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Schulentwicklungsplan: Max und Moritz von der Wilhelm-Busch-Grundschule wollen „Stadtstreich“ verhindern

Marko Hofmann
Moritz und Max.
Moritz und Max.
Foto: Förderverein der Wilhelm Busch Grundschule
An der Wilhelm-Busch-Grundschule in Reudnitz wurden und werden gewiss einige Streiche gespielt, doch die Grundschule ist nun selbst in der Opferrolle. Der Entwurf des Schulentwicklungsplan sieht vor, die Schule mit der August-Bebel-Schule zu fusionieren. Doch Max und Moritz haben einen Plan …

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Bleiben Sie ganz ruhig, wenn Ihnen demnächst Max und Moritz auf der Straße begegnen werden. Einen Streich wollen Ihnen diese beiden nicht spielen, sie wollen eher einen verhindern und handeln im eigenen Auftrag, im Auftrag ihrer Schule und ihrer Eltern. „Mancher gibt sich viele Müh’“, schrieb einst schon Wilhelm Busch.

Weswegen sich Max und Moritz im Namen aller Kinder der Wilhelm-Busch-Grundschule aufmachen, steht groß und breit im Entwurf des Schulentwicklungsplans der Stadt. Hier die Kurzfassung: Das Gebäude in der Heinrichstraße, 1993 bis 1997 saniert, gut in Schuss, wird zu klein für die 125. (Mittel-) Schule und die Wilhelm-Busch-Grundschule, denn die Schülerzahlen steigen in diesem Teil des Ostens. Spätestens 2017 sollen laut Prognose mehr als doppelt so viele Grundschulklassen als in diesem Schuljahr um Bildung bitten. Eine Schule muss also raus, denn angebaut werden kann nicht.

Vorgesehen ist allerdings nicht der Auszug der älteren Kinder, sondern der jüngeren. Deren Schule soll 2015 mit der August-Bebel-Grundschule in der Husemannstraße, Nähe Kohlgartenstraße, fusionieren. Ein Teil des Schulbezirks der August-Bebel-Grundschule würde dann Anteile des alten Bezirks der Wilhelm-Busch-Schule übernehmen. Heißt: Schüler, die zukünftig auf die Wilhelm-Busch-Grundschule gehen würden, müssten, falls der Stadtrat die Fusion durchwinkt, auf die fusionierte Schule gehen, hätten dann - je nach Wohnort - einen längeren, gefährlicheren Schulweg, müssten beispielsweise den Täubchenweg und/oder die Dresdner Straße überqueren. „Max und Moritz diese beiden, mochten sie darum nicht leiden.“

Max und Moritz gehen jetzt auf Tour für ihre Schule.
Max und Moritz gehen jetzt auf Tour für ihre Schule.
Foto: Förderverein der Wilhelm Busch Grundschule
Was Elternvertreter allerdings noch mehr aufregt, ist, dass selbst die verbleibende 125. Schule spätestens 2017 an ihre Grenzen stoßen würde, wenn die Prognosen zutreffen. Spätestens dann muss also sowieso laut Entwurf des SEP eine neue Mittelschule gebaut werden. Ihr Vorschlag also: Warum nicht bis 2015 eine neue Mittelschule bauen, die Wilhelm-Busch-Grundschule an ihrem Ort belassen und 2015 über das gesamte Gebäude ausdehnen? Es gäbe keine veränderten Schulwege und die Kinder könnten in gewohnter Atmosphäre verbleiben, welche teilweise ihre Eltern für sie erarbeitet haben.

„Der große Schulhof, Schulgarten, Spielplatz, Sportanlage, Kinderspielgeräte, Bibliothek - alles auf einem Gelände und gemeinsam mit dem Hort genutzt worden zum Teil vom Förderverein, dem Elternrat und ehrenamtlich arbeitenden Eltern mitgestaltet, mitfinanziert, mit viel Liebe und Engagement instand gehalten und für die Kleinkinder so geschaffen, dass diese den Anforderungen an kindgerechtes Verhalten für eine Grundschule entsprechen“, heißt es in einer Stellungnahme der Elternvertreter, in der es außerdem diesbezüglich weiter heißt: „Die Bedingungen in der August-Bebel-Schule wären für unsere Kinder sehr viel schlechter.“ Als Beispiel wird der kleinere und geteerte Schulhof angeführt, der für zusätzliche 200 Schüler nicht ausreichend würde.

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Doch neben den unmittelbaren Folgen für die betroffenen Eltern und Schülern hätte der Umzug laut Elternrat auch Einfluss auf die Wohnortwahl von jungen Familien. Tenor: Wo keine Schule, da keine Kinder.

„Also lautet ein Beschluss, dass der Mensch was tun muss“. Die Schulkonferenz der Grundschule hat dem Entwurf des Schulentwicklungsplans eindeutig nicht zugestimmt. Um die „undurchdachte Planung“ der Stadt zu durchkreuzen, sind zudem seit geraumer Zeit, die „Lausbuben“ Max und Moritz auf dem Weg durch die Stadt, um in der Bevölkerung Unterschriften für den Erhalt der Schule zu sammeln. Im Gegensatz zu Wilhelm Buschs Lausbuben gibt es diese also wirklich. Beide gehen in die 2. Klasse der Schule.

Nach den Ferien wollen Max, Moritz und Schulvertreter diese Unterschriftenliste, gemalte Bilder von Schulkindern und eine Stellungnahme der Eltern und vom Förderverein an die Vertreter der Stadtverwaltung und den Oberbürgermeister persönlich übergeben.

Was sagt eigentlich August Bebel dazu? Ach ja: "Selbst Engelszungen haben nur Erfolg, wenn der Resonanzboden für das, was sie predigen, vorhanden ist." Seitens der Stadt heißt es, dass diese Problematik ein laufendes Verfahren ist und deshalb nicht kommentiert wird. Das letzte Wort hat ohnehin der Stadtrat, der zur geplanten Fusion irgendwann Stellung beziehen muss. Ein paar Stadträte waren bereits letzte Woche in der Schule zugegen.

Wilhelm-Busch-Schule und die 125. Schule teilen sich (noch) ein Gebäude in der Heinrichstraße.
Wilhelm-Busch-Schule und die 125. Schule teilen sich (noch) ein Gebäude in der Heinrichstraße.
Foto: Marko Hofmann


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