistern neue Märkte erschließen helfen. Mit QUANTIC verstärken wir unsere Kompetenz im Bereich der Strategie- und Managementberatung“, sagt Michael Krüger, Geschäftsführer von GISA.

„Wir wollen Energieversorger von der Digitalisierung bis zur technischen Komplettumsetzung begleiten“, erläutert Stephan Preuss, Geschäftsführer von QUANTIC Digital. Das Beratungshaus sei darauf spezialisiert, Geschäftsmodelle für die Energiewirtschaft der Zukunft zu entwickeln.

GISA könne diese aufgrund von Erfahrung und einem tiefen Prozesswissen implementieren und in den eigenen hochsicheren Rechenzentren betreiben.

„Hier kommen Theorie und Praxis zusammen. Ich freue mich auf spannende neue Lösungen für Energiedienstleistungen“, so Michael Krüger.

Das klingt alles ganz einfach. Aber es funktioniert nur, wenn große Rechenzentren immer mehr Daten aus den Abnehmerstationen – also von den Kunden – bekommen.

Ein Thema, mit dem sich auch längst die Verbundnetz Gas (VNG) beschäftigt.

Deren Tochter MGMTree GmbH hat zur E-World gemeinsam mit Quantic Digital und dem Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme eine Studie zur Digitalisierung bei Energieversorgern veröffentlicht. Die Untersuchung „Energieversorger 4.0: Studie zur Digitalisierung der Energieversorger – In 5 Schritten zum digitalen Energiemanager“ liefert für das Thema Digitalisierung Lösungsansätze in den Anwendungsbereichen Kundenbindung, Prozessoptimierung und Geschäftsfeldentwicklung.

„Nicht nur die Technik digitalisiert sich, sondern auch die Kunden. Versorger wissen noch recht wenig über die Bedürfnisse digitaler Kunden. Um langfristig erfolgreich zu sein, muss der Vertrieb aber auf die digitalen Bedürfnisse eingestellt werden. So können Energieversorger oftmals mithilfe von Apps und Kundenportalen eine engere Kundenbeziehung aufbauen als mit klassischen Medien“, beschreibt Anja Köhler-Damm, Geschäftsführerin der MGMTree GmbH, den Weg, den man bei MGMTree dabei sieht.

Darüber hinaus zeige die Studie, dass sich durch die Digitalisierung und Optimierung von Prozessen, z. B. in den Bereichen Verkauf, Planung oder Qualitätssicherung, die Produktivität steigern und die Kosten reduzieren lassen.

„Die Untersuchung ergab auch, dass Energieversorgungsunternehmen vielversprechende Geschäftsmodelle durch die Digitalisierung entwickeln können“, ergänzt Köhler-Damm. Und da ist man dann in direkter Nachbarschaft dessen, was Stadtwerke unter der Überschrift „smart city“ verstehen, denn dazu gehören dann auch virtuelle Kraftwerke als zentrale Steuerungs- und Vermarktungsplattform oder Smart-Grid-Lösungen.

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Smart City
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