Grüne beantragen: Jetzt ist es Zeit, neue Formen für das Gedenken an die Friedliche Revolution zu entwickeln

Für alle LeserFast schon vergessen ist, wie heftig 2018 über das Lichtfest diskutiert worden ist. Auslöser war im Grunde nur das immer wieder per Video eingespielte Honecker-Ehepaar beim Tanz. Aber am Ende kostete es dem künstlerischen Leiter Jürgen Meier den Job und sein eigentliches Anliegen, die Rolle der Frau in der jüngeren Geschichte hervorzuheben, ging völlig unter. Das Lichtfest 2020 fand nun wegen Corona im Mini-Maßstab statt. Aber wie geht es nun weiter mit dem gemeinsamen Erinnern? Das thematisiert die Grünen-Fraktion mit einem Antrag.
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Mit dem erinnert die Fraktion daran, dass der Stadtrat Anfang 2019 auf eine gemeinsame Fraktionsinitiative beschloss, das Gedenken zu ’89 auf neue Füße zu stellen. Pünktlich zum Jubiläum, das 2019 mit vielen künstlerischen Aktionen begangen wurde.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen schlägt nun vor, den Neuanfang in der Arbeit fortzusetzen und das Ziel, die Formen und die Struktur unter Leitung des Stadtgeschichtlichen Museums in enger Begleitung durch die Initiative ’89 zu betrachten. Gemeinsam mit dem Beirat zum Lichtfest soll untersucht werden, welche Formen des Erinnern und Weitergebens geeignet sind.

Die Evaluation soll aber auch dazu beitragen, das Gedenken der Leipziger/-innen in den Mittelpunkt zu stellen, denn sie halten die Erinnerung lebendig, betonen die Grünen. „Es geht auch darum, die Erinnerungsarbeit für junge Menschen, Zugezogene und Ungehörte zu öffnen“, sagt Fraktionsvorsitzende Katharina Krefft.

„Die Friedliche Revolution hat eine Diktatur niedergerungen durch Stille und Kerzen. Heute wird die Demokratie, werden Menschenwürde, Freiheit, gerade auch die Freiheit der Medien, und Rechtsstaatlichkeit von rechten Netzwerken, populistischen Wortführern und gewaltbereiten Demonstrierenden direkt angegriffen.“

Woran unbedingt festgehalten werden sollte, das sind die Höhepunkte aller fünf Jahre, wenn der ganze Ring mit künstlerischen Inszenierungen bespielt wird. Das Ring-Erlebnis ist nun einmal Kern des Leipziger Erinnerns. „Dieser Prozess soll in ein langjähriges Konzept mit Höhepunkt aller 5 Jubiläumsjahre münden und in das noch zu erarbeitende Konzept Erinnerungskultur eingebunden werden“, beantragen die Grünen. „Die städtische Förderung wird dem Konzept angepasst. Über die Umsetzung ist jährlich öffentlich Bericht zu erstatten.“

Dass neu nachgedacht werden muss, hat aus Sicht der Grünen auch damit zu tun, dass immer mehr Nachgeborene die Friedliche Revolution nur noch aus den Erzählungen der Älteren kennen. Wie kann man ihnen die Schönheit und Wucht dieses Ereignisses eigentlich noch nahebringen?

„Die Erinnerungskultur, um die Friedliche Revolution dauerhaft im Gedächtnis zu bewahren, unterliegt einem Generationswechsel und erfordert damit eine Neujustierung der Erinnerungsformen und -schwerpunkte. Diesen Prozess aktiv zu gestalten hat sich der Stadtrat bereits vorgenommen: In einem ersten Schritt wurde 2018 auf interfraktionelle Initiative hin das Kuratorium ,Friedlichen Revolution `89‘ eingerichtet“, gehen die Grünen auf das Thema ein.

Sie finden es aber auch dringend angeraten, die heutigen Gefährdungen der Demokratie zu thematisieren: „Mit der gewaltfreien Revolution von 1989 wurde ein gewaltbereites Regime besiegt. Es wurde die Tür zur Freiheit geöffnet, Rechtsstaatlichkeit zum Grundprinzip erhoben und ganz essenziell wurde eine Beteiligungs-Demokratie begründet. Diese Errungenschaften müssen immer wieder lebendig veranschaulicht werden. Wie wertvoll und zugleich wie leicht zerbrechlich sie sind, zeigen uns mit Rassismus, Antisemitismus und Sexismus die anhaltenden menschenfeindlichen Tendenzen in unserer Gesellschaft.“

Und nicht nur in diesen Entwicklungen wird die Gefahr für die demokratische Gesellschaft sichtbar. Da sind ja auch noch die großen und kleinen Autokraten, denen demokratische Kontrollen schon immer ein Dorn im Auge waren. Die Grünen: „Die Revolutionen von 1989/90 in Mittelosteuropa ermöglichten ganz Europa Freiheit, Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Das Aufkommen autoritärer Tendenzen in Teilen der europäischen Gemeinschaft in den letzten Jahren mit der Stärkung der extremen, rechten und populistischen Parteien unterstreicht die Aufgabe, die europäische, weltoffene Demokratie und unsere europäischen Werte lebendig im Bewusstsein der Menschen zu halten.“

Was ja eben auch heißt: Demokratie muss man immer wieder verteidigen, zurückerobern, stärken – manchmal sich auch vergewissern, was man da hat und wie wertvoll es ist. Und wie unfertig. Und immer wieder: wie gefährdet.

Denn es sind nicht nur kleine Autokraten, die sie gefährden, es sind auch die Karrieristen, etliche Lobbyisten, unkontrollierte Monopole und Konzerne. Sie ist kein Geschenk und sie gehört auch nicht automatisch zu dem, was manche Leute unter Marktwirtschaft verstehen.

Es gibt schon etliche Ansätze, sich darüber wirklich mehr Gedanken zu machen – und nicht nur einmal im Jahr.

Die Grünen: „Nachdem wir 2019 den 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution in sehr würdiger und bedeutsamer Weise auf hohem künstlerischem Niveau unter breiter Beteiligung unserer Bevölkerung und Teilnahme unserer Gäste begehen konnten, ist jetzt der Zeitpunkt, die Werte, Errungenschaften und Orte der Friedlichen Revolution von 1989 neu in die sich verändernden Blickwinkel unserer heutigen Zeit zu übersetzen.“

Das heißt für sie: „Ziel, Inhalt und Struktur der Veranstaltungen und der Formen und Orte müssen kritisch-konstruktiv hinterfragt und ggf. angepasst, verändert oder erweitert werden.“

Was ja nicht schlimm ist. Im Gegenteil: Nichts ist so öde wie Rituale, die den Zeitgenossen nichts mehr sagen.

Also folgern die Grünen: „In der weiteren konstruktiven Zusammenführung der Potenziale der verschiedenen Akteure aus Verwaltung, privaten Initiativen und Akteuren der Zivilgesellschaft liegen noch erhebliche Reserven. Noch zu viel geschieht und organisiert sich nebeneinanderher und es gibt erhebliche Reserven in der wertschätzenden Kooperation, Vernetzung und gemeinsamen Präsentation. Die nun angebrochene Zeit nach dem Jubiläum bietet uns Raum, ohne Zeitdruck die begonnenen wichtigen Prozesse der Erneuerung fortzusetzen.“

Freitag, der 9. Oktober 2020: Kemmerich hat nichts gelernt, Erinnern an Halle-Anschlag und ein Mini-Lichtfest

30 Jahre Friedliche Revolution oder Wo lauert da noch Gefahr?

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Foto: Frank Willberg

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